Ein Kommentar zu “Männer und Feminismus”


Antje Schrupp macht sich Gedanken zur Einbeziehung von Männern in den Feminismus:

http://antjeschrupp.com/2014/09/22/manner-und-feminismus/

Ich muss sagen, eine Zeitlang habe ich versucht mitzudiskutieren, mit Feministinnen zu reden, aber ich bin dessen müde geworden. Zum einen ist es so ein riesiges Feld zu beackern, Tradition, Gesellschaft, Politik und Glauben überspannend, zum anderen sind es immer wieder ganz persönliche “Ich will es besser haben” Stimmen, die im Chor mitsingen. Als Mann wird man hier ganz schnell in Grabenkämpfe mit einzelnen Frauen verwickelt, die einen mit ihren ganz persönlichen Schlechterstellungen (oder was als solche empfunden wird) traktieren, und es ist schwer aus diesem Kleinkrieg heraus die große Perspektive anzugehen, und wirkliche Fortschritte in der Diskussion zu erzielen.

Deshalb, und obwohl ich als Durchschnittsmann eher das Gefühl habe, sowieso auf der Verliererseite zu stehen, auch ohne Feminismus, halte ich mich in der letzten Zeit aus den Diskussionen heraus, und versuche einfach mein Leben zu führen, so gut es geht.

“Denn tatsächlich sind ja auch viele Männer mit der patriarchalen symbolischen Ordnung unzufrieden, weil sie in vielerlei Hinsicht dem guten Leben aller Menschen nicht zuträglich ist.”

An einer Diskussion über bessere Gesellschaftsformen nehme ich immer gerne teil. Ich bin mit der aktuellen Gesellschaft/Politik/Tradition usw. in großen Teilen auch nicht glücklich und könnte mir bessere Gesellschaftsformen vorstellen, aber meine Schwerpunkte treffen eher das Miteinbeziehen der Armen, der Behinderten und anderen Randgruppen, im Besonderen die Fragen nach gegenseitiger Hilfeleistung, weil die traditionelle (Groß-) Familie diese Rolle nicht mehr erfüllen kann.

Der Feminismus hat teilweise Ideen dazu, greift mir aber zu kurz, weil er sich hauptsächlich mit den scheinbaren oder tatsächlichen Nachteilen der Frauen in der aktuellen Gesellschaft beschäftigt. Die Nachteile, die statusniedrige Männer erfahren, wird er nicht lösen, das ist nicht Teil des Feminismus, diese Männer sind dem Feminismus weitgehend sogar unbekannt.

Aber wenn man die Gesellschaft als ganzes verbessern will, dann geht das nur mit allen gesellschaftlichen Gruppen, und nicht indem 50% für sich Pläne machen und die anderen 50% abspeisen mit “Ihr hattet es jetzt lange genug gut, jetzt sind wir dran”.

Das fördert nur die Spaltung, zieht neue Gräben und Grenzen, und wird eine gesellschaftliche Weiterentwicklung damit zumindest in Teilen eher behindern als fördern.

Ich denke, wenn es um die Verbesserung der Gesellschaft als Ganzes geht, dann geht nur mit allen. Alles andere ist zum Scheitern verurteilt.

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