Erfahrungen verändern das Gehirn


Manchmal wundere ich mich, wenn ich eine einfache Erklärung finde, für Dinge die Forscher als große Forschungserkenntnisse verkaufen.

Vor einigen Jahren las ich einen Artikel, dass schon der Konsum einer einzigen Zigarette das Gehirn verändert, und auch Abstinenz vom Rauchen das Gehirn nicht mehr zum Ursprungszustand zurückkehren lässt.

Vor einigen Tagen schrieb Telepolis, dass auch gelegentlicher Konsum von Cannabis das Gehirn dauerhaft verändern kann.

Was mich wundert, ist, warum das als Neuigkeit verkauft wird. Wer schon einmal versucht hat, eine Erinnerung zu “löschen”, der weiss, dass das praktisch unmöglich ist. Psychologen wären froh, wenn man traumatische Erinnerungen von Patienten einfach so löschen könnte.

Erinnerungen können verdrängt werden, sie verblassen mit der Zeit, aber was einmal im Langzeitgedächtnis ist, das bleibt auf jeden Fall sehr lange Zeit erhalten. Länger als die Dauer der Studien, die den Artikeln zugrunde lagen.

Erinnerungen werden im Gehirn gespeichert, so weit scheint sich die Wissenschaft einig zu sein. Damit verändert jede neue Erfahrung das Gehirn, und die Erfahrungen die intensiv genug sind, um ins Langzeitgedächtnis zu gelangen, verändern das Gehirn nachhaltig.

Ich nehme an, dass gerade Erfahrungen mit Bewusstseinserweiternden oder Bewusstseinsverändernden Substanzen intensiv genug sind, um das Gehirn dauerhaft zu verändern, allein dadurch, dass man sich an die Erfahrung dauerhaft erinnert.

Aber vielleicht ist meine Erklärung auch zu einfach … interessant ist jedoch auch der Punkt dass alle neuen Erfahrungen jeweils im Kontext der Erinnerungen an alte Erfahrungen gemacht werden, d.h. das gleiche Ereignis kann von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich erfahren werden, abhängig von den früheren Erfahrungen der Menschen – bis hin zu dem Punkt an dem einer etwas als “Gutes Zeichen” wertet, weil es für ihn in der Vergangenheit mit guten Erfahrungen verbunden war, und ein anderes das gleiche Ereignis als “Schlechtes Omen” empfindet, weil es für ihn in der Vergangenheit mit schlechten Erfahrungen verbunden war.

D.h. jede Erfahrung, an die wir uns erinnern, verändert uns dauerhaft, und teilweise sogar dramatisch.

 

Garten – Warten auf die Eisheiligen


Das Frühjahr schreitet voran, die zwei neuen Gemüsebeete  im Garten sind vorbereitet, und was Kälte aushalten kann, das habe ich bereits ins Freie gesetzt. Der Schnittlauch sieht noch etwas kümmerlich aus, aber ich denke er wird sich in den nächsten Wochen wieder erholen. Mit etwas Sorge beobachte ich die Ostergruß-Rettiche, die zwar alle gekeimt sind, aber bislang keine Anstalten machen weiter zu wachsen. Die zwei Zitronenmelisse-Stauden sind wohl angewachsen, nachdem sie in den ersten Tagen etwas getrauert hatten. Wachsen wollen sie aber auch noch nicht, das ist nach dem Versetzen und dem kalten Wetter letzte Woche jedoch verständlich.

Auf den Fensterbrettern wird es langsam eng, aber ich traue mich nicht die Frostempfindlichen Pflanzen nach draussen zu setzen, bevor die Eisheiligen vorbei sind. Auch wenn es dieses Jahr bislang ausnehmend sonnig und warm gewesen ist.

Die Spitzpaprika haben sich lange Zeit gelassen, bis sie dann doch gekeimt sind:

Aufgegangen
Aufgegangen

Aber inzwischen sind sie schön gewachsen, und ich habe die vier stärksten Pflänzchen in einzelne Töpfe versetzt. Geplant habe ich mit vier Glockenpaprika, vier Spitzpaprika und acht Tomaten.

Gewachsen
Gewachsen

Da Gemüse nicht alles ist, und auch die Seele Nahrung braucht, habe ich auch einige Blumen gesät. Hier einige Tagetes, die in eine Pflanzschale am Eingang kommen sollen:

Tagetes
Tagetes

Eine Zinnie und eine Bechermalve wachsen auch schon. Die Bechermalve soll in den Garten, die Zinnie zu den Tagetes in die Schale.

Fast hätte ich’s vergessen, aber auch wichtig – Basilikum. Noch klein, aber ich denke das wächst noch:

Basilikum
Basilikum

Abschliessend noch ein kleines Bild zum Thema “Ich mag Frühling” – einige wild gewachsene Traubenhyazinthen in der Sonne:

Ich mag Frühling
Ich mag Frühling

Jetzt heisst es, warten auf die Eisheiligen, dann kann die Gartensaison richtig starten.

 

Erdbeerkauf und Lagerhaltung


Es ist wieder Erdbeersaison, und da sich meine Mutter zu Ostern einige Erdbeeren gewünscht hat, habe ich schon Donnerstag zwei Schälchen schöner Erdbeeren gekauft. Ich hätte sie auch am Samstag Vormittag kaufen können, aber ich kaufe ungern auf den letzten Drücker. Also fiel die Entscheidung auf Donnerstag.

Freitag habe ich noch nichts bemerkt, aber als ich Samstag Vormittag die Schälchen inspizierte, kam leichtes Entsetzen auf. Einige Erdbeeren hatten zu schimmeln begonnen, viele andere hatten faulige Stellen.

Hmmm … mein Fehler. Ich habe sie in den Plastikschälchen gelassen, und ich habe sie nicht in den Kühlschrank gestellt. Warum, dazu komme ich gleich. Auf jeden Fall fehlte mir die Erfahrung – ich selbst bin gar nicht so der Erdbeerfan, und hätte gar keine gekauft, wenn meine Mutter sie sich nicht gewünscht hätte.

Zum Glück waren noch mehr als genug Erdbeeren in gutem Zustand übrig, so dass ich meiner Mutter wie versprochen einige mit ins Pflegeheim bringen konnte. Und ich hoffe schwer, dass diejenigen, die sie heute nicht gegessen hat, bis Morgen durchhalten – einzeln gelagert auf einem trockenen Porzellanteller.

Nun, abgesehen von der Beinahe-Katastrofe, wundere ich mich, wie die Händler das machen.  Die Händler lagern die Beeren ja auch in diesen Schälchen, zumindest wenn sie zum Verkauf angeboten werden. Wie schafft es ein Händler, den Zeitpunkt der Reife so abzupassen, dass die Erdbeeren so reif verkauft werden, dass sie zwei Tage später schon am vergammeln sind? Ich vermute, er verkauft auch nicht alle Schälchen am gleichen Tag. Sind die am Tag drauf schon alle für den Müll, und er bekommt jeden Tag neue geliefert? Dann verschiebt sich die Frage auf den Lieferanten, wie der das so genau hin bekommt. Und es wäre eine Sauerei wenn all die nicht verkauften Erdbeeren schon nach einem Tag in den Müll wandern müssten.

Eigentlich nahm ich an, dass die Erdbeeren zwei Tage in so einem Schälchen durchalten müssten, weil ich annahm dass der Händler manche davon auch erst in zwei Tagen verkaufen wird. Offensichtlich habe ich mich hier geirrt. Umso erstaunlicher ist es, dass Lieferant und Händler das so genau hinbekommen, die Erdbeeren so reif anzubieten, dass viele davon nach zwei Tagen schon verdorben sind.

Nächtes Mal werde ich die Erdbeeren einzeln mit Abstand auf Papier lagern, damit Pilze und Bakterien nicht von einer Erdbeere zur nächsten springen können, und die Erdbeeren so trocken wie möglich liegen. Diese Plastikschälchen sind ungeeignet, und ich meine, eine Erdbeere müsste auch außerhalb des Kühlschranks zwei Tage durchhalten.

Gedanken zu “Accept your Body”


Heute bin ich über einen Artikel gestolpert, der ein wichtiges Thema anreisst: Mit seinem Körper, und dessen Mängeln, Frieden zu schliessen. “Accept your Body” wurde getitelt.

 http://mlnesmeralda.wordpress.com/2014/04/16/accept-your-body-its-the-place-you-live-in/

Schon das erste Bild verursachte leichte Verwunderung bei mir -  eine Frau, die fast genau dem Ideal einer schlanken, sportlichen, jungen Frau entspricht, so wie es die Gesellschaft gerade favorisiert? Wo ist hier das Problem?

Mit diesem Körper sollte die Akzeptanz  nicht schwer sein, es ist mir komplett unverständlich, wo hier die Probleme der Akzeptanz liegen sollen.

Aber ich denke, das Thema ist richtig, Frieden mit den Mängeln seines Körpers zu schliessen. Sich zu akzeptieren, ist wichtig für die seelische und auch die körperliche Gesundheit. Allerdings fände ich es besser, wenn Personen gezeigt würden, die mit ihrem Körper glücklich sind, und nicht dem Idealbild der Gesellschaft entsprechen. Für diese wird das “Accept your body” nämlich wirklich zu einer Herausforderung, die sie auch täglich verteidigen müssen. Mit diesen Bildern glaube ich, macht man den Leuten, die von der Natur nicht so gesegnet sind, die Akzeptanz ihres Körpers eher noch schwerer.

Und ich meine hier nicht nur die Dicken, auf denen üblicherweise herumgehackt wird, sondern auch die mit einem schiefen Gesicht, mit Mutter/Feuermalen, Narben, krummen Rücken, O- oder X-Beinen, mit einer schlecht verheilten Hasenscharte oder verkrüppelten Armen und Beinen.

Für diese Leute ist “Accept your body” eher eine Herausforderung. Für jemand, der so aussieht wie auf den Bildern – nun ja, wer dann noch ein Problem hat, da kann ich nur sagen “Jammern auf hohem Niveau”, und verstehe das Problem nicht wirklich. Dennoch – es ist ein wichtiges Thema, und es ist richtig darüber zu schreiben. Nur die Illustration passt nicht, und ich glaube, diese Bilder werden den Leuten, die weniger Ideal gebaut sind und unglücklich mit ihrem Körper sind, die Akzeptanz eher noch schwerer machen, als sie es schon ist.

Trutzburgen auf Rädern


Immer wieder, wenn ich im Straßenverkehr diese riesigen SUVs sehe, fühle ich mich an rollende Burgen erinnert. Groß, schwer, abweisend. Oft dunkel lackiert. Und irgendwo im Innern sitzt ein Mensch, sich beschützt fühlend von all dem Stahl und Glas. Vielleicht nicht nur beschützt von den Gefahren des Verkehrs, sondern auch vor der rauhen Wirklichkeit an sich, und eventuell auch beschützt vor anderen Leuten. Mit dem SUV ist man größer und stärker als die meisten anderen Verkehrsteilnehmer. Weiterlesen

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