Archiv der Kategorie: Soziales und Politik

Skripal, Beweise, Laienregierung


Hadmut Danisch spricht gerne von „Laienregierung“, wenn er unsere Regierung meint. Dieser Artikel über die Beweislage zum Fall Skripal/Nowitschok sagt im Prinzip das selbe:

https://www.heise.de/tp/features/Bundesregierung-hat-keinerlei-Beweise-fuer-Skripal-Fall-4072810.html

Man wusste nichts, machte aber einfach mal alles nach, was die anderen vormachten. Und jetzt muss man mit der Blamage irgendwie umgehen. Vertuschen wird die Antwort sein.

PS: Dieser Forumskommentar bringt es auf den Punkt, was anständigerweise jetzt zu wäre:

https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Bundesregierung-hat-keinerlei-Beweise-fuer-Skripal-Fall/Na-dann-offizielle-Entschuldigung-der-Bundesregierung-un-Ersuchen-an-die-Russen/posting-32490662/show/

Bin gespant, ob unsere Politiker das Herz und das Rückgrat dafür haben. Wäre aber schön.

 

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Gute Ideen aufnehmen – selbst entscheiden, was wichtig ist


Dushan Wegener schrieb unlängst,

Gerade deshalb ist wichtig: Freiheit beginnt mit dem Wort »Nein«. Beispielsatz: »Nein, Frau Kanzlerin, liebe Grüne, liebe Nachrichtensprecher und Vordenker, ich lasse mir von euch nicht vorschreiben, was mir wichtig ist.«

Quelle: https://dushanwegner.com/die-freiheit-nehm-ich-mir/

Das „Nein“ steht nicht generell für Freiheit, es ist auch das Wort der Verbote. Aber die Idee, selber zu denken, seine eigenen Prioritäten zu setzen, und der Raum das auch tun zu dürfen und können, das ist die Freiheit, die dieses Nein hier zu erringen sucht.

Wer selber denkt, macht auch Fehler. Aber er hat zumindest die Chance, nicht jeder Dummheit nachzulaufen und es beim nächsten Versuch besser zu machen. Dumm ist nicht wer Fehler macht. Dumm ist wer nichts aus Fehlern lernt. Am lehrreichsten sind Fehler die man selber macht.

Ansonsten kann ich nur empfehlen, ältere und alte Bücher zu studieren, und zu sehen welche Ideen sich bewährt haben und welche „auf dem Müllhaufen der Geschichte“ gelandet sind. Man muss nicht alles selber ausprobieren, es ist durchaus eine gute Idee von dem zu lernen, was schon gedacht und ausprobiert wurde. Und seit der Erfindung der Schrift vor rund 5000 wurde vieles gedacht, ausprobiert und niedergeschrieben.

König Hammurabi ist z.B. noch heute nach fast 3800 Jahren ein Begriff, weil er die Idee hatte, landesweit einheitliche Gesetze zu erlassen und sie niederzuschreiben und öffentlich auszulegen, damit jeder sie nachlesen und sich darauf berufen kann.

Oder Ramses II der trotz allen Propagandanebels um seinen Sieg, der vermutlich eher eine Niederlage war, den weltweit ersten schriftlichen Friedensvertrag vorweisen kann, der dann tatsächlich Jahrzehnte Frieden und damit Handel brachte, von dem beide Seiten profitierten. Das war vor rund 3200 Jahren.

Auch die Römer hatten gute Ideen, „Beide Seiten müssen gehört werden„, als Regel des Rechts, die sich Jahrhunderte bewährt hat, bis man dann auf die Idee kam Leute per Drohne zu exekutieren, bevor sie eine Chance haben, ihre Sicht der Dinge in einem Gerichtsverfahren darzulegen.

Es lohnt sich das alte Zeugs zu lesen, und sich dann seine eigene Meinung zu bilden. Die Leute damals hatten vielleicht nicht unsere Technik, doof waren sie deswegen noch lange nicht. Ich habe absichtlich einige der ältesten Begebenheiten aufgelistet, die mir in den Sinn kamen und heute noch für relevant betrachtet werden, um gerade das zu zeigen – auch eine knapp 4000 Jahre alte Idee kann für uns heute lehrreich sein. Zugegeben, es wurde auch viel Müll erdacht und niedergeschrieben, aber das zeigt uns wenigstens, was nichts getaugt hat und was wir besser nicht nachmachen sollten.

Wir standen auf den Schultern von Giganten

Ich bin nicht sicher über die Quelle dieses Zitats, aber die Botschaft ist klar – wer von den großen profitiert, kann weiter sehen. Seien es „große“ Wissenschaftler oder Philosophen, Juristen oder Handelstreibende – so viele gute Ideen wurden schon gedacht und niedergeschrieben. Nutzen wir es. Auch der Zwerg wird auf der Schulter des Riesen weit blicken können.

 

Haupstädte sind Lokomotiven … für die meisten Länder


Heute gefunden:

Berlin ist die einzige Hauptstadt in Europa, die das Umland Geld kostet. Gäbe es Berlin von heute auf morgen nicht mehr, Deutschland hätte 0.2% des gesamten Bruttosozialproduktes eines Jahres mehr zu verteilen. Andere Länder könnten sich das plötzlich Verschwinden ihrer Hauptstadt nicht leisten. Das britische Bruttosozialprodukt würde ohne London um 11,2% sinken, das französische ohne Paris um 15%, dass Tschechische ohne Prag um 14,2% und das griechische ohne Athen um 19.9%. Europäische Hauptstädte generieren in der Regel einen Mehrwert für ihr Land, nur Berlin nicht. Berlin kostet Geld, es bringt keines.

Quelle: https://sciencefiles.org/2018/04/15/berlin-mietenwahnsinn-in-rudis-resterampe/

Deutschland war schon immer etwas anders im Herzen Europas bzw. da gibt es wohl mehr Probleme als nur einen fehlgeplanten Flughafen.

 

Lesetipp: Es fehlt am Positiven


Scheinbar bekommt einer meiner Lieblingsblogger vermehrt Zuschriften, dass er nur noch schlechtes über die Welt berichtet. Er antwortet darauf, dass sich ihm im Moment nur noch wenig positives zeigt, und alles was wichtig scheint, negativ ist:

http://www.danisch.de/blog/2018/04/08/nichts-positives/

Was mich jetzt aber fast umgehauen hat ist dieses:

http://www.danisch.de/blog/2018/04/08/und-wo-bleibt-das-positive-herr-kaestner/

Das Problem hatte schon mal jemand, und kein ganz unbekannter. Damals begannen kurz danach ganz schlechte Zeiten. Hoffen wir mal, dass es uns nicht auch so ergeht … ist Hoffnung das einzig Positive das uns noch bleibt?

Ich bin ja von Natur aus Pessimist und meist dazu noch depressiv. Aber abseits von Kunst, Kultur und auf der ganz anderen Seite, Fortschritte in der Forschung, hat auch für mich die Welt im Moment nicht viel positives zu bieten, und ich flüchte mal wieder in Fantasiewelten, sei es Grafik oder Rollenspiel.

Immerhin, es ist Frühling. Die vermutlich beste Jahreszeit für positive Gedanken.

Primeln
Primeln
Tulpen
Tulpen

Also, freuen wir uns an den kleinen Dingen, so lange der Ernst der Lage es uns noch erlaubt.

 

Un-Bildung


Neulich hatte ich es von den Hauptschulen in Bremen, aber scheinbar wird auch bei den Doktorarbeiten … durchgewunken?

http://www.danisch.de/blog/2018/03/24/die-witzdissertation-der-bahnvorstaendin-sabina-jeschke/

Ich hatte das so in Erinnerung, dass eine Diplomarbeit die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten nachweisen soll, und die Doktorarbeit dazu noch ein neuartiges Thema beackern muss, um zu zeigen, dass man die Wissenschaft auch voran bringen kann. Denn sonst wäre man nur ein besserer Archivar, der bestehendes Wissen zusammenträgt.

Hoffen wir mal, dass die von Bahnwesen mehr versteht als … oder, ne, ich glaub’s nicht wirklich. Bekannte von mir haben Verkehrswesen studiert … warum stellt man da nicht jemanden vom Fach ein?

Deutschland, quo vadis?

Deutschlands Rohstoff ist Erfindergeist und Schaffenskraft


Irgendwann in der Schule wurde mir erklärt, dass Deutschland keine nennenswerten Bodenschätze oder andere Rohstoffe hat, die man gewinnbringend verkaufen könnte, und dass es unsere einzige Chance ist, gute Produkte herzustellen, die wir teurer verkaufen können, als die Rohstoffe, die zur Produktion notwendig sind (und die wir Mangels eigener Rohstoffe oft importieren müssen).

Da es beim Verkauf von Produkten einen inzwischen weltweiten Wettbewerb gibt, hat man zwei Möglichkeiten: man kann billiger anbieten als die Mitbewerber, oder so gute Produkte anbieten, dass es praktische keine Mitbewerber mehr gibt.

Billig zu produzieren funktioniert in Deutschland zwar seit Harz IV erstaunlich gut, aber mein Lehrer war damals eher der Meinung, unsere Entscheidung sollte auf höchstklassige Produkte lauten, der Ramschmarkt gibt einfach nicht genug her. Ich stimme ihm hier voll zu, und damit komme ich jetzt zum eigentlichen Thema.

Um hochwertige Produkte zu fertigen, höherwertige als die Mitbewerber, braucht man gut ausgebildete Leute. Egal, ob Designer, Techniker oder Entwickler, ohne gute Ausbildung, ohne das Hirn, hat Deutschland eben nichts, was andere Länder nicht auch hätten. „Billig“ können die anderen auch.

Und nun lese ich das hier:

https://sciencefiles.org/2018/03/21/systematische-zerstorung-fluchtlinge-bekommen-in-bremen-den-hauptschulabschluss-geschenkt/

Scheinbar hat man die Schulbildung zumindest in Bremen jetzt aufgegeben. Es geht nicht mehr darum, Ziele zu erreichen, sondern nur noch darum, das, was da ist, einzuteilen. Das ist aber nicht der Sinn der Schule. Die soll Schüler fit machen für das Leben, und dazu gehört eben auch das Arbeitsleben. Auch ein einfacher Handwerker braucht Mathe und Deutsch, der muss auch mal ausrechnen wie viel Material er für eine Aufgabe braucht, muss mal einen Brief schreiben oder etwas Lesen.

Meine Prognose: So wird das nichts mit der Zukunft von Deutschland. Wir brauchen richtig gute Leute, einige ganz in der Spitze, als Erfinder und Treiber neuer Entwicklungen, aber auch in der Breite, denn die Qualität der Produkte hängt an jedem einzelnen Arbeiter. Wie oben gesagt, billig können viele.  Da gehen wir über kurz oder lang unter.

PS: Gilt analog auch für Dienstleistungen.

 

Lesetipp: Über die Motivation von Wissenschaftlern, Irrtümer abzustreiten


Die ScienceFiles Redaktion hat sehr interessante Gedanken publiziert, warum Wissenschaftler immer wieder an Theorien festhalten, obwohl sich über die Zeit viele Hinweise angesammelt haben, dass die Theorie einer Korrektur bedarf:

https://sciencefiles.org/2018/03/14/heftige-kritik-an-klimaalarmisten-kritik-ernst-nehmen-nicht-unterdrucken/#comment-91940

Machterhalt. Bewahrung der Reputation.

Das sind so starke Motivatoren, das glaube ich sofort. Vielleicht müsste man noch Stolz und Kränkung mit dazu nehmen. Das kann für bestimmte Persönlichkeitstypen noch schwerer wiegen, als Macht und Reputation allein.