Artgerechte Ernährung des Menschen


Für viele Tiere, vor allem Haus- und Nutztiere wurde viel über artgerechte Ernährung geforscht. Beim Menschen wird auch viel geforscht, aber es gibt noch keine einheitliche Lehrmeinung dazu. Dafür gibt es viele, teilweise recht absonderliche Ideen, wie man an den ganzen Diätvorschlägen feststellen kann.

Da sowieso schon dutzende Theorien über die richtige Ernährung des Menschen im Umlauf sind möchte ich gerne noch meine Idee dazu geben 😀 Zugegeben, so ganz meine Idee ist es nicht, da sind schon welche vor mir darauf gekommen, aber es sind meine Gendanken und Ansichten die hier darlege.

Ich gehe davon aus, dass die Evolutionstheorie im großen und ganzen richtig ist. D.h. um etwas über die natürliche Ernährung des Menschen herauszufinden, ist es meiner Meinung nach ein guter Ansatz darüber nachzudenken, was unsere Vorfahren die meiste Zeit während ihrer Entwicklung verzehrt haben. Der Homo Sapiens existiert ist seit etwa 200.000 Jahren durch Fossielien belegt, und ältere Vertreter der Gattung Homo gibt es seit Millionen von Jahren. Dagegen sind die letzten 10.000 Jahre, in denen es größere Revolution im Lebenstil gab, eher wenig.

Gerade wegen der Revolutionen – Sesshaftigkeit, Ackerbau, Viehzucht, größere Siedlungen – möchte ich weiter in die Vergangenheit blicken, denn ich gehe davon aus, dass unser Körper am besten an das angepasst ist, was über die meiste Zeit der menschlichen Evolution als Nahrung zur Verfügung stand.

Was hat also so ein Urmensch zu Essen gehabt? Im Prinzip eine reiche Auswahl, wie man feststellen kann:

  • Fleisch
  • Fisch
  • Insekten
  • Obst
  • Gemüse (Wurzeln, Stängel, Blätter, Blüten)
  • Samen und Nüsse
  • Pilze

Das ähnelt auf den ersten Blick sehr dem, was wir auch heute essen, inklusive der Insekten, die allerdings in Europa weniger populär sind. Der Unterschied liegt also im Detail. Zum einen was die Mengenverhältnisse angeht, also wie viel man von den verschiedenen Nahrungsmitteln man im Verhältnis zueinander hatte, und der Art der Zubereitung.

Vorbereitung der Nahrung durch Erwärmen ist schon lange üblich gewesen, wenn auch das Kochen in Wasser erst spät möglich wurde. Grillen, Dämpfen, Schmoren, Backen in vielen Variationen war schon lange möglich. Das macht also keinen so großen Unterschied aus, wenn tendenziell sicher auch mehr roh gegessen wurde. Es muss aber nicht immer Rohkost sein, so viel kann man folgern.

Wo liegen dann die großen Unterschiede?

Ich denke, einen starken Unterschied kann man bei den Getreideprodukten erkennen. Zum einen waren Grassamen schwer zu sammeln, zum anderen war die Ausbeute gering, so dass generell viel weniger davon verzehrt werden konnte, und vermutlich noch weniger davon als Mehl zur Verfügung stand.

Ein weiterer großer Unterschied dürfte darin bestehen, dass wir heute oft stark verarbeitete Produkte essen, wie z.B. Wurst, die zwar aus Fleisch gewonnen wird, aber mit der Struktur von Fleisch nicht mehr viel gemeinsam hat.

Milch stand in der Zeit der Jäger und Sammler sicher auch nicht in so großer Menge zur Verfügung, aber es ist zu vermuten, dass es einzelne Haustiere wie z.B. Ziegen schon früh gab, und somit Milch in kleiner Menge auch immer wieder verfügbar war.

Zwei kleinere Unterschiede, mit dennoch großer Wirkung, dürften bei Salz und Zucker zu finden sein. Reiner Zucker war die meiste Zeit praktisch gar nicht verfügbar, am ehesten noch in Form von Honig, und Salz, oder stark salzhaltige Sole gab es nur an wenigen Orten frei zugänglich.

Was die Mengenverhältnisse angeht, kann man vermuten, dass Fleisch und Fisch regelmässig zur Verfügung gestanden haben, wenn auch nicht in der Menge wir sie heute verzehrt werden. Dörrfleisch und Stockfisch sagen uns, dass man, je nach Region, Fleisch und Fisch auch konservieren konnte, wenn man einmal mehr davon hatte, als man direkt verzehren konnte. Vermutlich wurde auch bald nach dem Feuer das Räuchern von Nahrungsmitteln entdeckt. Unsere Vorliebe für gut abgehanges Fleisch deutet meiner Ansicht nach auch darauf hin, dass unsere Vorfahren nicht immer ausschliesslich frisches Fleisch verzehrten, sondern auch gut erhaltenes Aas.

Gemüse war sicher saisonabhängig, dürfte aber im Prinzip vom Frühjahr bis zum Spätherbst auch in größeren Mengen verfügbar gewesen sein. Viele Wurzeln und Knollen (Rüben, Rettiche …) lassen sich lagern, so dass man auch im frühen Winter noch auf Gemüse zurückgreifen konnte.

Für Obst gilt ähnliches, manche Obstsorten wie bestimmte Äpfel können sogar bis zum nächsten Sommer gelagert werden, d.h. die ganze Zeit überbrücken, bis es wieder frisches Obst und Gemüse gibt. Dörrobst ist sogar noch länger haltbar.

Auch Nüsse und Samen sind gut lagerfähig, wenn sie trocken gehalten werden.

Langer Rede kurzer Sinn – ich denke eine artgerechte Ernährung des Menschen besteht aus Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst und einem Sammelsurium an Nüssen und Samen. Das sieht immer noch ganz ähnlich zu dem aus, was wir heute essen.

Was müssten wir dann ändern, im Vergleich zur üblichen Ernährung?

Ich denke, es ist der Verzicht auf viele Getreideprodukte, vor allem Brot und Nudeln. Fisch und Fleisch etwas sparsamer, Gemüse und Obst etwas mehr als gewöhnlich und die Nüsse und Samen nicht vergessen. Ganz auf Milch und Käse zu verzichten muss wohl nicht sein, aber man sollte im Verzehr eher sparsam sein.

Auch Salz und Zucker sollten wir nur sparsam verwenden, und durch andere Würzmittel ersetzen, wo möglich.

Zudem sollten wir auf stark denaturierte Lebensmittel wie Wurst oder Hackfleischprodukte verzichten. Daran ist unser Körper ganz sicher nicht angepasst.

Somit wünsche ich guten Appetit zur sanft gegrillten Rehkeule mit gebackenen Birnen, Walnussbeilage und einem gemischten Salat. Wer möchte kann auch eine Bratkartoffel mit dazu nehmen.

Ich denke, artgerechte Ernährung für Menschen kann durchaus schmackhaft sein. ich weiss, die Kartoffel ist hier nicht heimisch, aber vielleicht tut es auch eine gabackene Sellerieknolle. Auf jeden Fall hätte auch ein Steinzeitler dieses Gericht über dem Feuer und auf heißen Steinen zubereiten können, es benötigt kein besonderes Kochgeschirr oder Küchenwerkzeug.

PS: Und was ist mit dem Trinken?

Die Antwort ist so einfach, dass ich es ganz vergessen hatte, darüber zu schreiben. Die allermeiste Zeit während der Evolution des Menschen war Wasser das alleinige Getränk, das in größeren Mengen vorhanden war. Erst mit der Erfindung wasserfester und dichter Gefäße wurde es möglich, Saft und Milch zu trinken, und auch die Zubereitung von Tee, besser gesagt, Pflanzenextrakten, benötigt wasserfeste, oder besser, feuerfeste Gefäße. Diese standen erst recht spät in der Evolution des Menschen zur Verfügung. Mit den Gefäßen dürften dann auch vergorene Getränke wie Most, Wein und Essig entdeckt worden sein. Da auch Früchte bei unsachgemäßer Lagerung gären können, vermute ich, dass jedoch schon früh eine Anpassung unseres Körpers an zumindest teilweise vergorene Nahrung stattgefunden hat.

Demnach ist es einfach: Vor allem Wasser trinken, und dann in absteigender Reihenfolge Saft, Tee, Milch, Most/Wein und essigsaure Getränke. Bier wurde wohl als letztes in dieser Reihe entdeckt, ist aber trotz allem sehr naturbelassen und vermutlich so gut verträglich wie die anderen vergorenen Getränke, während sich unser Körper an die verschiedenen Sorten von Limonade sicher noch nicht anpassen konnte.

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