Archiv der Kategorie: Religion und Spirituelles

Lesetipp: Manche Glaubensgemeinschaften sind gleicher als andere …


https://www.heise.de/newsticker/meldung/Es-geht-um-die-Nudel-Berufungsverfahren-zu-Spaghettimonster-3761376.html

Soweit ich weiss, sind die Pastafari zumindest in einigen Ländern als Kirche anerkannt …

https://www.welt.de/vermischtes/article160310378/Pastafari-machen-grossen-Schritt-zur-Religion.html

PS: Ich bin Agnostiker, allerdings ziemlich sicher, dass es keine Götter gibt. Somit betrachte ich das aus einiger Distanz und mit Belustigung. Und aus eben diesem Grund finde ich die Kirche der Pastafari wichtig, um entweder dafür zu sorgen, dass auch exotischere Glaubensbekenntnisse als Glauben und Kirche anerkannt werden, oder eben zu zeigen, dass ein Buch und der Glaube an den Inhalt nicht automatisch bedeuten, dass es real oder auch nur entfernt sinnvoll ist.

 

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Magische Silben


Rollenspiele aller Art haben oft Magiesysteme, seien es eine Reihe festgelegter Zauber, die der Spieler aufrufen kann, oder auch flexiblere Systeme.

Dungeon Master z.B. hatte ein System auf Basis von Silben und Symbolen, die zwar letztendlich auch nur Zugriff auf einen Katalog festgelegter Zauber boten, aber für den Spieler durch die Kombinationsmöglichkeiten zumindest den Eindruck eines flexiblen Systems hervorriefen.

Diablo 2/LoD hatte ein System von sogenannten Runenworten, welche die Eigenschaften von Gegenständen stark verbessern konnten. Das Prinzip war dem von Dungeon Master sehr ähnlich. Eine Rune bildete eine Silbe, und die richtige Reihung von Silben ergab ein magisches Wort, das dem damit verzierten Gegenstand magische Kräfte verlieh. Auch hier war die Flexibilität eine scheinbare, alle Runenworte mit ihren Wirkungen waren in einem Katalog hinterlegt. Es gab keine Logik, die aus der Kombination der Runen eine Wirkung ermittelt hätte, die über die Summe der einzelnen Runen hinausging – was ein im Katalog hinterlegtes Runenwort  praktisch immer hatte.

Der Hauptunterschied lag darin, dass in Dungeon Master die Reihung der Silben in Teilen vorgegeben war, weil die Silben in Gruppen angeboten wurden, und man Zaubersprüche immer mit einer Silbe aus der ersten Gruppe beginnen musste, gefolgt von einer Silbe aus der zweiten Gruppe usw., während die Reihung der Runen in Diablo 2 frei war – dennoch wirkte nur die richtige Reihenfolge, die dem Eintrag im Katalog entsprach, als magisches Wort.

Inspiriert von solchen Magiesystemen habe ich mich letztes Wochenende an den Entwurf eigener Symbole und Silben gemacht, und daraus ein kleines Handbuch der Silbenmagie gebastelt. Hier das Deckblatt und die erste Seite:

Magische Silben, Deckblatt
Magische Silben, Deckblatt

Da ich plante, das Dokument auf opengamert.org zu veröffentlichen, habe ich es auf Englisch verfasst. So etwas in einer Fremdsprache zu schreiben ist schwierig, weil man viel von dem Sprachwitz, den man in der Muttersprache beherrscht, in einer erlernten Sprache nicht so leicht zur Anwendung bringen kann.

Magische Silben, Seite 1
Magische Silben, Seite 1

Trotzdem, dass ich denke, auf Deutsch hätte ich den Text besser hinbekommen, bin ich mit dem Ergebnis eigentlich ganz zufrieden.

Das Titelblatt und alle sechs Seiten in hoher Auflösung und den zugehörigen GIMP Dateien mit editierbarem Text habe ich auf opengameart.org als Creative Commons veröffentlich:

http://opengameart.org/content/hajos-incomplete-book-of-magic

Danke auch an den Herausgeber der „Eagle Lake“ Schrifttype, dafür, dass er diese schöne Schrift frei verfügbar gemacht hat.

http://www.1001freefonts.com/eagle_lake.font

Die Märtyrer und die Jungfrauen


Immer wieder wird kolportiert, dass im Islam dem Märtyrer ein Platz im Himmel versprochen wird, und dazu 72 Jungfrauen.

Die Frage die sich mir hier stellt ist folgende: Waren diese 72 Jungfrauen gute Gläubige, und ist es jetzt ein göttliches Geschenk für sie, dem Märtyrer zu Willen zu sein, oder waren sie schlechte Gläubige, und es ist für sie eine Strafe Gottes?

Als Jungfrau fühlte ich mich in beiden Fällen verarscht. War ich eine gute Gläubige, dann werde ich Sexsklavin zur Belohnung. Toll. War ich eine schlechte Gläubige, dann werde ich ebenfalls Sexsklavin. Wunderprächtig.

Da hilft nur: Jungfrauen, sucht euch einen anderen Gott bevor es zu spät ist!

Warum noch an (allmächtige) Götter glauben?


Unlängst wurde ich an Alan Turing erinnert, sein Werk, und sein, aus meiner Sicht, tragischer Tod. Und ich wurde erinnert, was die nach ihm benannte Maschine, das mechanistische Modell des Begriffs „Berechenbarkeit“, für uns bedeutet.

Alles was man prinzipiell berechnen kann, kann man mit einer Turing Maschine berechnen. Sie zeigt uns, was wir sicher wissen können. Fragen, die sich mit einer Turing Maschine nicht beantworten lassen, lassen sich auch auf anderen Wegen nie mit abschließender Sicherheit beantworten. (Siehe: Entscheidbarkeit)

Das ist der eine Pfeiler meiner Argumentation, die Grenze dessen, was man in unserer Welt sicher wissen kann. Ich schreibe hier bewusst „man“ und „in unserer Welt“, weil die mathematischen Beweise, die der Frage nach der Entscheidbarkeit zugrunde liegen, universelle Gültigkeit haben – im Gegensatz zu vielem anderen was als Beweis gehandelt wird, sind mathematische Beweise absolut, wenn etwas mathematisch bewiesen ist, dann gibt es keinen Zweifel mehr, ausser, der Beweis selbst sei fehlerhaft.

Festzustellen ist hier: Unserer Welt enthält Phänomene, die nicht abschliessend beantwortet werden können, weil die Erkenntnisfähigkeit jedweder Logik oder Mathematik dazu nicht ausreicht.

Das führt zum anderen Pfeiler meiner Argumentation – die Frage, ob es überhaup eine Art und Weise geben kann, in unserer Welt zu kompletten Wissen zu gelangen. Es geht nicht, und die Grenze zeigt uns der Gödelsche Unvollständigkeitssatz.

Kurz formuliert hat Gödel gezeigt, dass jede Beschreibung unserer Welt unvollständig oder widersprüchlich sein muss. D.h. egal auf welchem Weg, Vollkommenheit ist in unserer Welt nicht möglich – jedes Konstrukt krankt entweder an Unvollständigkeit oder an inneren Widersprüchen.

Ich denke, Turings Maschine und Gödels Unvollständigkeitssatz definieren die Welt, bzw. die Grenzen der Welt. Sie definieren was man mit Sicherheit wissen kann, und zeigen, dass man nie alles wissen kann, und auch, dass es Grenzen des Tuns gibt – z.B. manifestiert in der Frage, „Kann ein Allmächtiges Wesen einen Stein schaffen, der so schwer ist, dass es ihn nicht heben kann?“ – das ist eine umgangssprachliche Formulierung des Unvollständigkeitsprinzips von Gödel – etwas als allmächtig vorausgesetztes krankt an inneren Widersprüchen, welche die Allmächtigkeit verhindern. D.h. Gödels Satz betrifft nicht nur Mathematik, Logik und Erkenntnis, sondern auch das Handeln.

Etwas weiter gefasst zeigen uns die Erkenntnisse von Turing und Gödel also, dass es in unserer Welt keine allmächtigen Wesen geben kann, weil alles was in unserer Welt existiert, den von Gödel und Turing gefundenen und in der Folge mathematisch bewiesenen Grenzen unterworfen ist. Irgendwo anders, in einer anderen Welt, einer Welt von grundlegend anderer Struktur, mag es allmächtige Wesen geben, aber in unserer Welt nicht – und Einfluss können sie nur nehmen, wenn sie Teil unserer Welt sind oder Teil unserer Welt werden, was ihnen aber wiederum die Allmacht nimmt.

Ich wundere mich, warum trotz der Erkenntnisse von Turing und Gödel, immer noch so viele an allmächtige Götter glauben, und immer noch über Gottesbeweise geredet wird – ich interpretiere die Sätze so, dass es längst beweisen ist, dass Allmacht in diesem Universum nicht möglich ist – für niemanden, und dass damit die Existenz allmächtiger Götter widerlegt ist. Und das liegt nicht am Wesen oder seiner Macht, sondern in der Art und Weise, wie unsere Welt gemacht ist. Und damit liegt ausserhalb der Möglichkeiten dieser Wesen, etwas an diesen Einschränkungen zu ändern – sie müssten unsere Welt durch eine Andere Ersetzen, mit anderen Regeln.

Das schliesst allerdings die Existenz von Wesen nicht aus, die uns stark überlegen sind.

 

Die minimale Annahme


Nur weil es ein paar Dinge gibt, die wir (noch) nicht erklären können, muss man nicht gleich die Existenz eines allmächtigen Wesens annehmen, welches die Welt lenkt.

Es reicht, anzunehmen, dass wir (noch) nicht alles wissen, was zur Erklärung notwendig wäre.

Und es gibt keinen zwingenden Grund, mehr anzunehmen, als diese minimale Annahme.

Frei interpretiert nach dem Sparsamkeitsprinzip.

 

Islam und so …


Gestern las ich in einem Blog, dass muslimische Mädchen sich nicht mehr trauen, in der Öffentlichkeit ein Kopftuch zu tragen, weil sie Angst vor Anfeindungen haben. Dort wurde auf #walkwithme verwiesen, ein Hashtag, mit dem für Solidarität für die verängstigeten muslimischen Mädchen geworben wird. Solidarität ist gut, Empathie ist auch gut. Der Schutz von Frauen ist gesellschaftlich auch sehr hoch bewertet.

Das andere was ich lese sind die Gräueltaten, die von den Glaubenbrüdern dieser muslimischen Mädchen im Namen von Allah begangen werden.

Im Irak. In Syrien. In Pakistan. In Afrika und in vielen anderen Ländern. Islam und so … weiterlesen