Fang den Klang!


Letztes Jahr, noch vor dem Zusammenbruch im Sommer,  hatte ich mich mit dem Bau von Musikinstrumenten beschäftigt, z. B. dem Tubufon, und dabei auch erste Erfahrungen mit der Aufnahme von Musik mit dem PC gemacht.

Diese waren allerdings recht frustrierend, enorme Störungen in den Aufnahmen, und als Anfänger konnte ich die Ursache dafür nicht so leicht ausmachen. Zuerst hatte ich das Mikrofon im Verdacht, aber auch nach dem Kauf eines besseren Mikrofons blieb das Problem weitgehend unverändert. Ein dazu gekaufter Mikrofonvorverstärker brachte etwas Besserung, aber bei weitem nicht die erhoffte Qualität. Erst spät erkannte ich das eigentliche Problem: Die Mikrofoneingänge von PC und Laptop sind mies und haben an sich schon enorme Störpegel, d.h. egal wie gut das Signal ist, das vom Mikrofon kommt, der Eingang ruiniert es.

Nach dieser Erkenntnis hatte ich dann eine sogenannte „USB Audiobox“ erworben, welche die Wandlung des analogen Mikrofonsignals in einen digitalen Datenstrom übernimmt, und damit die Schwachstelle Mikrofoneingang überbrückt. Dann kam jedoch der Zusammenbruch, und ein halbes Jahr ging gar nichts mehr, die Box stand ungenutzt herum.

Erst Anfang dieses Jahres kam ich dann dazu, die Audiobox zu testen, und war positiv überrascht. Die Qualität der Aufnahmen ist gut, definitiv gut genug, um damit Klänge und Geräsche für Spiele aufzuzeichnen.

Der erste Versuch, Hammerschläge auf Metall, das Stereotyp für eine Schmiede, z.B. in einem Rollen- oder Abenteuerspiel:

http://opengameart.org/content/smithing-sound

Da ich zu der Zeit auch an Grafiken von Münzen arbeitete, lag es nahe, auch passende Geräusche zu den Münzen aufzunehmen:

http://opengameart.org/content/coin-sounds-0

Und dann aktuell, einen Glockenklang:

http://opengameart.org/content/glass-bell-sounds

Damit bin ich jetzt endlich dabei, auch das letzte Gebiet der Spieleentwicklung für mich zu erobern, nach Programmierung, Text und Grafik jetzt auch die Arbeit mit Klang und Geräusch. vielleicht irgendwann auch mal Musik, aber ich glaube, zum Komponisten fehlt mir wirklich das Zeug. Klang- und Geräuscheffekte interessieren mich im Moment jedoch sehr.

 

Arsenbelasteter Reis


Obwohl ich keine Glutenunverträglichkeit habe, lese ich gerne die Berichte zu dem Thema. Einiges habe ich dabei schon gelernt, z.B. dass Hafer vom menschlichen Körper besser verwertet werden kann als andere Getreide, zum Brot backen jedoch ungeeignet ist. Auf jeden Fall sehe ich den Haferbrei jetzt positiver als zuvor und habe auch damit experimentiert, Eintöpfe auf Haferbasis zu kochen – das funktioniert erstaunlich gut, d.h. wer die Nudel aus der Küche verbannen will, z.B. wegen einer Paleo-Diät, dem hilft der Hafer dabei.

Letztes Wochenende bin ich dann über diesen Bericht gestolpert:

https://www.welt.de/kmpkt/article162096978/Wer-sich-glutenfrei-ernaehrt-kann-seine-Gesundheit-gefaehrden.html

Mein erster Gedanke war, „Gefahr durch glutenfreie Ernährung? Braucht der Körper das Gluten jetzt doch?“ Damit lag ich allerdings weit daneben. Der Artikel referiert über Weizenersatz auf Reisbasis, und dass Reis häufig mit Arsen belastet ist.

Zuerst habe ich das als irrelevant für mich abgetan, da ich nicht gezielt solche Produkte kaufe oder verzehre. Ich bin ja etwas langsam im Kopf, deshalb dauerte es eine Weile bis meine Gedanken die Brücke schlugen – ich esse zwar keine der genannten Weizenersatzprodukte, aber ich mag Reis und esse relativ oft Reis. Also betrifft mich die Information über den arsenbelasteten Reis doch, und zwar auf viel direkterem Weg, als der Artikel erzählt hat.

Eine Blitzrecherche ergab – Arsenbelasteter Reis ist ein Thema, und zwar schon seit vielen Jahren.

Hier z.B. ein Bericht von 2004:

https://www.heise.de/tp/features/Bangladesh-Arsen-im-Trinkwasser-Arsen-im-Reis-3437583.html

Dann einer von 2010:
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=98716&bernr=04

Was auch interessant ist, ist ein weiterer Bericht auf welt.de,  wo ich auch den Bericht über die Glutenersatzprodukte gefunden hatte – die Menge Arsen, die man mit dem Reis zu sich nimmt, hängt von der Zubereitung ab. Man kann das Arsen zu einem Teil auswaschen, aber was man dabei an nützlichen Mineralien ebenfalls auswäscht, wird mal wieder nicht gesagt:

https://www.welt.de/wissenschaft/ernaehrung/article161928070/Bei-Reis-entscheiden-Sorte-und-Zubereitung-ueber-Giftigkeit.html

So richtig gefällt mir das immer noch nicht. Millionen Menschen ernähren sich von Reis. Wie viele davon wissen um das Problem, und wie man das Arsen im Reis reduzieren kann? Und Arsen ist auf vielen Wegen giftig. Im Mittelalter war es eine Zeitlang sehr beliebt, um ungeliebte Menschen umzubringen. Die Giftigkeit hat seitdem nicht abgenommen, und ich bezweifle, dass der Koch in der Kantine Zeit und Muse hat, den Reis eine Nacht lang zu wässern, um das Arsen auszuwaschen, oder der Einkauf dort darauf bedacht ist, besonders arsenarme Reissorten zu kaufen – die kaufen mit fast 100% Sicherheit den jeweils günstigten.

Ich glaube ich bleibe beim Hafer als Weizenersatz. Bis dann der Bericht kommt, mit was der Hafer alles verseucht ist. Z.B. mit Glyphosat – das ist mit einiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls krebserregend:

http://www.deutschlandfunk.de/glyphosat-rueckstaende-in-mehl-broetchen-und-haferflocken.697.de.html?dram:article_id=218620

Schöne neue Welt.

Laserkanone beim Schuss


Ein letzter Versuch, die Laserkanone doch noch etwas aufzupeppen:

Laserkanone beim Schuss
Laserkanone beim Schuss

Im Prinzip gefällt mir die Blitz-Aura, das ist ein Feature von PovRay, das mir lange verschlossen geblieben war. Aber ich glaube, für Waffen fehlt mir das Talent, bzw. die richtige Vorstellungskraft.

Ich habe diese Version zu den anderen auf OGA hochgeladen:

http://opengameart.org/content/laser-cannon-and-variations

Laserkanone oder Warum sieht das nicht aus wie eine Waffe?


Grummel – zwischen meiner Wunschvorstellung als Designer und Künstler und der Wirklichkeit klafft eine Lücke, die mir immer wieder unangenehm unter die Nase gerieben wird.

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, eine Art Laserkanone zu entwerfen, und mit verschiedenen Designs experimentiert (gibt es wie immer auf OGA als Creative Commons oder GPL: http://opengameart.org/content/laser-cannon-and-variations)

Eigentlich war ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Auch wenn ich das Gefühl hatte, es ginge noch besser, schien der Entwurf doch ganz gut gelungen. Hier die Kanone im Bereitschaftsmodus:

Laserkanone in Bereitschaft
Laserkanone in Bereitschaft

Und abgeschaltet:

Laserkanone, abgeschaltet
Laserkanone, abgeschaltet

Und hier noch ein früheres Stadium des Entwurfs:

Einfache Laserkanone
Einfache Laserkanone

Und dann, als ich eine der Grafiken auf DeviantArt hochgeladen habe, fanden sich unter der „Ähnliche Bilder“ Rubrik Werke wie dieses:

http://tayete.deviantart.com/art/Laser-cannon-305435014

Und eine Google-Suche fand Dinge wie jenes:

http://theswca.com/images-toys/figuretoys/tripod-catalog.jpg

Dagegen wirkt meine Entwurf irgendwie sehr wissenschaftlich, simpel gar, und nur wenig wie eine Waffe … da fehlt doch noch recht viel zu meinem Ziel.

Lesetipp: Bahnverbindung Deutschland-China und -Iran


Mehr Fracht auf die Schiene? Klappt in Deutschland nicht so gut, aber international manchmal schon – sogar von China bis Deutschland, von Chongqing bis Duisburg:

https://www.heise.de/tr/artikel/Warentransport-per-Gueterzug-in-den-Iran-und-nach-China-3614920.html

Und die Strecke Duisburg-Chongquing wird schon seit 2012 regelmässig bedient, zuletzt mit 6 Zügen zu je 1600 Tonnen pro Woche, ohne dass es groß in der Presse war:

https://de.wikipedia.org/wiki/Trans-Eurasia-Express

Schön zu sehen, dass die Bahn immer noch eine Alternative zu Schiff- und Flugverkehr ist. Wenn man sich jetzt noch auf eine einheitliche Spurweite einigen könnte … naja, man wird ja noch träumen dürfen 🙂

 

Fusionsgeschütz


Ältere Science Fiction Fans erinnern sich vielleicht noch an die ZBV Serie von K. H. Scheer.

Es ist lange her, dass ich die Bücher gelesen habe, aber die Idee, ein marsianisches Fusionsgeschütz, zu zeichnen oder zu modellieren verfolgte mich die ganz Zeit. Und jetzt endlich habe ich es geschafft – hier meine Idee, wie so ein Fusionsgeschütz aussehen könnte.

Fusionsgeschütz
Fusionsgeschütz
Fusionsgeschütz
Fusionsgeschütz

Es ist ein etwas kurioses Design – da der starke Rückschlag, wie in den Romanen beschrieben, es notwendig macht, dass der Lauf beim Schuss ein gutes Stück in die Lagerung zurückgleiten kann, musste ich die Spulen für die Kontrolle der Fusion weit nach vorne verlegen. Innenliegende Spulen hatten das Problem auch gelöst, aber die Spulen wären dann nicht sichtbar gewesen, weil der zurückgleitende Teil des Laufs aussen allenfalls eine Struktur in Längsrichtung aufweisen kann, aber keinesfalls quer. Die Spulen sind es jedoch, die den Betrachter so ein Energiegeschütz von einem herkömmlichen Gewschütz unterscheiden lassen, und daher wollte ich sichtbare Spulen.

Ich habe einige Bilder des Geschützes als Creative Commons oder wahlweise GPL auf opengameart.org zur Verfügung gestellt:

http://opengameart.org/content/fusion-cannon

Elektronik und die Venushölle


Venus und Mars sind unsere nächsten Nachbarn als Planeten. Zum Mars wird inzwischen recht regelmässig geflogen und auch gelandet.

Für mich als ehemaligen Hobbychemiker schien die Venus eigentlich interessanter, weil exotischer. Zinn und Blei sind auf der rund 450°C heissen Oberfläche flüssig, die Wolken aus Schwefelsäure. Das verspricht doch eine recht interessante Oberflächenchemie.

Die letzte Landung auf der Venus war 1985. Ein Modul der russischen Vega 1 Mission, das Landemodul überstand die widrigen Bedingungen für rund 56 Minuten.

Manchmal dauert es lange bis mein Hirn es schafft, zwei oder drei Informationen, die ich eigentlich kenne, auch zu etwas sinnvollem zusammenzubringen. Hier waren es die drei Punkte

Eigentlich ist die Antwort einfach – unsere Elektronik funktioniert dort nicht. Und je moderner, desto mehr Elektronik.

Bei etwas Nachdenken zeigten sich dann weitere Probleme, die aber nicht ganz so grundsätzlich sind, wie das Problem der Siliziumhalbleiter.

  • Unser übliches Lötzinn schmilzt schon bei weniger als 330°C. Aber es gibt Hartlote, die erst bei 900 bis 1000°C flüssig werden.
  • Unserer Röhren, als Alternative zu den Siliziumhalbleitern, funktionieren zwar bei 450°C, aber das braucht Spezialgläser, die erst bei höheren Temperaturen weich werden, und die den atmosphärischen Druck von rund 90 bar auf der Venusoberfläche aushalten (oder in einem Druckbehälter untergebracht werden müssen).
  • Viele Kunststoffe, die auch als Isolationsmaterial verwendet werden, zersetzen sich bereits bei weniger als 450°. Porzellan ist ein guter Isolator und hält viel mehr Hitze aus, es ist jedoch nicht flexibel und schwer.

D.h. so lange wir Silizium-Halbleiter für unsere Elektronik verwenden, werden wir kein Landemodul für die Venus bauen können, das dort länger als ein paar Minuten oder Stunden überlebt.

Heute bin ich über diesen Bericht gestolpert:

https://arstechnica.com/science/2017/02/venus-computer-chip/

Halbleiter aus Siliziumcarbid halten die Venustemperaturen und den Druck aus. Auch das Problem der Lötverbindungen wurde gelöst. D.h. auch wenn Säureregen und Druck immer noch ein Problem sind, für das Kernproblem der Steuerungselektronik scheint eine Lösung näher zu kommen.

Im Vergleich zum Mars als kaltem und trockenen Gesteinsbrocken müsste die Erforschung der Venusoberfläche viel mehr bieten, zumindest was die Chemie und Geologie angeht. Ich fürchte jedoch, dass trotz der Fortschritte bei den Sliziumcarbidhalbleitern eine neue Landemission zur Venus noch lange auf sich warten lassen wird – die Konstruktion eines venusfähigen Landemoduls ist deutlich aufwendiger und teuer als ein Modul für den Mars, und die Venus ist generell etwas aus dem Fokus geraten, vermutlich weil sie als Lebensraum für den Menschen wesentlich weniger geeignet ist als Mars oder Mond. Da hilft dann die ganze interessante Chemie mit Hochdruckatmosphäre, flüssigen Metallen und aggressivem Säureregen nichts.

 

 

Neues, Altes und Gedanken darüber