Technikfeindlichkeit oder Technikmüdigkeit?


Ich bin gerade in einem Blog über folgende Aussage gestolpert:

Eine der Triebkräfte, die zu der feindlichen Haltung gegenüber Fortschritt, Wissen und Erkenntnis führt, von der wir hier schreiben, ist eine Technikfeindlichkeit, die in Deutschland tief verwurzelt zu sein scheint und periodisch an die Oberfläche gespült wird.

Quelle: http://sciencefiles.org/2014/06/29/willkommen-in-der-wissenschaftsfreien-nach-moderne/ Technikfeindlichkeit oder Technikmüdigkeit? weiterlesen

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Bonsaiträume


Ein Auslöser für die Arbeit an der Lichtkammer waren Bilder von Landschaften mit Bonsais, die ich im Internet gefunden hatte. Und während ich immer noch denke, dass es viel zu Zeitaufwendig ist, alle Plätze in der Kammer mit Bonsai zu besetzen, möchte ich dennoch auch etwas mit Bonsai experimentieren.

Die erste Lektion, die ich lernen musste – schnell geht bei Bonsai gar nichts, ausser das kaputtmachen. Locker lassen will ich dennoch nicht, und ich habe begonnen Kandidaten zu sammeln, für Zimmer und Freiland-Bonsai.

Der erste Kandidat ist ein Steckling eines Ficus Benjamina.

Ficus Benjamina
Ficus Benjamina

Der Benjamini soll tatsächlich Teil der Lichtkammer werden, hinten rechts in der Ecke, wo im Moment das Alpenveilchen steht. Die Neigung des Stamms ist beabsichtigt, der Plan ist, etwa 20 cm Stamm geneigt zu haben, danach eine etwas einseitige Krone, die gerade entgegengesetzt wächst, so dass der ganze Baum in Balance sein wird.

Von allen Kandidaten, die ich im Moment habe, ist der Banjamini der einzige zimmertaugliche, und auch der am schnellsten wachsende, so dass ich denke, hier werde ich am schnellsten mit der Gestaltung beginnen können. Im Prinzip hat sie mit der Wahl der Stammneigung schon begonnen. Die geplante Gesamtgröße ist etwa 40 cm für den Benjamini.

Der zweite Kandidat ist eine Stieleiche, die in einem Pflanzkübel gekeimt hat. Ein Eichhörnchen hatte letzen Herbst dort eine Eichel vergraben.

Stileiche
Stileiche

Die Stileiche hatte keinen guten Start ins Leben, und ist immer noch kränklich, aber ich will es dennoch mit ihr versuchen. Im Moment wächst sie in einem Topf zwischen meinen Paprika, Eichen mögen Sonne wie die Paprika auch.

Die Stileiche wird der Kandidat, der am meisten Geduld benötigt. Vermutlich drei Jahre werden es sein, bis sie weit genug ist für einen ersten gestalterischen Schnitt. Bis dahin wird meine Aufgabe sein, die Eiche gesund zu pflegen, und sie über den Winter zu bekommen. Wann sie vom Topf in eine Bonsai-Schale kommt, steht in den Sternen, mir wurde gesagt, 6 bis 8 Jahre muss ich rechnen. Das heißt, die Eiche läuft neben den anderen Gartenthemen neben her, bis sie alt und stark genug ist, für eine Erziehung als Bonsai.

Der letzte Kandidat bislang ist eine Hainbuche. Ich habe sie erst heute ausgegraben und getopft, weil sie sich neben dem Mäuerchen unter dem Gartenzaun einen sehr ungünstigen Standort ausgesucht hatte, und dort nicht weiter wachsen konnte. Viele Wurzeln hat sie nicht. Wie ich beim Ausgraben feststellte hat die Mauer ein recht breites Fundament, über dem nur 5cm Erde sind.

Hainbuche
Hainbuche

Im Moment kann ich noch nicht einmal beurteilen ob das Versetzen in den Topf erfolgreich war, aber vom Habitus her gefällt mir die Hainbuche sehr gut, und im Prinzip sind das sehr robuste Pflanzen, die einen Gestaltungsschnitt gut vertragen. Hainbuchen werden aus diesem Grund auch häufig für Hecken genutzt. Mir persönlich gefällt sowohl die Blattform, als auch die Farbe der Blätter, vor allem in Frühjahr.

Die Hainbuche wächst etwas schneller als die Eiche, wird aber ebenso noch viel Geduld benötigen. D.h. in der nächsten Zeit wird es vor allem der Benjamini sein, an dem ich das Gestalten eines kleinen Baumes üben kann.

Projekt Lichtkammer


Ich begann das Projekt Lichtkammer aus vielerlei Gründen. Zum einen bastle ich gerne Miniaturlandschaften. Zum anderen war zu der Zeit schon ein Interesse an Bonsai erwacht, und ich hatte schön gestaltete Miniaturlandschaften mit Bonsai gesehen. Bonsai schienen mir als Bepflanzung zu aufwendig in der Pflege, aber ich war zuversichtlich, kleine Pflanzen finden zu können, die in die Landschaft passen.

Lichtkammer Komplett
Lichtkammer Komplett

Nachdem die grundlegende Idee geboren war, stellte sich die Frage, wo ich die Landschaft aufbauen könnte. In einer Nacht, als ich wieder einmal nicht schlafen konnte, kam mir eine verwegene Idee – ich baue die Landschaft in meine Schrankwand, unter Kunstlicht. Meine Winterdepression kommt bestimmt, und mehr Licht und mehr Grün sollten mir helfen, und eine schön beleuchtete Landschaft mit Pflanzen war in meiner Vorstellung einfach wunderbar.

Die Sorge, dass es in Wirklichkeit nicht so wunderbar werden könnte, begleitete das Projekt, weil ich schon öfters versucht hatte, meine Träume Wirklichkeit werden zu lassen, und oft die Wirklichkeit weit hinter dem Traum zurückblieb, auch wenn ich mich sehr anstrengte, meine Idealvorstellung zu erreichen.

Nun denn, die Idee hatte mich gepackt, und ich begann ein Fach der Schrankwand auszuräumen, und mir Gedanken zu machen wie ich die Landschaft aufbauen könnte. Etwas hügeliges schwebte mir vor, mit einem Flusslauf.

Nach einiger Überlegung schien es am besten zu sein, das Landschaftsprofil aus einer Kunstoffwanne zu formen. Leider konnte ich keine Wanne passender Größe bekommen, also startete ich mit der am besten geeigneten Wanne, die ich im Baumarkt finden konnte.

Lichtkammer Bergprofil
Lichtkammer Bergprofil

Mit der Stichsäge habe ich die Wanne zurechtgestutzt, bis in etwa das gewünschte Profil erreicht war. Die rauhen Ränder habe ich dann mit Schleifpapier versucht zu glätten, und wieder einmal zeigte sich Plastik als Werkstoff, der nicht so einfach zu bearbeiten ist. Schleifen lässt es sich nur schlecht, und Werkzeug um die Kante mit Hitze zu glätten habe ich keines.

Neben der Landschaft war natürlich die Frage nach dem Licht zentral. Pflanzen brauchen Licht zum Gedeihen. Aber welche Art von Licht, wenn es nicht die Sonne ist? Und wie viel davon? Für wie lange am Tag?

Fragen, auf die ich keine Antworten hatte, und es stellte sich als sehr schwer heraus, brauchbare Antworten zu bekommen, weder durch Fragen noch per Suchmaschine im Internet – vor allem für die Frage nach der Helligkeit und Beleuchtungsdauer konnte ich keine zufriedenstellen Antworten bekommen. Letztendlich entschied ich mich, die gesamte Decke der Lichtkammer für die Beleuchtung zu verwenden, und so viele Lampen wie möglich zu installieren. So viel Platz ist dort nämlich gar nicht, und so installierte ich 5 Lichtleisten zu  je 18 Watt, Lichtfarbe „cool white“, weil ich gelesen hatte, dass ein hoher Blauanteil im Licht die Pflanzen kompakter wachsen lässt, was meinen Plänen entgegen kam, und das blaulastige Licht hilft mir auch, wie ich letzen Winter feststellen konnte. Ich hoffte, dass 5 Röhren genügen würden, und wenn es weniger auch tun, dann sollte es einfach sein, einzelne Röhren aus dem Verbund zu nehmen. Um flexibel zu bleiben, habe ich die 5 Röhren in zwei Gruppen zu je 2 und 3 Röhren geschaltet, so dass ich wahlweise 2, 3 oder 5 Röhren leuchten lassen kann, und mit der Lichtmenge experimentieren kann, ohne jedesmal die Installation umbauen zu müssen.

Das Bild zeigt die fertig mit weißer Folie ausgekleidete Lichtkammer, mit zwei Lampen des Verbundes in Betrieb. Die Folie soll Verluste durch Streulicht mininieren, indem sie das Licht in die Kammer zurückwirft.

Lichtkammer mit Folie ausgekleidet
Lichtkammer mit Folie ausgekleidet

Als nächstes kam der Aufbau der Landschaft. Die Tragkraft der Schrankwand ist beschränkt, ich konnte keinesfalls einfach alles mit Kies oder Split aufschütten. Ein Gewicht sparender Unterbau musste her. Leere PET Flaschen und Joghurtbecher schienen geeignet, und so begann ich die Wanne mit zugeschnittenen Flaschen und Bechern in einem Landschaftsprofil aufzufüllen.

Lichtkammer Unterbau
Lichtkammer Unterbau

Den Unterbau habe ich dann mit Split bedeckt, und begonnen Stellplätze für die Pflanzen einzusetzen. Ich wollte die Pflanzen in extra Töpfe oder Schalen stellen, damit es zum einen kein Problem mit austretender Feuchtigkeit gibt, und es zum anderen einfach möglich ist, die Pflanzen auszutauschen, wenn sich die eine oder andere für den gewählten Platz, oder generell für das Leben unter Kunstlicht als ungeeignet herausstellen sollte. Das ist optisch zwar nur die zweitbeste Lösung, komplett in die Landschaft versenkte Pflanzen wären schöner, aber ich gab hier der Flexibilität Vorrang vor der Schönheit.

Lichtkammer Pflanzenschalen Testplatzierung
Lichtkammer Pflanzenschalen Testplatzierung

Nachdem die Stellplätze für die Pflanzen geschaffen waren, arbeitete ich weiter an der Gestaltung der Landschaft. Es sollte eine steinige Gebirgszone geben, eine wüstenartige Zwischenzone, und nahe des Flussdeltas dann eine fruchtbare Zone mit Erde. Es stellte als etwas zu ambitioniert heraus, auf einem knappen Meter Länge einen Flusslauf von der Quelle im Gebirge bis zum Delta am Meer zu modellieren, aber ich versuchte, der Idee so nahe zu kommen, wie es mir möglich war.

Lichtkammer mit Sand und Erde
Lichtkammer mit Sand und Erde

Im Moment bin ich dabei, Pflanzen zu suchen, die sich für die Lichtkammer eignen, und die Landschaft weiter zu gestalten. Die Suche nach geeigneten Pflanzen gestaltet sich schwierig, die Kombination Schattenverträglich – Dauerhaft – Zimmerpflanze – Kleinwüchsig ist selten zu finden, und ich erwarte, dass einige der aktuell ausgewählten Pflanzen nicht dauerhaft in der Kammer bleiben können.

Lichtkammer Komplett
Lichtkammer Komplett

Ein Blick auf die Quellregion im Gebirge.

Lichtkammer Detailansicht Links
Lichtkammer Detailansicht Links

Und der Mündungsbereich, mit dem Flussdelta.

Lichtkammer Detailansicht Rechts
Lichtkammer Detailansicht Rechts

Mir gefällt das Ergebnis sehr, trotz aller Kompromisse, die ich machen musste. Die Landschaft, das Licht, die Pflanzen, alles ist wunderbar. Ich hoffe die Lichtkammer kann ein Ankerpunkt werden, der mir hochzieht, wenn mich die Winterdepression wieder in den Krallen hat.

Jetzt bleibt noch abzuwarten, wie sich die Pflanzen unter dem Kunstlicht entwickeln. Im Moment beleuchte ich 12 Stunden mit zwei Röhren, da das Zimmer jetzt im Sommer auch gut vom Tageslicht erhellt wird. Im Winter kann ich dann mehr Röhren dazu schalten, wenn es notwendig wird. Mit allen 5 Röhren ist es gleißend hell, aber die Zahlen sagen, die Sonne ist im Sommer immer noch 10 mal stärker als das Licht in der Kammer mit allen 5 Röhren. Überschlägig komme ich auf knapp 10.000 Lux in der Kammer mit allen 5 Röhren, das ist auf jeden Fall mächtig viel für Kunstlicht – es zeigt aber auch, wie viel stärker unsere Sonne ist, und wie schwer es ist, die Sonne zu ersetzen. Kein Wunder, dass der Winter so vielen Leuten zusetzt, allein der Mangel an Licht an den trüben und kurzen Wintertagen im Vergleich zu einem sonnigen Sommertag ist dramatisch, ganz zu schweigen von dem Mangel an Leben und Farbe, vor allem in städtischen Regionen, wo alles in dreckigem Grau und Braun versinkt.

Ich setze viel Hoffung in die Lichtkammer, für den nächsten Winter.

Die Aufladung von Pink


Ich muss sagen, es missfällt mir, wie in den letzten Jahren die Farbe Pink mit Bedeutung aufgeladen wurde.

Zugegeben, auch Rot, Gelb oder Blau haben (vor allem politische) Bedeutung, sind bei der Kleiderwahl aber dennoch recht frei – nur weil ich ein rotes Hemd trage bin ich nicht automatisch ein Sozialist, ein gelbes oder blaues Hemd macht mich nicht automatisch zum Liberalen.

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Blöder Selbstdarstellungskomplex


Ich glaube, das ist neuer Rekord: In etwa 3 Monaten habe ich es geschafft in einem Forum zwei Moderatoren und einige Forumsmitglieder so zu ärgern, dass mir geraten wurde, lieber eine Zeitlang nichts mehr zu schreiben.

Und das ganz ohne dass ich absichtlich Leute geärgert hätte oder gar versucht hätte zu trollen. Eigentlich versuchte ich höflich und nett zu sein,  auch mal etwas infantil-blödsinnig und generell unterhaltsam. Blöder Selbstdarstellungskomplex weiterlesen

100.000 Jahresfeier der Farben!


Kinder malen gerne. Zuerst mit Brei und Marmelade auf dem Latz und dem Tischtuch, später dann auch mit Wasserfarben auf Papier.

Das Gestalten mit Farbe scheint dem Menschen von Kindesbeinen an im Blut zu liegen, die ältesten gefunden Zeugnisse für die Herstellung von Farben sind etwa 100.000 Jahre alt. 100.000 Jahresfeier der Farben! weiterlesen