Der Kampf um die obere Oktave


Wie schon geschrieben ließ mir die obere Oktave keine Ruhe, und so verbrachte ich die meiste Freizeit letzte Woche damit, die obere Oktave des Monsterfons mit den dickeren Röhren noch mal neu zu bauen.

Gute 40 Meter Rohr …

Röhren für das Monsterfon
Röhren für das Monsterfon

Und ein Gestell mit 12 Löchern …

Gestell für die obere Oktave
Gestell für die obere Oktave

Diesmal hatte ich mir eine Lochsäge gekauft, um nicht wieder die Stichsäge mit den kleinen Radien quälen zu müssen. Aber die Kombination neue Bohrmaschine + neues Werkzeug war nicht so clever. Da fehlte mir die Erfahrung, wie sie sich verhalten und so haben manche Löcher ausgefranste Kanten. Die später gebohrten Löcher sind besser geworden. Aber insgesamt sollte das Brett so gut  genug sein.

Danach ging es dann daran, die Röhren abzulängen und zu stimmen.

Die dicken Röhren gehen unglaublich schwer in die Kniestücke, das war echte Schwerarbeit. Oder Bodybuilding …

Röhren trimmen und stimmen
Röhren trimmen und stimmen

Und dann endlich, das komplette Instrument mit den dickeren Röhren.

Beide Oktaven mit den dickeren Röhren
Beide Oktaven mit den dickeren Röhren

Allerdings juckt es mich schon wieder. In der oberen Oktave sitzen die Röhren enger, ich habe das gemacht, weil der Platz dort beschränkt ist. Beim Testen gefiel mir das besser als die großen Abstäbnde in der tiefen Oktave. Aber im Moment habe ich so die Schnauze voll von den Röhren, ich glaube diesmal kann ich widerstehen und baue die untere Oktave jetzt nicht zum dritten mal um.

Der Klang ist gut. Ich hätte allerdings gerne noch ein paar extra Bassröhren bis zum nächst tieferen A, aber ich habe keine Ahnung wohin damit. Die Röhren werden geschätzt 4 Meter lang – für jeden Ton.

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Fototaugliche Walderdbeeren


Eigentlich wollte ich nur ein Foto von den Walderdbeeren machen um es an ein paar Freunde zu verschicken. Aber das Foto wurde dann überraschend gut, und so will es hier auch mal veröffentlichen.

Walderdbeeren
Walderdbeeren

Wenn das Bild jetzt noch einen vernünfutigen Hintergrund hätte … tja. Man kann nicht alles haben sagen sie 😉

Die Walderdbeeren wachsen gut hinter dem Haus und sind sehr pflegeleicht. Ausser etwas Wasser bei extremer Trockenheit brauchen sie eigentlich nichts. Und sie sind eine nette Zutat für Müsli.

Manisch-Depressiv kann auch in der positiven Phase lästig sein …


Eigentlich habe ich zur Zeit eine gute Phase, und bin recht produktiv mit meinen Projekten. Aber jetzt hat es mich gepackt …

Gestern habe ich auf dem Monsterfon geübt, auch Stücke, die die vollen zwei Oktaven nutzen. Erkenntnis – die dicken Röhren klingen einfach besser. Und seit gestern Abend kreisen meine Gedanken jetzt um die Frage, wie ich die obere Oktave am besten auf die dicken Röhren umbaue. Ich habe das ja schon mit der unteren Oktave gemacht, aus dem gleichen Grund. Das ist eine Menge Arbeit. Mir graut es vor der Vorstellung, da noch mal so viel Zeit zu investieren … Röhren kaufen, ablängen, Bretter zusägen, die Löcher für die Röhren aussägen, schleifen, zusammenbauen, alle Röhren stimmen (bedeutet oft, noch mal Arbeit mit der Säge). Und die dicken Röhren sind schwer zu stimmen, weil die Verbindungen enorm fest sitzen.

Ach Menno. Wie wenn ich nichts anderes zu tun hätte … warum packt mich so etwas derart und lässt mich nicht mehr los? Kann das nicht warten, bis ich mehr Zeit habe, z.B. im Urlaub …

Das Monsterfon und das Wohnzimmer


Drei Jahre oder so stand das Monsterfon in einem Lagerraum, weil ich in der Wohnung einfach keinen Platz für so ein monströs großes Instrument hatte. Jetzt endlich habe ich es geschafft, einige Möbel umzustellen und zwei ganze Meter Wand freizubekommen, um das Instrument aufzustellen.

 Monsterfon mit zwei Oktaven
Monsterfon mit zwei Oktaven

Besonders schön ist die Ecke jetzt nicht, aber vielleicht kann ich da mit etwas Farbe und Dekoration noch abhelfen. Die Wand reflektiert den Klang recht schön, das erspart mir, alle Röhren zu drehen.

Jetzt muss ich „nur“ noch fleissig üben. Im Moment tue ich mir sogar schwer, Notenblätter zu lesen, obwohl ich das Mal konnte.

Hier einige Klangtests – der Beginn von „Für Elise“:

https://drive.google.com/open?id=1l8KVSY5otsTAjHneziMmW4IUUvABnf3O

… und das Hauptmotiv von „Axel F“:

https://drive.google.com/open?id=1AtW54SksjkU68zOXaWM2fUiXq3Hb0zPv

Er hier hat allerdings zehn Jahre Vorsprung. Auf jeden Fall war er derjenige, der mich mit seinen Youtube-Videos zum Bau des Instruments inspiriert hatte. Also, Gratulation!

Skripal, Beweise, Laienregierung


Hadmut Danisch spricht gerne von „Laienregierung“, wenn er unsere Regierung meint. Dieser Artikel über die Beweislage zum Fall Skripal/Nowitschok sagt im Prinzip das selbe:

https://www.heise.de/tp/features/Bundesregierung-hat-keinerlei-Beweise-fuer-Skripal-Fall-4072810.html

Man wusste nichts, machte aber einfach mal alles nach, was die anderen vormachten. Und jetzt muss man mit der Blamage irgendwie umgehen. Vertuschen wird die Antwort sein.

PS: Dieser Forumskommentar bringt es auf den Punkt, was anständigerweise jetzt zu wäre:

https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Bundesregierung-hat-keinerlei-Beweise-fuer-Skripal-Fall/Na-dann-offizielle-Entschuldigung-der-Bundesregierung-un-Ersuchen-an-die-Russen/posting-32490662/show/

Bin gespant, ob unsere Politiker das Herz und das Rückgrat dafür haben. Wäre aber schön.

 

Gute Ideen aufnehmen – selbst entscheiden, was wichtig ist


Dushan Wegener schrieb unlängst,

Gerade deshalb ist wichtig: Freiheit beginnt mit dem Wort »Nein«. Beispielsatz: »Nein, Frau Kanzlerin, liebe Grüne, liebe Nachrichtensprecher und Vordenker, ich lasse mir von euch nicht vorschreiben, was mir wichtig ist.«

Quelle: https://dushanwegner.com/die-freiheit-nehm-ich-mir/

Das „Nein“ steht nicht generell für Freiheit, es ist auch das Wort der Verbote. Aber die Idee, selber zu denken, seine eigenen Prioritäten zu setzen, und der Raum das auch tun zu dürfen und können, das ist die Freiheit, die dieses Nein hier zu erringen sucht.

Wer selber denkt, macht auch Fehler. Aber er hat zumindest die Chance, nicht jeder Dummheit nachzulaufen und es beim nächsten Versuch besser zu machen. Dumm ist nicht wer Fehler macht. Dumm ist wer nichts aus Fehlern lernt. Am lehrreichsten sind Fehler die man selber macht.

Ansonsten kann ich nur empfehlen, ältere und alte Bücher zu studieren, und zu sehen welche Ideen sich bewährt haben und welche „auf dem Müllhaufen der Geschichte“ gelandet sind. Man muss nicht alles selber ausprobieren, es ist durchaus eine gute Idee von dem zu lernen, was schon gedacht und ausprobiert wurde. Und seit der Erfindung der Schrift vor rund 5000 wurde vieles gedacht, ausprobiert und niedergeschrieben.

König Hammurabi ist z.B. noch heute nach fast 3800 Jahren ein Begriff, weil er die Idee hatte, landesweit einheitliche Gesetze zu erlassen und sie niederzuschreiben und öffentlich auszulegen, damit jeder sie nachlesen und sich darauf berufen kann.

Oder Ramses II der trotz allen Propagandanebels um seinen Sieg, der vermutlich eher eine Niederlage war, den weltweit ersten schriftlichen Friedensvertrag vorweisen kann, der dann tatsächlich Jahrzehnte Frieden und damit Handel brachte, von dem beide Seiten profitierten. Das war vor rund 3200 Jahren.

Auch die Römer hatten gute Ideen, „Beide Seiten müssen gehört werden„, als Regel des Rechts, die sich Jahrhunderte bewährt hat, bis man dann auf die Idee kam Leute per Drohne zu exekutieren, bevor sie eine Chance haben, ihre Sicht der Dinge in einem Gerichtsverfahren darzulegen.

Es lohnt sich das alte Zeugs zu lesen, und sich dann seine eigene Meinung zu bilden. Die Leute damals hatten vielleicht nicht unsere Technik, doof waren sie deswegen noch lange nicht. Ich habe absichtlich einige der ältesten Begebenheiten aufgelistet, die mir in den Sinn kamen und heute noch für relevant betrachtet werden, um gerade das zu zeigen – auch eine knapp 4000 Jahre alte Idee kann für uns heute lehrreich sein. Zugegeben, es wurde auch viel Müll erdacht und niedergeschrieben, aber das zeigt uns wenigstens, was nichts getaugt hat und was wir besser nicht nachmachen sollten.

Wir standen auf den Schultern von Giganten

Ich bin nicht sicher über die Quelle dieses Zitats, aber die Botschaft ist klar – wer von den großen profitiert, kann weiter sehen. Seien es „große“ Wissenschaftler oder Philosophen, Juristen oder Handelstreibende – so viele gute Ideen wurden schon gedacht und niedergeschrieben. Nutzen wir es. Auch der Zwerg wird auf der Schulter des Riesen weit blicken können.

 

Neues, Altes und Gedanken darüber