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Kochen wie zur Steinzeit


Die Paleo Diät war ja mal populär. Oder ist sie es immer noch? Ich habe wieder mal keine Ahnung. Aber ich muss sagen, das Argument dass unser Körper am besten an das Essen angepasst ist, welches die meiste Zeit verzehrt wurde, klingt für mich recht einleuchtend.

Aber eigentlich begann es mit einem guten Jahr für Walnüsse.  2016 war das, und der Baum hinter dem Haus hatte Walnüsse in rauhen Mengen. So viele, dass ich immer noch welche davon habe, da ich zuerst die frischen von 2017 und 2018 aufgebraucht habe.  Jetzt wird es aber dringend Zeit, die Nüsse zu verwerten und ich brauchte eine Idee, was ich damit anstellen könnte.

Ich kann es nicht mehr ganz nachvollziehen, wie die Teile in meinem Kopf zusammen kamen, aber der Plan formte sich, ein Hauptgericht aus gerösteten Walnüssen, Bratbirne und einem Rindersteak zu zaubern. Das könnte ziemlich nah an einer Mahlzeit sein, wie sie unserer Vorfahren im Spätherbst auch zubereitet haben könnten.

Nüsse, Birne, Steak
Nüsse, Birne, Steak

So begann es also – Nüsse geknackt, die Birne gewürfelt und das Steak mit Olivenöl und Pfeffer vorgewürzt. Ein Büschel Thymian hat der Garten auch noch hergegeben, selbst  wenn es im Moment ganz sicher keine Kräutersaison ist.

Dann die Nüsse in die Pfanne zum Rösten,  mit etwas Olivenöl und Salz.

Walnüsse rösten
Walnüsse rösten

Einige sind mir angebrannt, weil ich mit zu großer Hitze begonnen hatte. Das war das erste Mal, dass ich Walnüsse geröstet habe, nächstes Mal weiss ich es, dass die auf eher kleiner Hitze geröstet werden müssen. So ist es halt mit der Experimentalküche …

Als mir die Nüsse schon ziemlich gut geröstet erschienen, habe ich die Birnen und den Thymian dazu gegen, und das auf kleiner Hitze weiter braten lassen, bis die Birnen begannen weich zu werden. Die müssen gar nicht ganz durch sein.

Birnen und Thymian dazu
Birnen und Thymian dazu

Das Steak habe ich ebenfalls in Olivenöl, jedoch in einer zweiten Pfanne gebraten. Serviert mit einem gemischten Salat mit Tomaten sah das dann so aus.

Steak und fertig
Steak und fertig

Für meinen Geschmack der absolute Wahnsinn. Ich glaube, ich habe noch nie so etwas leckeres als Hauptmahlzeit gegessen. Die fruchtige Süße der Birne, mit dem Aroma der gerösteten Nüsse und dem Rindfleisch – einfach prächtig. Der Thymian passt perfekt. Auch wenn er da in der Pfanne nur ganz wenig Aroma an die Nüsse und die Birne geben konnte, der Hauch von Thymian ist gerade richtig.

Tja, Steinzeit Diät. Also Diät war das ganz sicher nicht. Eine Menge Zucker aus der Birne, Fett aus den Nüssen und dem Olivenöl, und Protein aus dem Steak. Das brauchten unsere Vorfahren sicher nach einem anstrengenden Tag. Für uns heute ist das eigentlich viel zu reichlich. Aber gut!

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Apfelgebäck im Pizza Stil


Seit längerem hatte ich den Gedanken im Kopf, „Einmal im Leben solltest Du versuchen, eine Pizza selbst zu backen“. Also nicht nur eine Tiefkühlpizza aufwärmen, sondern möglichst viel davon selbst zu machen.

Der andere Gedanke war der Wunsch, die Äpfel, die es dieses Jahr wieder reichlich gibt, möglichst kreativ zu verwerten. Apfelbrei, Apfelkompott und Apfelkuchen werde ich nämlich vermutlich in ein paar Wochen nicht mehr sehen können.

Tomaten und Äpfel harmonieren gut. Zwiebel und Äpfel auch. So formte sich dann die Idee, eine Art Apfel-Pizza zu machen. Da ich ein Fan von Haferflocken bin, ist es allerdings kein richtiger Pizzaboden, sondern eine kräftigere Hefeteigvariante mit 20% Hafeflocken statt Weizenmehl. Das hält immer noch gut genug.

Ach, fast hätte ich es vergessen – das Debrecziner Würstchen steuerte auch noch einen guten Teil zum Geschmack bei.

Arbeitschritte
Arbeitschritte

Das Würstchen ist gekauft, der Käse, Mehl und Haferflocken ebenso. Der Rest ist aus dem Garten, die Tomatensauce selbst gekocht.

Apfel-Pizza
Apfel-Pizza

Die Mengenangaben sind für zwei Portionen:

Der Teig

  • 200g Mehl Typ 550
  • 50g Haferflocken
  • 150ml Wasser
  • 1 Teelöffel Salz
  • 1/2 Hefewürfel

Der Belag

  • Stark gewürzte Tomatensauce mit Salz, Oregano und Pfeffer.
  • 500g Apfelstücke
  • 100g Schmelzender Käse, z.B. Emmentaler
  • 1 Debrecziner Würstchen
  • 2 Zwiebeln
  • Ein großes Bündel Schnittlauch.

Für den Teig die trockenen Zutaten mischen. Die Hefe in 150 ml lauwarmen Wasser auflösen, und mit dem Teig mischen. Der Teig sollte fest bleiben und nicht an der Schüssel kleben, das Wasser also in kleine Mengen dazu geben, bis die Konsistenz des Teigs passt. Den Teig gehen lassen bis er sich verdoppelt hat, dann noch mal gut durchkneten, und wieder gehen lassen bis zur doppelten Größe. Den fertigen Teig zur Kugel formen und dann dünn ausrollen, 4mm Dicke oder weniger.

Den Teig mit der Tomatensauce bestreichen, die Zwiebeln würfeln und einstreuen, dann die Apfelstücke auflegen, je nach Geschmack noch mal mit Oregano bestreuen, dann fein geschnittene Scheiben des Debrecziner Würtchens auflegen und schliesslich mit fein geschnittenem Schnittlauch bedecken. Und zu guter Letzt, den Käse darüber.

Der Ofen sollte gut vorgewärmt sein. Ein echter Pizzaofen bringt 450° eine durchschnittlicher Backofen so etwa 250° D.h. den Ofen auf maximale Hitze stellen, und wirklich gut vorwärmen. Ein Pizzastein hilft, dass der Ofen beim Einschießen der Pizza nicht so stark abkühlt. Etwa 10 Minuten bei größter Hitze backen lassen – muss man ein bischen beobachten, jeder Ofen ist anders und die 10 Minuten sind eben, was bei mir funktioniert hat.

Bestes Apfelrezept bislang 🙂

Experimentalküche – Hafer-Grünkern-Nuggets mit Bratapfel


Ähnlich wie vor drei Jahren tragen die Apfelbäume dieses Jahr wieder reichlich, und es stellt sich die Frage, was ich mit all den Äpfeln tun könnte. Apfelsaft mag ich nicht besonders, aber es schien an der Zeit, nach fast zwei Jahren Pause mal wieder etwas öfter zu kochen.

Nach einigen Nachdenken erschien es mir ausprobierenswert, Hafer-Grünkern Bratlinge mit den Äpfeln zu kombinieren. Details zum Rezept gibt es am Ende.

Am Anfang stand das Fallobst.

Fallobst
Fallobst

Auch die Würmer mögen die Äpfel, aber man muss halt Kompromisse schliessen, wenn man auf Spritzmittel verzichtet.

Wurm-Aktivität
Wurm-Aktivität

Es blieben genügend gute Stücke für mich übrig.

Gute Apfelstücke
Gute Apfelstücke

Aber jetzt zum eigentlichen Rezept. Ein Teig, halb aus Haferkleie, halb aus Grünkernschrot, mit Instantbrühe – ich weiss, Sakrileg aus der Chemiefabrik, gibt dem Teig dennoch einen guten Geschmack – rechlich Schnittlauch und etwas Liebstöckel als Gewürz.

Hafer und Grünkern Teig
Hafer und Grünkern Teig

Daraus Nuggets geformt und in der Pfanne ausgebraten. Ich denke, die unregelmässige Form ist interessant, wer mag, kann auch schön runde Küchlein aus dem Teig formen.

Nuggets
Nuggets

Was ich gelernt habe – man muss die Nuggets ziemlich scharf anbraten, damit sie einen guten Geschmack entwickeln, aber nicht zu lange braten, so dass sie innen saftig bleiben. Ich brate mit Olivenöl, das heisst die Hitze muss so hoch sein, dass das Öl anfängt zu rauchen. Tatsächlich etwas mehr als bei diesem Versuch, den ich fotografiert habe.

Nuggets
Nuggets

Dann kommen die Apfelsücke in die Pfanne. Mit Zwiebeln, deutlich mehr als ich hier verwendet habe, und wie ich in einem zweiten Versuch gelernt habe, am besten auch mit reichlich Kümmel.

Apfelstücke mit Zwiebeln
Apfelstücke mit Zwiebeln

Gegen Ende dann noch etwas Käse dazu, so dass er über den Apfelstücken schmelzen kann, und mit den Nuggets zusammen serviert.

Nicht ganz perfekte Präsentation
Nicht ganz perfekte Präsentation

War lecker. Der Salat aus einer Tomate aus dem Garten mit etwas Kopfsalat passt ganz gut dazu, und löste auch die Frage, was ich mit den Tomaten machen könnte.

Rezept für zwei Portionen

Für die Nuggets

  • 100g Haferkleie oder Haferflocken
  • 100g Grünkernschrot
  • 300ml Instantbrüche
  • Schnittlauch und Liebstöckel zum würzen

Bratäpfel

  • 200-300g Apfelstücke
  • 1-2 Zwiebeln
  • 80g Emmentaler
  • Kümmel

PS: Den Liebstöckel mit der Brühe kochen, sonst kommt der Geschmack nicht richtig zur Geltung. Der Schnittlauch kommt jedoch direkt in den Teig.

Brombeeren mit Nutella-Milch


Es ist Brombeersaison im Garten, und ich war am Experimentieren, was ich damit alles machen kann. Hier eines meiner Experimente, schmeckt lecker.

  • 200g Brombeeren
  • 200ml Milch
  • 1/2 – 1 EL Nutella
  • Zucker oder Süßstoff

Da die Brombeeren aus dem Garten sind, spüle ich sie ich kurz in einem Sieb mit klarem Wasser. Vielleicht bin ich auch nur paranoid, i.A. wird ja empfohlen Beeren nicht zu waschen.

Die Milch mit dem Zucker und dem Nutella wird dann auf kleiner Hitze erwärmt, bis sich das Nutella löst.

Die abgetropften Beeren kommen in eine Müslischale und werden dann mit der heißen Nutella-Milch übergossen. Lecker 🙂

Die Mengen an Beeren und Milch habe ich geschätzt, d.h. es kann auch ein bischen mehr oder weniger sein. Zucker bzw. Süßstoff je nach Gusto dosieren. Das Nutella ist auch schon süß, d.h. manch einer braucht vermutlich gar keinen Extrazucker.

PS: Funktioniert auch gut mit Erdbeeren.

 

Zwei Schulfächer, die ich vermisse


Immer wieder begegne ich Leuten, die sich nicht zu helfen wissen – konkret betrifft das vor allem die Bereiche „Hausmedizin“ und „Reparaturen“. Es gibt viele kleine Verletzungen oder leichte Krankheiten die man selbst behandeln kann. Genauso gibt es viele kleine Reparaturen im Haushalt, die man selbst durchführen könnte. Aber niemand hat es den Leuten beigebracht, und so sind sie hilflos, selbst bei kleinen Problemen. Zwei Schulfächer, die ich vermisse weiterlesen

Nachtrag zur Tomaten-Apfel-Chili Soße “Fauler Hund”


Lecker ist sie schon, die Soße, aber ich hatte mich mit der Chili verschätzt, besser gesagt, mit der Empfindlichkeit meiner Innereien dagegen. Jetzt saß ich also da, mit noch drei Gläschen Soße, und der Frage, was tun? Wegwerfen? Es widerstrebte mir, die Soße mit Tomaten und Äpfel aus dem eigenen Garten einfach so wegzuwerfen, vor allem nach der Mühe mit der Zubereitung. Nachtrag zur Tomaten-Apfel-Chili Soße “Fauler Hund” weiterlesen

Tomaten-Apfel-Chili Soße „Fauler Hund“


Im Moment beschert mir der Garten reichlich Äpfel und Tomaten, leider sind auch viele wurmige und beschädigte Äpfel darunter, die sich nicht lange Lagern lassen.

Als Schwabe tue ich mir schwer, Lebensmittel wegzuwerfen, und so suchte ich nach einer Lösung, was ich mit den Äpfeln kurzfristig machen könnte, bevor sie faulig werden. Tomaten-Apfel-Chili Soße „Fauler Hund“ weiterlesen