Lesetipp: Interessantes zur Geschichte der Schulpflicht


Science Files hat ein paar interessante Details zu Geschichte der Schulpflicht gesammelt:

https://sciencefiles.org/2017/09/28/fakenews-oder-geschichtsfalschung-deutschlandfunk-feiert-300-jahre-schulpflicht/

Es sollen, soviel möglich, alle Kinder, Knaben und Mägdelein, mit allem Ernst und Fleiß zur Schule gehalten werden, damit sie je zum wenigsten neben dem heiligen Katechismus, christlichen Gesängen und Gebeten recht lernen lesen und etwas schreiben

„Weimarische Schulordnung“ (1619)

Interessant zu sehen, dass die heute so viel diskutierte Gleichberechtigung wieder mal gar keine neue Idee ist, da schon vor fast 400 Jahren „alle Kinder, Knaben und Mägdelein“ zum Schulbesuch angehalten wurden – das ist in der Formulierung kurioserweise sogar LGBTQ* konform, lange bevor diese Idee erfunden wurde, da „Kinder“ auch die nicht-Knaben und nicht-Mägdelein einschließt und hier niemand bevorzugt oder ausgeschlossen wird. Auch wenn der weltliche Lehrplan mit der Minimalforderung Lesen und Schreiben noch etwas dünn war … das ist immerhin mal eine Grundlage sich später selbst weiter bilden zu können.

 

 

Übungen mit Wasserfarbe II


Eine Szene aus der „Bergbau im Weltraum“ Geschichte – ein Hotelaufenthalt auf einem von Echsenwesen bevölkerten Planeten. Die Echsen liebten steinige Umgebungen, und so waren auch die Räume gestaltet – die Wände mit Natursteinplatten verkleidet, der Boden mit Schotter oder Kies bedeckt, die Schlafstätten steinere Einfassungen, die mit feinem Sand gefüllt waren.

Vor einige Zeit versuchte ich, ein Hotelzimmer in diesem Design zu skizzieren, passend zu der Szene aus der Geschichte.

Hotelzimmer der Drehkar
Hotelzimmer der Drehkar

Eigentlich wollte ich die Szene anschließend mit Wasserfarben ausgestalten, aber mir wurde bei der Skizze klar, dass meine Fähigkeiten dazu bei weiten nicht ausreichen. Allein schon die Steinplatten an den Wänden schienen eine Herausforderung zu sein, von der Lampe links oder dem Springbrunnen rechts hinten ganz zu schweigen.

Ich beschloss dann, zuerst einmal einzelne Elemente der Szene zu üben. Hier nun das erste Resultat – eine Studie des Springbrunnens in der Ecke, mit den Steinplatten für die Wände und einem Test, wie man einen solchen, mit Kies bestreuten Boden, mit Wasserfarben darstellen könnte.

Übung, Drehkar Zimmerspringbrunnen
Übung, Drehkar Zimmerspringbrunnen

Leider habe ich die Perspektive falsch angelegt, und der Brunnen wirkt schief. Zudem dachte ich am Anfang, das wird eine schnelle Übung und habe viele Linien für das Mauerwerk mit den graublauen Steinen zu schlampig gezogen … aber mit allen Fehlern war es rückblickend doch eine gute Übung. Etwa 10 Stunden habe ich investiert.

Im Moment fühle ich mich sehr unsicher ob ich mich jemals an das komplette Zimmer wagen werde, aber die Szene mit der Lampe links und der Kristallkaraffe auf dem steinernen Tisch reizt mich. Vor allem, wenn ich es schaffe den Raum abgedunkelt zu gestalten, der Schein der Lampe erhellt die Wand und den Tisch, und die Kristallkaraffe funkelt im Licht der Lampe. Angesichts meiner Fähigkeiten muss ich wohl sagen: Nun, man wird ja noch träumen dürfen! Aber mal sehen, wie weit hier Wunsch und Wirklichkeit zusammenkommen können.

 

 

Lesetipp: Die Hälfte der Lehramtsstudenden als Lehrer nicht geeignet


Gerade in einer alten Ausgabe der Süddeutschen Zeitung entdeckt:

Laut der Untersuchung, die am Freitag in Stuttgart vorgestellt wurde, weisen die Hälfte der Lehramtsstudenten und Referendare Verhaltensmuster auf, die ihn zur Bewältigung der psychischen Anforderungen des Lehrerberufs ungeeignet machen.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/karriere/berufswahl-zum-lehrer-nicht-geeignet-1.350804

 

 

Sprache formt die Wirklichkeit ?!?!


Diese Woche im Spiegel stolperte ich über den Satz, „Sprache formt die Wirklichkeit“ (Ausgabe 37/2017, Seite 59). Er stand einfach so da, ohne weitere Begründung, als wäre diese Behauptung das selbstverständlichste der Welt und ohne weitere Erklärung einsichtig.

Mir ist das nicht einsichtig. Ich denke sogar, das ist falsch. Wenn überhaupt eine Beziehung besteht, dann in der Art, dass die Wirklichkeit die Sprache formt, aber nicht umgekehrt. Doch zuerst ein Gegenbeispiel, warum die Sprache nicht die Wirklichkeit formt (um eine Behauptung zu widerlegen ist ein einziges Gegenbeispiel ausreichend).

Nehmen wir an, da steht ein Baum. Das ist die Wirklichkeit. Dieser Baum wird ein Baum bleiben, ob ich ihn nun Baum, überhängendes Großgrün oder Scheißgewächs nenne. Er ist dort, immer noch derselbe Baum, seine Wirklichkeit in all ihren Details ist völlig unberührt davon in welcher Sprache und mit welchen Worten ich ihn bezeichne.

Andersherum, wenn ich etwas wahrnehme, und will anderen davon mitteilen, dann brauche ich Worte. Meist basiert die Wahrnehmung auf der Wirklichkeit, und auf diesem Weg formt die Wirklichkeit die Sprache – man nimmt etwas wahr, will sich darüber anderen Menschen mitteilen und braucht nun Worte um dies zu tun. Ist die Wahrnehmung, oder gar der wahrgenommene Gegenstand neu(artig), dann werden auch rasch neue Worte dafür erfunden oder alte Worte in ihrer Bedeutung erweitert.

Nimmt man die Wahrnehmung mit hinzu, dann lässt sich auch der zu Anfang kritisierte Satz „Die Sprache formt die Wirklichkeit“ zu etwas sinnvollem erweitern, „die Sprache formt die Wahrnehmung der Wirklichkeit“. Wir können die Sprache nutzen, um Dingen eine Bedeutung zuzuschreiben, eine positive, „Der Baum sorgt für frische Luft“ oder eine negative, „Der Baum stiehlt mir das Sonnenlicht“. Ab dem Moment, an dem der Sprecher eine dieser Aussagen etabliert hat, ist der besagte Baum nicht mehr wertfrei in der Wahrnehmung des Zuhörers, sondern entweder der gute Frischluftproduzent oder der böse Sonnendieb. Die Wirklichkeit, der Baum, ist aber immer noch dieselbe! Die Sprache formt auch hier nicht die Wirklichkeit, bestenfalls, wie Menschen die Wirklichkeit wahrnehmen.

Und wenn ich gerade dabei bin, will ich mich auch noch zu einem anderen Unfug äußern, der in diesem Zusammenhang gerne behauptet wird: es sei unmöglich Dinge zu denken, für die es keine Worte gibt.

Ich will hier auf die Sci-Fi und fantasy-Autoren hinweisen, die Geschichten schreiben über Dinge die es nicht gibt, nie gab und vielleicht nie geben wird. Dinge, die vorher noch gar keinen Namen hatten. Z.B. das Wort Roboter in der Bedeutung „mechanischer Arbeiter“ – ich bin ziemlich sicher dass die Idee zuerst da war, und der Autor ein Wort suchte, um seine Idee dem Auditorium mitzuteilen, er wählte dafür „Roboter“.

Das Gleiche in der Fantasy-Literatur, das Wort „Ork“ existierte nicht, bevor Tolkien darüber schrieb. Er erfand es, um seine Idee einer dunklen, bösen und niederen Kreatur bezeichnen zu können – und es ist seitdem in der Fantasy-Welt ziemlich fest etabliert.

Auch hier kam das Wort nicht vor dem Gedanken. Der Ork wurde zuerst gedacht, noch unbenannt, und dann wurde ein Wort gewählt, um das Konzept anderen Leuten „in einem Wort“ mitteilen zu können.

Für mich sind das starke Hinweise, dass man durchaus Dinge denken kann für die es (noch) keine Worte gibt. Sobald darüber gesprochen oder geschrieben wird, werden dann Worte dafür gesucht und gefunden, oder neu erfunden, wenn sich kein passendes Wort finden lässt.

 

 

 

 

Übungen mit Wasserfarbe


Als letzte Szene mit Narf, die ich noch zeichnen wollte, stand noch ein weiterer Versuch von ihm an, eine neue Geschäftsidee auszuprobieren. Als Insektenfresser ist ein Job als Kammerjäger nicht nur wegen der Bezahlung interessant, sondern auch wegen der Snacks.

Kammerjäger Narfinator
Kammerjäger Narfinator

Und da er Insekten riechen kann, findet er sie alle!

Seit einiger Zeit denke ich darüber nach, ob ich mich auf traditionelle Malerei mit Farbe und Papier konzentrieren soll, oder lieber das Zeichnen am Computer üben. Die Frage ist immer noch offen, aber die Zeichnung mit Narf als Kammerjäger bot sich an, um mal wieder mit Wasserfarben zu arbeiten.

Narfinator in Wasserfarben
Narfinator in Wasserfarben

Wasserfarben sind erstaunlich knifflig. Von so kleinen Ärgernissen, dass es vorkommen kann, dass der Pinsel Pigment vom Papier aufnimmt statt neues aufzutragen, und damit die Stelle heller statt dunkler wird, bis hin zu der Frage, wie man große Flächen wolkenfrei mit Farbe füllt, gibt es vieles, was ich noch lernen und üben muss.

Grün war vielleicht auch nicht die ideale Farbe für Narf, aber ich hatte die Smaragdeidechsen im Kopf als ich begonnen habe – ob ich das gleiche noch mal mit rot-violett probiere ist fraglich, aber im Moment scheint mir das eine bessere Farbgebung für Narf zu sein. Vor allem da er ein Feuer-Typ Zwergdrache ist. Und der Koffer hat einen Glüh-Effekt bekommen, der auch nicht beabsichtigt war …

Aber tendenziell ist mir die Arbeit mit Papier, Bleistift und Farbe lieber als das digitale Zeichnen. Vor allem, weil ich beim Zeichnen gerne im Schneidersitz auf dem Boden sitze, mit dem Zeichenbrett auf den Knien und meinen Malutensilien um mich herum. Der Computer zwingt mich an den Schreibtisch – mit einem größeren Schreibtisch, mit Platz für das Grafiktablett, und einem größeren Bildschirm wäre es vermutlich sogar machbar, aber mit meiner momentanen Ausrüstung liegt das Zeichnen am Computer irgendwo zwischen unhandlich und unbequem.