Archiv der Kategorie: Soziales und Politik

Meersalz mit Plastikmüll


Immer mal wieder hört man von Fischen, Schildkröten und anderen Meeresbewohnern, die an Plastikmüll verenden.

Daneben dann seit einer Zeit auch, dass der Plastikmüll in den Meeren langsam zerrieben wird, zu sehr kleinen Pastikteilchen, die dennoch nur sehr langsam abgebaut werden.

Und jetzt ist das feine Plastik wieder auf unserem Teller:

https://arstechnica.com/science/2017/05/sullied-seasoning-seas-salts-come-with-a-dash-of-microplastics/

Naja, nicht ganz, aber zumindest Reste den Plastikmülls wurden in den Untersuchten Meersalzproben gefunden:

Zitat: In a survey of 16 sea salts from eight countries, researchers found microplastic particles lurking in all but one. In total, the researchers collected 72 particles from the salts and used micro-Raman spectroscopy to identify their components, which were mainly plastic polymers and pigments.

Grob übersetzt: In einer Untersuchung von 16 Sorten Meersalz aus acht Ländern fanden die Forscher versteckte mikroskopische Plastikpartikel in allen Proben außer einer. Insgesamt fanden die Forscher 72 Plastikteilchen und konnten  durch Micro Raman Spektroskopie herausfinden, dass sie hautpsächlich aus Plastikpolymeren und Pigmenten bestanden.

Nett. Unser Dreck hat uns wieder. Er kommt jetzt auf den Teller, und das auch noch in der Verpackung als Gewürz 🙂

PS: Ganz neu ist das nicht, schon vorher gab es Funde von Plastik in Muscheln und Speisefisch. Es nur ein weiteres Zeichen, dass wir dringend mehr darauf achten müssen, unseren Dreck sorgfältiger wiederzuzverwerten, und den nicht verwertbaren Rest so zu Lagern, dass er keinen Schaden anrichten kann.

 

Arsenbelasteter Reis


Obwohl ich keine Glutenunverträglichkeit habe, lese ich gerne die Berichte zu dem Thema. Einiges habe ich dabei schon gelernt, z.B. dass Hafer vom menschlichen Körper besser verwertet werden kann als andere Getreide, zum Brot backen jedoch ungeeignet ist. Auf jeden Fall sehe ich den Haferbrei jetzt positiver als zuvor und habe auch damit experimentiert, Eintöpfe auf Haferbasis zu kochen – das funktioniert erstaunlich gut, d.h. wer die Nudel aus der Küche verbannen will, z.B. wegen einer Paleo-Diät, dem hilft der Hafer dabei.

Letztes Wochenende bin ich dann über diesen Bericht gestolpert:

https://www.welt.de/kmpkt/article162096978/Wer-sich-glutenfrei-ernaehrt-kann-seine-Gesundheit-gefaehrden.html

Mein erster Gedanke war, „Gefahr durch glutenfreie Ernährung? Braucht der Körper das Gluten jetzt doch?“ Damit lag ich allerdings weit daneben. Der Artikel referiert über Weizenersatz auf Reisbasis, und dass Reis häufig mit Arsen belastet ist.

Zuerst habe ich das als irrelevant für mich abgetan, da ich nicht gezielt solche Produkte kaufe oder verzehre. Ich bin ja etwas langsam im Kopf, deshalb dauerte es eine Weile bis meine Gedanken die Brücke schlugen – ich esse zwar keine der genannten Weizenersatzprodukte, aber ich mag Reis und esse relativ oft Reis. Also betrifft mich die Information über den arsenbelasteten Reis doch, und zwar auf viel direkterem Weg, als der Artikel erzählt hat.

Eine Blitzrecherche ergab – Arsenbelasteter Reis ist ein Thema, und zwar schon seit vielen Jahren.

Hier z.B. ein Bericht von 2004:

https://www.heise.de/tp/features/Bangladesh-Arsen-im-Trinkwasser-Arsen-im-Reis-3437583.html

Dann einer von 2010:
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=98716&bernr=04

Was auch interessant ist, ist ein weiterer Bericht auf welt.de,  wo ich auch den Bericht über die Glutenersatzprodukte gefunden hatte – die Menge Arsen, die man mit dem Reis zu sich nimmt, hängt von der Zubereitung ab. Man kann das Arsen zu einem Teil auswaschen, aber was man dabei an nützlichen Mineralien ebenfalls auswäscht, wird mal wieder nicht gesagt:

https://www.welt.de/wissenschaft/ernaehrung/article161928070/Bei-Reis-entscheiden-Sorte-und-Zubereitung-ueber-Giftigkeit.html

So richtig gefällt mir das immer noch nicht. Millionen Menschen ernähren sich von Reis. Wie viele davon wissen um das Problem, und wie man das Arsen im Reis reduzieren kann? Und Arsen ist auf vielen Wegen giftig. Im Mittelalter war es eine Zeitlang sehr beliebt, um ungeliebte Menschen umzubringen. Die Giftigkeit hat seitdem nicht abgenommen, und ich bezweifle, dass der Koch in der Kantine Zeit und Muse hat, den Reis eine Nacht lang zu wässern, um das Arsen auszuwaschen, oder der Einkauf dort darauf bedacht ist, besonders arsenarme Reissorten zu kaufen – die kaufen mit fast 100% Sicherheit den jeweils günstigten.

Ich glaube ich bleibe beim Hafer als Weizenersatz. Bis dann der Bericht kommt, mit was der Hafer alles verseucht ist. Z.B. mit Glyphosat – das ist mit einiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls krebserregend:

http://www.deutschlandfunk.de/glyphosat-rueckstaende-in-mehl-broetchen-und-haferflocken.697.de.html?dram:article_id=218620

Schöne neue Welt.

Tradition schlägt Moderne oder die Rückkehr der Falknerei


Scheinbar sind Drohnen nicht nur für privat ein Ärgernis, auch die Polizei macht sich Gedanken, wie man den Drohnen Herr werden kann.

Die niederländische Polizei setzt dabei auf Adler:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gefiederte-Drohnenabwehr-Niederlaendische-Polizei-trainiert-Adler-3088707.html

Ein bischen Sorgen mache ich mir schon, wie es dem Adler geht wenn er mit den Krallen in die Rotoren kommt, aber ein Adler hat ganz sicher das Talent, Fliegzeugs aller Art abzufangen.

 

 

 

Gefährliche Bücher


Diese Tage bin ich über ein Plakat an der S-Bahn Haltstelle Stuttgart Vahingen gestolpert, besser gesagt, die Aussage des Plakats, dass Bücher gefährlich sein können.

Plakat des Spiegel-Verlages an der S-Bahn Haltstelle Stuttgart-Vahingen, aufgenommen am 26.01.2016
Plakat des Spiegel-Verlages an der S-Bahn Haltstelle Stuttgart-Vahingen, aufgenommen am 26.01.2016

Die Ansicht, dass Bücher gefährlich sein können hat Tradition. Immer wieder wurden Bücher verboten, gar verbrannt. Und es ist nur schwer abzustreiten, dass die Versuchung groß ist, missliebige Gedanken, die in Büchern publiziert wurden, auf diesem Weg unsichtbar zu machen, oder gar aus der Welt zu schaffen.

Das Schwierige hieran ist, wer entscheidet, welche Bücher gefährlich sind, welche erlaubt sind, und welche verboten werden. Und auf Grund welcher Kriterien solche Entscheidungen gefällt werden. D.h. die Frage ist, wem wir solche Entscheidungen zutrauen, und wem wir die Macht geben wollen solche Entscheidungen zu treffen. Dem Staat? Dem Spiegel Verlag? Oder jemand anderem? Oder gar keinem?

Das andere Problem ist die Frage, betrachtet man das Publikum als mündig, oder als unmündig? Wer Bücher verbietet, der impliziert dadurch, dass er besser weiß als die anderen, was richtig ist und was falsch ist. Er impliziert auch, dass die Leser nicht in der Lage sind, mit solchen Büchern  umzugehen. Kurz, dass die Leute zu dumm und unfähig sind mit sogenannten gefährlichen Büchern umzugehen.

Das Plakat bereitet mir deshalb Unbehagen auf dreierlei Weisen:

  1. Der Spiegel Verlag ist ein Unternehmen, privat und kommerziell ausgerichtet. Er hat keinerlei demokratische Legitimation, wurde nicht gewählt und ist deshalb nicht in der Position, als Vertreter des Volkes aufzutreten, und damit auch nicht in der Position, zu beurteilen welche Bücher dem Volk vorenthalten werden müssen, weil sie angeblich zu gefährlich sind.
  2. Ich finde es bedenklich, dass gerade ein Verlag, der an sich die Verbreitung von Informationen als Geschäftsmodell hat, hier ziemlich unverhohlen auf „notwendige“ Zensur hinweist. Das ist im Prinzip genau das Gegenteil des kleingedruckten „Keine Angst vor der Wahrheit“ – die Sortierung der Bücher nach gefährlichen und ungefährlichen ist der Wahrheit nicht dienlich. Wahrheit entsteht nicht, indem man bestimmte Informationen unterdrückt.
  3. Es gefällt mir nicht, dass der Verlag impliziert, die meisten Leser seien unfähig mit gefährlichen Büchern umzugehen – dass man die Leser zumindest an der Hand nehmen und führen muss, oder, drastischer, dass man die Leser mit gefährlichen Büchern gar nicht in Kontakt kommen lassen darf – weil die Leser dumm, unfähig und unmündig sind.

Jetzt gibt es die Möglichkeit, dass ich das Plakat komplett falsch verstanden habe. Dann ist das Problem, dass vermutlich auch Andere das Plakat ebenso falsch verstehen. Und auch in diesem Fall ist das Plakat problematisch, weil es ungewollt falsche Ideen in die Köpfe der Menschen pflanzt.

Insgesamt war mein Unwohlsein jedenfalls so groß, dass es mich trieb, das Thema hier in meinem Blog anzusprechen und zur Diskussion zu stellen.

Die AFD und die Schmuddelecke


In fast allen Berichten, die ich so zu Gesicht bekomme, wird die AFD gerne in die Schmuddelecke der Politik gestellt. Vielleicht auch in der Hoffnung, der Leser werde die AFD dann eher nicht wählen, weil man sonst ja selber in der Schmuddelecke stehen müsste.

Sciencefiles.org hat unlängst unter seinen Lesern eine Umfrage gestartet, um die Tendenzen von Wechselwählern zu erforschen:

Den etablierten Parteien laufen die Hochgebildeten davon

Die Umfrage ist vermutlich nicht repräsentativ, aber dennoch interessant – in der untersuchten Stichprobe sind es vor allem die gut Ausgebildeten, gut Verdienenden, die von etablierten Parteien zur AFD wechseln.

Ein Schelm wer jetzt böses denkt, dass es gerade diejenigen sind, die selbständiges Denken gewohnt sind, die jetzt zur AFD wechseln? Diejenigen die nicht an materieller Not leiden, und deshalb weitgehend frei entscheiden können? Die sich eine eigene Meinung bilden, und sich nicht von der Schmuddelecke bange machen lassen, sondern eben dorthin gehen, wo es eben iher eigenen Meinung nach richtig ist?

Interessant ist es auf jeden Fall.

Auch die Umfrage dazu – ich habe interessehalber auch teilgenommen, und muss sagen, die Fragestellung ist hervorragend gestaltet in Bezug zu dem was ausgewertet werden soll. Auch wenn die Stichprobe klein ist, und Sciencefiles-Leser nicht den Durchschnitt der Bevölkerung abbilden, die Auswertung der Ergebnisse ist für diese Stichprobe vermutlich hieb- und stichfest.

 

Lesetipp: Menschenrechte im Original


Man hört viel von den Menschenrechten, dass sie geachtet werden, oder auch nicht. Vielleicht geht es dem einen oder anderen so wie mir, dass er nie den originalen Text gelesen hat, und nur eine schwammige Vorstellung davon hat, was die Menschenrechte genau aussagen.

Deshalb hier der Link zum Original der UN:

http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf

Im Gegensatz zu manch anderen Gesetzestexten ist das gut lesbar und verständlich.

Was für eine Art von Flucht ist das?


Immer wieder liest man, dass vor allem junge Männer unter den Flüchtlingen sind, die Deutschland in diesen Wochen und Monaten erreichen.

Man liest dann auch, dass diese Männer die Familie „nachholen“ wollen.

Ich frage mich, was für eine Art von Flucht ist das, wenn der Mann sich in ein fremdes Land aufmacht, und Frau und Kinder allein zurücklässt. Zurücklässt in Gefahr, muss man annehmen, denn wenn da keine Gefahr wäre, dann müsste man nicht fliehen.

Irgendwie will in meinem Kopf das nicht zusammenpassen. Man flieht aus einem Bürgerkriegsgebiet, lässt aber Frau und Kinder im Bombenhagel zurück, um sie dann später nachzuholen (falls sie noch am Leben sind)?

Aus dem zweiten Weltkrieg finde ich Bilder von Trecks, wo ganze Dörfer mit Mann und Maus, Kind und Kegel, die ganze Familie und eventuell noch ein Haustier vor dem Krieg geflohen sind. Da blieb niemand zurück, denn man später nacholen wollte. Denn sie wären später tot gewesen. Wer zurück blieb, war meist zu alt oder zu krank für die Flucht, und hatte mit dem Leben notgedrungen abgeschlossen.

Um so weniger verstehe ich das Zurücklassen der Familie in Gebieten aus denen man aus Gefahr um das Leben fliehen muss.

Oder fliehen diese Flüchtlinge gar nicht? Sind die Familien dort, wo sie hergekommen sind, etwa sicher? Sicher genug, um ohne Mord, Vergewaltigung durch Banditen, Milizen, Söldner oder Soldaten dort zu bleiben?

Wenn es dort so sicher ist, dass man Frauen, die im Allgemeinen gerade wegen Vergewaltigungen besonders gefährdet sind, dort zurücklassen kann, dann frage ich mich, ob eine Aufnahme der geflohenen Männer als Asylanten gerechtfertigt ist. Denn entweder erreicht uns dann feiges Pack, das seine Familie in Lebensgefahr zurücklässt um die eigene Haut zu retten, oder Betrüger, da es für die Familie in der Heimat sicher genug ist. Sonst kämen nicht vorwiegend junge Männer, sondern Familien mit Sack und Pack, vom Opa bis zum Enkel.

Geflohene, unverheiratete Männer nehme ich logischerweise von der Argumentation aus, und ich muss zuegeben, ich weiss nicht wie groß der Anteil ist. Aber ich weiss, dann in den Ländern aus denen viele der Flüchtlinge kommen, eher früh und sehr regelmässig geheiratet, oder (zwangs-)verheiratet wird. „Singles“ in unserem Sinn werden in den dortigen Kulturkreisen sehr gering geschätzt, und (fast) niemand will das freiwillig sein.