Meister des Unvollkommenen


Fehler sind so eine Sache. Praktisch nie gelingt es mir etwas ganz fehlerfrei hinzubekommen. Meist schleicht sich irgendwo ein kleinerer oder größerer Fehler ein. Und meistens scheue ich dann den Aufwand, um diesen Makel zu beheben, und lebe damit.

Für mein Konto bei Deviant Art habe ich deshalb als Tagline “Master of Imperfection” ausgewählt, weil ich inzwischen Profi darin bin, alle meine Werke mit einem kleineren oder größeren Fehler zu produzieren.

Umso mehr wunderte es mich, dass meine Schwester und auch meine Mutter mich als Perfektionisten betrachten. Um ganz ehrlich zu sein, vieles was ich mache würden andere Leute als Pfusch bezeichnen, vieles ist mit einfachen Mitteln improvisiert. Das ist eigentlich genau das Gegenteil von Perfektion, das ist der Versuch etwas mit so wenig Aufwand wie möglich soweit hinzubekommen, dass es den zweck erfüllt, wenn man keine besonderen Ansprüche stellt. Also z.B. eine hinter den Heizkörper an die Wand geklebte Zeitung, die Trickreich gefaltet ist, so dass die eingeschlossenen Luftschichten zwischen den Blättern als Isolation wirken. Kostet fast nichts, ist verhältnismässig schnell herzustellen, benötigt kein besonderes Werkzeug und ist bei Bedarf auch schnell wieder zu entfernen. Die Isolationswirkung ist vermutlich geringer als mit Styropor, aber es isoliert besser, als wenn ich gar nichts getan hätte.

Wie kommt man mit solchen Aktionen zu dem Ruf, ein Perfektionist zu sein? Das war für mich ein Rätsel.

Es hat sich dann herausgestellt, dass ich den Ruf als Perfektionist nicht deshalb erworben habe, weil das Ergebnis perfekt wäre, oder die Mittel die ich einsetze, sondern weil ich immer nach Verbesserung strebe. Die Improvisation war nicht das ausschlaggebende, auch nicht, dass es mit mehr Aufwand immer noch besser gehen würde, sondern eben, dass es mir um die Verbesserung des Bestehenden geht. Also, dass ich die Zeitung auf die Wand hinter den Heizkörpern geklebt habe, weil ich es damit ein klein wenig wärmer im Zimmer habe, bei gleichen Heizkosten, als ohne die Bastelei.

Als Informatiker würde ich das eher einen Optimierer nennen als einen Perfektionisten, aber zumindest verstehe ich jetzt, wie es dazu kam, dass ich diesen Ruf erworben habe – ganz überraschend für mich, wo doch nichts was ich mache perfekt wird, und so vieles nur gerade so zusammengebastelt ist, dass man nicht mal allzu kritisch draufschauen darf, sonst fällt es wieder auseinander.

Erstaunlich, wie auf wie einfache Art man ein Perfektionist werden kann. Die Frage ist nur, wie werde ich den Ruf jetzt wieder los? Ich bin kein Perfektionist, und will auch keiner sein.

 

 

Phantastische Wissenschaft – Geister


Es hat lange gedauert, und die Studien waren mühsam, aber ich habe jetzt herausgefunden, warum wir viel weniger Geister in den Häusern haben, als noch im Mittelalter.

Geister mögen keine Staubsauger. Geister wiegen nichts und werden deshalb sehr leicht vom Sauger erfasst.

Es ist lästig als Geist immer wieder in den staubigen Beutel gesaugt zu werden, wenn man nur ein bischen nicht aufpasst, auch wenn man wieder aus dem Beutel herauskommt.

Da heutzutage jeder Winkel einer Wohnung gesaugt wird, haben es die Geister sehr schwer. Ein winziger Zipfel, der aus der Wand oder aus dem Boden herausschaut reicht, und, flutsch, ist man wieder im Staubsack. Der Staub kribbelt in allen Falten und es dauert ewig bis ein Geist das Jucken wieder los wird.

Dass man mal wieder einen Geist beim Saugen erwischt hat, merkt man an den Staubspuren dort, wo man gerade erst gesaugt hat. Das ist die Stelle, an welcher der Geist versucht hat, den am schlimmsten juckenden Staub wieder loszuwerden, bevor er wieder in der Wand oder im Boden verschwunden ist. Meist sieht man die Geister nicht, wenn die den Sauger verlassen, weil der Sauger hinter einem steht, andernfalls warten die Geister bis man einen Moment wegschaut, auch wenn’s arg juckt, so lange im Staubsack auszuharren.

Geister gibt es deswegen fast nur noch in alten britischen Gebäuden, wo aus Tradition Staub nur gewischt, aber nicht gesaugt wird.

Traumkämpfer


In meinen Träumen muss ich oft kämpfen. Keine Ahnung warum, aber manchmal ist Krieg, oder es gibt Monster oder Außerirdische.

Unlängst hat mich im Traum wieder so ein Monster gepackt, und ich habe ihm dann einen Kopfstoß verpasst. Und noch einen, weil der erste keine Wirkung zeigte.

Nur um aufzuwachen,  und festzustellen, dass ich gerade den Schädel zweimal gegen die Wand gehauen habe. *Autsch* Und kein Wunder, dass das Monster keine Wirkung zeigte, wenn es hart wie eine Mauer ist.

Schon etwas länger her traf ich eben diese Wand mit einem Faustschlag, was mir aufgeschürfte Fingerknöchel einbrachte. Der Kopfstoß hatte zum Glück nur eine leichte Rötung oben an der Stirn zur Folge.

Normalerweise ist das Hirn von der Körpermotorik getrennt, wenn  man schläft. Das scheint bei mir nicht so richtig zu funktionieren. Vergleichsweise harmlos sind noch solche Moment, wie damals als ich im Traum Torwart war, und mit letzter Not den Ball von der Linie grätschte, nur um festzustellen, dass ich gerade die Decke aus dem Bett gegrätscht hatte.

Ich lebe allein, somit ist das kein echtes Problem, und ernsthaft verletzt habe ich mich dabei bislang nicht. Aber ich denke ich brauche auf jeden Fall ein einzelnes Bett, ich möchte nicht gerade dem Anderen im Doppelbett einen Faustschlag, Fußtritt oder Kopfstoß verpassen, nur weil ich im Traum wieder mal kämpfen muss …

 

 

 

 

Hat die Chili jetzt doch gewonnen?


Was mich immer wieder berührt ist die (Entwicklungs-) Geschichte der Chili-Schote. Sie ist im laufe der Zeit immer und immer schärfer geworden, damit die Säugetiere sie nicht fressen. Und weil die Vögel die Schärfe nicht schmecken, werden die Samen dann weiter verbreitet.

Und dann kommt der Mensch und isst die Chili gerade deswegen – weil sie so höllisch scharf ist.

Ist das Ironie des Schicksals?

Auf der anderen Seite helfen wir jetzt die Chili-Pflanze zu verbreiten und bringen sie auf Kontinente, die sie sonst nie erreicht hätte.

Hat die Chili jetzt doch gewonnen?

Wieder der alte sein …


Ein Blog-Beitrag ist mir heute ins Auge gefallen, und hat mich berührt:

http://sorgenschaukel.wordpress.com/2014/08/12/ofter-denk-ich-ich-will-dass-er-wieder-der-alte-ist/

Das ist schön geschrieben und aus Sicht von jemand, der selbst an depressiven Phasen leidet, auch sehr richtig – also z.B. die Punkte an denen man nicht helfen kann, und besser zuhört als Vorschläge zu machen, weil der Kranke die Vorschläge nicht annehmen, oder gar umsetzen kann. Und schlimmer noch, aus Sicht es Kranken – also meiner – wenn man darauf dann gesagt bekommt man will nicht, während man doch wollte aber nicht konnte. Weiterlesen

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