Archiv der Kategorie: Technik

Heizung für die Fische


An Land wissen sie nicht mehr wohin mit der Abwärme der Rechner, dafür heizt man jetzt den Fischen auch ein bisschen ein.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Microsoft-versenkt-Rechenzentrum-im-Meer-4075442.html

Technische gesehen jedoch, clever. Wasser hat eine viel höhere Wärmekapazitat und -leitfähigkeit als Luft.

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Übungen in Metallurgie, Teil 2


Dreit Jahre ist es her, seit dem ich plante, einen besseren Schmelzofen zu bauen, und jetzt endlich ist es wahr geworden. Immer noch etwas behelfsmässig, aber diesmal aus den Gasbetonsteinen, die mir ein Kollege damals empfohlen hatte:

Der neue Schmelzofen
Der neue Schmelzofen

Mit Hilfe des alten Föns kam die Kohle dann recht schnell zum brennen.

Schmelzofen gezündet
Schmelzofen gezündet

Und hat dann noch etwas zugelegt.

Es brennt!
Es brennt!

Aber bald entwickelte sich eine schöne Glut ohne viel Flammen, und die Mischung aus Kupfer und Aluminium im Tiegel begann zu schmelzen.

Bronze schmilzt im Tiegel
Bronze schmilzt im Tiegel

Den Tiegel aus dem Ofen zu fischen stellte sich als Herausforderung dar. Ohne Schutz kam ich nicht näher als bis auf einen halben Meter an den Ofen, und die Rohrzange, die ich bereit gelegt hatte, war zu kurz. Für den nächsten Versuch muss eine längere Tiegelzange basteln. Bandstahl dafür habe ich schon mal gekauft.

Hier dann der Tiegel, die Bronze am Boden glüht noch etwas nach.

Bronze glüht nach
Bronze glüht nach

Leider ist etwas Kohle in den Tiegel gefallen und hat die Bronze verunreinigt. Das erschmolzene Nugget hat aber einen ganz eigenen Reiz. Vielleicht mache ich einen Anhänger daraus, sozusagen als Trophäe für den ersten erfolgreichen Schmelzversuch mit dem neuen Ofen.

Bronze
Bronze

Als nächstes werde ich versuchen, eine größere Menge an Bronze zu schmelzen, damit ich einen Guss versuchen kann. Die Frage, wie ich zu einem größeren Tiegel komme ist noch offen.

Die Gasbetonsteine sind allerdings nicht ganz feuerfest. An den Stellen, die wirklich heiß geworden sind, ist das Material geschrumpft und spröde und rissig geworden

Doch nicht ganz so feuerfest
Doch nicht ganz so feuerfest

Das heisst, ich werde Teile des Ofens immer wieder neu aufbauen müssen, da sie nach und nach den Geist aufgeben. Aber im Moment freue ich mich, das war das erste Mal, dass es mir gelungen ist, goldene Aluminiumbronze zu erschmelzen, d.h. mit einem höheren Kupferanteil und einem Schmelzpunkt von etwas über 1000°.

 

Wandmalerei 2018


Gerade gesehen, ein Roboter der Wände bemalt:

https://11k2.wordpress.com/2018/04/30/scribit-bemalt-tisch-und-waende/

Das hatte ich auch schon mal gebrauchen können. Aber ich glaube für privat lohnt sich der Bot dann doch nicht. Man hat nicht so viele freie Wände und die für eine neues Bild zwischendurch immer wieder neu weiß zu grundieren ist auch nicht so der Spass.

Als großformatiger Plotter scheint sich der Bot auch zu eignen. Gibt es dafür im Privathaushalt bedarf?

 

Teufel, Weihwasser und Star Wars


Bislang hatte ich Star Wars immer gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Allerdings wollte ich gerne mal wieder an einem länger laufenden Rollenspiel teilnehmen und das einzige „Angebot“ war im Star Wars Universum platziert. Also habe ich gedacht, guckst Du mal was es auf Youtube so gibt, um ein bischen was zu wissen wenn ich da mitmache. Unterhaltsam, aber vieles, vieles, was ich da gesehen habe hat den Ingenieur in mir arg gestört, und nicht nur den Ingenieur.

In den „Clone Wars“ Folgen gibt es eine Droidenarmee. Die sind zwar bescheuert doof und als Kampfroboter meiner Meinung nach mehrheitlich komplette Fehlkonstruktionen, aber eine der Konstruktionen hat mich dann doch gereizt. Ich konnte es nicht lassen und habe eine verbesserte Version samt Produktpräsentation gebastelt:

Hailstormer HLST-07 Missile Droid
Hailstormer HLST-07 Missile Droid

Ich denke immer noch, dass solche zweirädrigen Konstruktionen große Probleme beim Beschleunigen und Bremsen haben (-> Fehlkonstruktion), ästhetisch reizvoll ist die Bauform allerdings.

Immerhin hat meine Konstruktion jetzt schwenkbare Raketenwerfer und muss nicht stur auf den Feind zuhalten, was für einen Fernkämpfer blödsinnig ist, sondern kann auch parallel zur Frontline fahren und trotzdem schießen. Durch die Bewegung seitlich im Vergleich zum Feind ist der Droide selbst auch schwerer zu treffen.

Das Periskop war mehr eine Laune meinerseits, das Argument, dass der Droide damit weiter sieht und Ziele in der Ferne besser anvisieren kann, bleibt jedoch. Es gilt vor allem, wenn der Droide sich seitwärts zur Frontline bewegt und der starre Körperbau sonst keinen Blick zur Seite erlaubt.

Und zuletzt etwas, was ich an den originalen Droiden nie verstanden habe – die sind struntzdumm (das ist bei mobiler KI verständlich), aber warum kam keiner auf die Idee, eine leistungsfähigere KI in einem Kommandozentrum hinter der Front per verschlüsselter Funkverbindung die Droiden zu steuern oder wenigstens zu unterstützen? Also habe ich meiner Version mal eine Antenne für diesen Zweck spendiert.

Was mich auch wundert ist, warum solche Konstruktionen in Star Wars „droid“ genannt werden. Meines Wissens nach ist das die Kurzform von Android, das kommt aus dem griechischen und meint grob, geformt wie ein Mensch.

Wikipedia: „Androide […] ist die Bezeichnung für ein Maschinenwesen bzw. einen Roboter, der einem Menschen täuschend ähnlich sieht und sich menschenähnlich verhält.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Androide

Der „Hailfire Droid„, der hier Vorbild stand ist weder geformt wie ein Mensch noch verhält er sich wie einer.

Star Wars ist unterhaltsam, genauer nachdenken darf man darüber aber nicht …

PS: Wen das Wortspiel im Text von wegen „Techno Union“, und „Rave Society Heavy Technologies“ wundert, der guckt mal hier, https://www.youtube.com/watch?v=s4lyelymLac

Lesetipp: Produktivitätssabotage


Ich hatte keine Ahnung, dass es so etwas wie eine Anleitung dafür gibt, systematisch die Produktivität einer Verwaltung zu unterminieren. Der Autor hier wusste davon, und hat die Effekte in der modernsten Technik zur angeblichen Produktivitätsteigerung wiedererkannt:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/KI-Assistenten-Die-Suche-nach-Passierschein-A38-im-Buero-4-0-3996162.html

Was es nicht alles gibt …

 

Feinstaubquellen, Feinstaubsorten und das Diesel-Fahrverbot


Feinstaub ist im Moment in aller Munde, und es wird viel auf die Autos geschimpft, besonders auf den Diesel. Ich war mal stark an Chemie interessiert, auch an Physik, und es stört mich dass Feinstaub so undifferenziert betrachtet wird. Das sind ganz unterschiedliche Partikel, nicht nur von der Größe her, nach denen sie normalerweise klassifiziert werden sondern auch der Form nach, und vor allem der Substanz aus der sie bestehen. Der letzte Punkt ist derjenige warum ich diesen Artikel schreibe, manche Substanzen sind einfach gefährlicher als andere, aber in der Diskussion wird nur die Gesamtmenge des Staubs betrachtet, weil es dafür Grenzwerte gibt.

Zum Beispiel sind unsere geliebten Wälder ganz natürliche Feiunstaubquellen. Es sind aber andere Substanzen als die von den Autos abgegebenen. Dennoch sind nicht alle davon gesund, aber scheinbar hat sich der Mensch daran angepasst, bzw, die Evolution hat einfach alle aussortiert die durch natürliche Feinstäube zu früh gestorben sind, um sich vermehren zu können.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass Feinstaub in erster Linie durch den Menschen verursacht wird, stammen grob geschätzt mehr als 85% der weltweit in die Atmosphäre eingetragenen Feinstaubmasse aus natürlichen Quellen. Neben den Ozeanen und Wüsten sind auch Wälder regional wichtige Quellen für Feinstaub.

Jedem ist der typische Nadelwaldduft während eines Waldspaziergangs vertraut. Dieser Duft ist eine komplexe Mischung verschiedenster chemischer Verbindungen, die von den Bäumen und anderen Pflanzen in die Luft abgegeben werden.

Quelle: http://www.schattenblick.de/infopool/umwelt/klima/uklfo366.html

Zurück zu den Autos. Die Motoren sind weder die einzige noch die größte Feinstubquelle:

In Stuttgart wurden 2015 durch Autos jeden Tag rund 475 Kilogramm Feinstaub freigesetzt. Davon entstehen rund 77 Kilogramm durch die Abgase. Rund 398 Kilogramm, also etwa 84 Prozent, entstehen aber durch den Abrieb von Reifen, Bremsen und durch Wiederaufwirbelung …

Quelle: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.dekra-auto-chef-zu-feinstaub-in-stuttgart-es-gibt-besseres-als-fahrverbote.facef8e6-6e05-4a6b-8684-db78c242c5c2.html

Und jetzt wird’s knifflig. Dieselruß ist oft mit aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen „verseucht“, die zum größten Teil im Verdacht stehen, krebserregend zu sein, für manche wie Benzol ist das seit langem bewiesen. Solche Stäube halte ich für sehr ungesund. Aber sie sind gleichzeitig auch ein relativ geringer Anteil, und, was mich besonders ärgert, sie wären mit einer guten Abgasreinigung fast vollständig vermeidbar. Großdiesel wie in neuen LKWs sind kurioserweise mit leistungsfähigen Abgasreinigungsanlagen versehen, wärend man bei Diesel PKW daran gespart hat.

Gummiabrieb betrachte ich als ähnlich schädlich wie Rußpartikel, aus einem einfachen Grund – die schwarze Farbe der Gummireifen kommt von Rußpartikeln, die man dem Gummi zusetzt. D.h. da ist schon wieder Ruß dabei, aber schwer zu sagen, aus welchen Quellen der Ruß stammt.

Z.B. Ruß von Holz ist auch nicht ganz ohne:

Das Heizen mit Holz verursacht, auch wenn es sachgerecht vorgenommen wird, deutlich größere luftverschmutzende Emissionen als andere Energieträger wie Heizöl oder Erdgas. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es in einigen Wohngebieten zu kurzzeitigen Belastungen mit Feinstaub und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) kommen kann – insbesondere dann, wenn in einem Wohngebiet viele Holzöfen und Kamine gleichzeitig betrieben werden

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/emissionen-aus-kleinfeuerungsanlagen-in#textpart-2

Oft werden die Bremsen als weitere Quelle von bösem Feinstaub angeführt:

Statt Abgasen sind Reifen und Bremsen eine Hauptquelle von Feinstaub

Quelle: http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-02/feinstaub-motoren-luftverschmutzung-reifen-abrieb-bremsen

Um ehrlich zu sein, mit den Überlegungen zum Bremsenabrieb begann dieser Artikel in meinem Kopf zu reifen. Ich muss zugeben, mein KFZ Fachwissen ist veraltet, weil ich als Jugendlicher als den bereits alten Büchern meines Vaters gelernt habe, und das jetzt auch schon wieder 30 Jahre her ist. Ich hatte damals gelernt, dass Bremsscheiben und -backen aus Grauguss sind, eine Legierung hauptsächlich aus Eisen und Grafit. Und zumindest der Eisenanteil sollte, selbst wenn er eingeatmet wird, vom Körper gut abbaubar sein, und damit gesundheitlich ein viel geringeres Problem als Dieselruß.

Für meine Heimatstadt Stuttgart gibt es eine grobe Schätzung, dass 30% des menschgemachten Feinstaubs von der Industrie kommen (was für Stäube das sind, wird nie erklärt), 30% aus Heizungsanlagen, 30% vom Verkehr, und 10% aus anderen Quellen.

Von den 30% vom Verkehr ist viel Bremse und Reifen, sowie Dreck von der Fahrbahn, und wiederum nur 15% von den Motoren.

D.h. insgesamt beträgt der Anteil der Motoren etwa 4,5% am Gesamtfeinstaub.

Und jetzt kommen sie mit Fahrverboten für Diesel. Ehrlich, wer glaubt, dass das etwas bringt? Rund 60% kommen sowieso aus anderen Quellen als dem Verkehr, 85% der Stäube aus dem Verkehr kommen nicht vom Motor, sondern von Bremsen, Reifen und Fahrbahn, einige dieser Stäube (Eisen der Bremsen) sind vemutlich relativ harmlos, während die Industriestäube praktisch gar nicht diskutiert werden, und mit 30% anteilmäßig mindestens so schlimm sind wie der gesamte Verkehr.

Meine Vorhersage: Ein Fahrverbot bringt so wenig, dass in Stuttgart weiterhin alle Grenzwerte gerissen werden. Aber die Politik kann behaupten, sie tut was . Nun ja, sie ärgert zumindest die Dieselfahrer, so viel ist sicher. Ob es der Luft hilft? Ich glaub’s nicht.