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Es wurmt mich sehr – die Kirschessigfliege


Ich hatte die Brombeeren gepflanzt, mit der Erfahrung aus meiner Kindheit, das Brombeeren eigentlich wurmsicher sind – also ziemlich sicher frei von Würmern.

Und ich hatte mich gefreut, als im Frühjahr sichtbar wurde, dass es dieses Jahr eine richtig gute Ernte an Brombeeren geben wird.

Sie sehen ja auch schön aus …

Brombeeren
Brombeeren

Da die Ernte so gut ist dieses Jahr, kamen mir auch wieder in den Sinn, dass meine Mutter einen recht leckeren Likör aus Brombeeren machte. Ich glaube damals mit Zwetschgenschnaps als Basis (weil meine Eltern den aus eigenen Zwetschgen brennen ließen und der praktisch immer im Haus vorhanden war), aber eine kurze Recherche mit Google ergab, es gibt noch andere Rezepte.

Ein ganz simples: Brombeeren, Zucker, Vanille, Wodka. Also, im Keller nach Flaschen mit weitem Hals gesucht und tatsächlich zwei gefunden.

Da ich ja schon eine unappetitliche Begegnung der ersten Art mit den Würmern hatte, hatte ich auch deretwegen noch mal gegoogelt und die Info gefunden, wenn man die Beeren unter Wasser setzt, dann geht den Würmern die Luft aus und sie verlassen die Beeren. Das klappt auch … prinzipiell. Zwei Stunden gewässert und auch ein ein gutes Dutzend Würmer ausgewaschen.

Aber! So sieht das jetzt aus in meinem Likör.

Eklige Würmer
Eklige Würmer

Und noch mal in groß, weil es so eklig ist,

Würmer, würmer ...
Würmer, würmer …

Scheinbar hatte ich die Beeren nicht lange genug gebaded. Dafür baden die Würmer jetzt im Wodka und zeigen das ganze Ausmaß der Verseuchung. Und das wurde noch schlimmer. Das Foto hatte ich schon recht kurz nach dem Befüllen der Flaschen gemacht, als sichtbar wurde, dass das Baden der Beeren nicht so viel geholfen hatte wie gedacht.

Damit sind die Brombeeren jetzt für solche Dinge auch gestorben. Für mich eigentlich generell, da ich eine Phobie gegen Maden habe, und nur mit großer Willenskraft damit umgehen kann.

Einen der Brombeerbüsche wollte ich sowieso roden. Aber macht es so überhaupt noch Sinn, Brombeeren anzupflanzen? Die Freude über die „gute Ernte“ ist jedenfalls gründlich verdorben.

PS: Ob es wirklich Maden der Kirschessigfliege sind, kann ich nicht sicher sagen. manchen wirken zu groß dafür. Aber außer der kenne ich keine Fliege, die Brombeeren befällt.

 

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Brombeeren mit Proteinbeilage


Als Kind waren mir Himbeeren immer etwas suspekt, weil es immer mal wieder wurmige dabei hatte, und ich Maden in etwa so gern habe wie manche Leute Spinnen – also die Phobiker, meine ich. Deshalb aß ich lieber Brombeeren, wenn ich die Wahl hatte.

Dass die Sauerkirschen gerne wurmig sind, wurmt mich auch, aber ich habe beschlossen, eventuelle Maden aus Rache gleich mit zu verkochen, als ich die Sauerkirschmarmelade kochte (*). Seltsamerweise hilft der Gedanke an Rache, die Abneigung gegen die Maden beim Essen solcher Produkte erträglich zu halten. Klappt nicht immer, aber oft.

Aber jetzt! Würmer auch in den Brombeeren. Das hatte ich noch nie. Hilfe, mein Müsli winkt mir zu!

(*) Dürfen wir mit dem Brexit jetzt wieder Marmelade sagen? Das waren ja die Briten, die uns das verboten haben …

Manisch-Depressiv kann auch in der positiven Phase lästig sein …


Eigentlich habe ich zur Zeit eine gute Phase, und bin recht produktiv mit meinen Projekten. Aber jetzt hat es mich gepackt …

Gestern habe ich auf dem Monsterfon geübt, auch Stücke, die die vollen zwei Oktaven nutzen. Erkenntnis – die dicken Röhren klingen einfach besser. Und seit gestern Abend kreisen meine Gedanken jetzt um die Frage, wie ich die obere Oktave am besten auf die dicken Röhren umbaue. Ich habe das ja schon mit der unteren Oktave gemacht, aus dem gleichen Grund. Das ist eine Menge Arbeit. Mir graut es vor der Vorstellung, da noch mal so viel Zeit zu investieren … Röhren kaufen, ablängen, Bretter zusägen, die Löcher für die Röhren aussägen, schleifen, zusammenbauen, alle Röhren stimmen (bedeutet oft, noch mal Arbeit mit der Säge). Und die dicken Röhren sind schwer zu stimmen, weil die Verbindungen enorm fest sitzen.

Ach Menno. Wie wenn ich nichts anderes zu tun hätte … warum packt mich so etwas derart und lässt mich nicht mehr los? Kann das nicht warten, bis ich mehr Zeit habe, z.B. im Urlaub …

Halbzeit


Jetzt sind es fast 20 Jahre, dass ich im Erwerbsleben stehe.

Bis zu Rente sind es noch mal 20 Jahre.

… und in immer mehr Foren im Internet zähle ich inzwischen zu den „Alten“. Aber nicht was die Dauer der Mitgliedschaft angeht, sondern die Anzahl der Lebensjahre. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich von der Rente nicht mehr viel haben werde. Also nicht nur was die Höhe der Rentenzahlung angeht, sondern auch die Anzahl Lebensjahre in denen ich noch fit genug bin, um tatsächlich etwas mit dem Geld anzufangen.

 

Feinstaubquellen, Feinstaubsorten und das Diesel-Fahrverbot


Feinstaub ist im Moment in aller Munde, und es wird viel auf die Autos geschimpft, besonders auf den Diesel. Ich war mal stark an Chemie interessiert, auch an Physik, und es stört mich dass Feinstaub so undifferenziert betrachtet wird. Das sind ganz unterschiedliche Partikel, nicht nur von der Größe her, nach denen sie normalerweise klassifiziert werden sondern auch der Form nach, und vor allem der Substanz aus der sie bestehen. Der letzte Punkt ist derjenige warum ich diesen Artikel schreibe, manche Substanzen sind einfach gefährlicher als andere, aber in der Diskussion wird nur die Gesamtmenge des Staubs betrachtet, weil es dafür Grenzwerte gibt.

Zum Beispiel sind unsere geliebten Wälder ganz natürliche Feiunstaubquellen. Es sind aber andere Substanzen als die von den Autos abgegebenen. Dennoch sind nicht alle davon gesund, aber scheinbar hat sich der Mensch daran angepasst, bzw, die Evolution hat einfach alle aussortiert die durch natürliche Feinstäube zu früh gestorben sind, um sich vermehren zu können.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass Feinstaub in erster Linie durch den Menschen verursacht wird, stammen grob geschätzt mehr als 85% der weltweit in die Atmosphäre eingetragenen Feinstaubmasse aus natürlichen Quellen. Neben den Ozeanen und Wüsten sind auch Wälder regional wichtige Quellen für Feinstaub.

Jedem ist der typische Nadelwaldduft während eines Waldspaziergangs vertraut. Dieser Duft ist eine komplexe Mischung verschiedenster chemischer Verbindungen, die von den Bäumen und anderen Pflanzen in die Luft abgegeben werden.

Quelle: http://www.schattenblick.de/infopool/umwelt/klima/uklfo366.html

Zurück zu den Autos. Die Motoren sind weder die einzige noch die größte Feinstubquelle:

In Stuttgart wurden 2015 durch Autos jeden Tag rund 475 Kilogramm Feinstaub freigesetzt. Davon entstehen rund 77 Kilogramm durch die Abgase. Rund 398 Kilogramm, also etwa 84 Prozent, entstehen aber durch den Abrieb von Reifen, Bremsen und durch Wiederaufwirbelung …

Quelle: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.dekra-auto-chef-zu-feinstaub-in-stuttgart-es-gibt-besseres-als-fahrverbote.facef8e6-6e05-4a6b-8684-db78c242c5c2.html

Und jetzt wird’s knifflig. Dieselruß ist oft mit aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen „verseucht“, die zum größten Teil im Verdacht stehen, krebserregend zu sein, für manche wie Benzol ist das seit langem bewiesen. Solche Stäube halte ich für sehr ungesund. Aber sie sind gleichzeitig auch ein relativ geringer Anteil, und, was mich besonders ärgert, sie wären mit einer guten Abgasreinigung fast vollständig vermeidbar. Großdiesel wie in neuen LKWs sind kurioserweise mit leistungsfähigen Abgasreinigungsanlagen versehen, wärend man bei Diesel PKW daran gespart hat.

Gummiabrieb betrachte ich als ähnlich schädlich wie Rußpartikel, aus einem einfachen Grund – die schwarze Farbe der Gummireifen kommt von Rußpartikeln, die man dem Gummi zusetzt. D.h. da ist schon wieder Ruß dabei, aber schwer zu sagen, aus welchen Quellen der Ruß stammt.

Z.B. Ruß von Holz ist auch nicht ganz ohne:

Das Heizen mit Holz verursacht, auch wenn es sachgerecht vorgenommen wird, deutlich größere luftverschmutzende Emissionen als andere Energieträger wie Heizöl oder Erdgas. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es in einigen Wohngebieten zu kurzzeitigen Belastungen mit Feinstaub und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) kommen kann – insbesondere dann, wenn in einem Wohngebiet viele Holzöfen und Kamine gleichzeitig betrieben werden

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/emissionen-aus-kleinfeuerungsanlagen-in#textpart-2

Oft werden die Bremsen als weitere Quelle von bösem Feinstaub angeführt:

Statt Abgasen sind Reifen und Bremsen eine Hauptquelle von Feinstaub

Quelle: http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-02/feinstaub-motoren-luftverschmutzung-reifen-abrieb-bremsen

Um ehrlich zu sein, mit den Überlegungen zum Bremsenabrieb begann dieser Artikel in meinem Kopf zu reifen. Ich muss zugeben, mein KFZ Fachwissen ist veraltet, weil ich als Jugendlicher als den bereits alten Büchern meines Vaters gelernt habe, und das jetzt auch schon wieder 30 Jahre her ist. Ich hatte damals gelernt, dass Bremsscheiben und -backen aus Grauguss sind, eine Legierung hauptsächlich aus Eisen und Grafit. Und zumindest der Eisenanteil sollte, selbst wenn er eingeatmet wird, vom Körper gut abbaubar sein, und damit gesundheitlich ein viel geringeres Problem als Dieselruß.

Für meine Heimatstadt Stuttgart gibt es eine grobe Schätzung, dass 30% des menschgemachten Feinstaubs von der Industrie kommen (was für Stäube das sind, wird nie erklärt), 30% aus Heizungsanlagen, 30% vom Verkehr, und 10% aus anderen Quellen.

Von den 30% vom Verkehr ist viel Bremse und Reifen, sowie Dreck von der Fahrbahn, und wiederum nur 15% von den Motoren.

D.h. insgesamt beträgt der Anteil der Motoren etwa 4,5% am Gesamtfeinstaub.

Und jetzt kommen sie mit Fahrverboten für Diesel. Ehrlich, wer glaubt, dass das etwas bringt? Rund 60% kommen sowieso aus anderen Quellen als dem Verkehr, 85% der Stäube aus dem Verkehr kommen nicht vom Motor, sondern von Bremsen, Reifen und Fahrbahn, einige dieser Stäube (Eisen der Bremsen) sind vemutlich relativ harmlos, während die Industriestäube praktisch gar nicht diskutiert werden, und mit 30% anteilmäßig mindestens so schlimm sind wie der gesamte Verkehr.

Meine Vorhersage: Ein Fahrverbot bringt so wenig, dass in Stuttgart weiterhin alle Grenzwerte gerissen werden. Aber die Politik kann behaupten, sie tut was . Nun ja, sie ärgert zumindest die Dieselfahrer, so viel ist sicher. Ob es der Luft hilft? Ich glaub’s nicht.

 

Lesetipp: Ein Kommentar zu Maschinenpsychiatern


Der Artikel handelt von Software, die bei psychischen Problemen helfen soll. Was ich allerdings wirklich interessant fand, ist dieser Beitrag unter den Kommentaren:

https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Neue-Technologie-fuer-die-Psychotherapie/Psychopathie-Trainingssoftware-brauchen-wir-nicht-auch-noch/posting-32023598/show/

Als selbst von psychischen Probleme geplagter kann ich kann der Diagnose nur zustimmen. Gesunde zwischenmenschliche Beziehungen sind es, was die Leute wirklich brauchen. Und leider etwas, was es immer seltener gibt, weil viele der Personen zu beschäftigt oder selbst zu krank sind, um vernünftige Beziehungen zu den Mitmenschen aufzubauen.

 

Lesetipp: Vernetzte Sinne


Ich bin gerade über einen recht interessanten Artikel gestolpert, welcher der Frage nachgeht wie Sinnesreize im Hirn verknüpft und verarbeitet werden. Angefangen von der Frage wie das Hirn eines früh erblindeten oder taub gewordenen Menschen es schafft, die jetzt brachliegenden Hirnareale wieder nutzbringend einzusetzen bis hin zu der erstaunlichen Erkenntnis dass Mäusehirne z.B. sehr schnell die Sehschärfe verbessern können, wenn die Maus nichts mehr hört.

Die Nervenbahn von der Hör- in die Sehrinde endet bevorzugt auf hemmenden Neuronen. Wenn nun die Hörrinde nicht mehr angeregt wird, hemmt sie auch die Sehrinde weniger stark. So fährt diese in Minutenschnelle ihre Aktivität hoch und verbessert die Verarbeitung.

https://www.heise.de/tp/features/Ruhe-Ich-seh-nichts-3963515.html

Zeigt auch wieder – Großraumbüro ist schlecht, weil der Lärmpegel nicht nur direkt ablenkt, sondern auch alle anderen Sinne hemmt.

Den Titel des Artikels sollte man sich merken, denk ich, „Ruhe! Ich seh‘ nichts!

Japanische Forscher setzten ihre Probanden kürzlich vor eine Art Sehtest und ermittelten die Anzahl korrekter Antworten bei Stille im Vergleich zu weißem Rauschen unterschiedlicher (aber stets milder) Lautstärke (45 bis 65dB). Schon das leise Rauschen genügte, um die Leistung messbar um etwa zehn Prozent zu verschlechtern.