Projekt Weltraumdecke, Fortschritte Teil 1


Von den Anfängen hatte ich hier schon geschrieben, und über das Wochenende hatte ich jetzt noch mal Zeit, weiter an meinem privaten Sternenhimmel zu arbeiten.

Große Galaxie
Große Galaxie

Der Rand der Galaxie ist auf dieser Aufnahme noch nicht richtig mit dem Hintergrund verblendet, in dem Teil links unten im Bild ist der blaue Saum zu breit und zu glatt. Das muss ich noch korrigieren. Mit dem blauschwarzen Hintergrund bin ich jedoch ganz zufrieden.

Kleine Nebel
Kleine Nebel

Was mir besonders geällt, sind die kleinen Nebel hier in der Ecke. Solche Nebel habe ich zwar auch in anderen Teilen der Decke, diese hier scheinen mir jedoch die schönsten zu sein.

Und aus dem Rauchmelder soll mal eine 3D Raumstation werden 😉

Es bleibt aber weiterhin viel zu tun, und wegen der Möbel sind die anderen Teile der Decke schwer zu erreichen, d.h. es wird eher langsamer als schneller vorangehen.

Ich bin nicht sicher, ob ich mich auf die hunderte Sterne freuen soll, die zu malen sind, sobald ich den Hintergrund fertig habe. Zum einen ja, weil ich die Sterne toll finde, zum anderen  …. urgs, ich hasse solche kleinteiligen und sich wiederholenden Tätigkeiten. Spätestens nach dem 10. Stern wird meine Begeisterung nachlassen, aber schlampig darf ich deswegen trotzdem nicht arbeiten, sonst ärgere ich mich die nächten Jahre über die verpfuschten Details.

Ich denke, ich werde die Sterne in kleinen Etappen machen, und mich zwischendurch anderen Projekten widmen, dann wird es nicht ganz so eintönig.

 

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Projekt Weltraumdecke oder Da ist Wahnsinn in meiner Methode


Ewig und ewig und noch viel länger ist’s her … nun, einige Jahre bestimmt. Ich hatte im Internet Bilder von (Zimmer-) Decken entdeckt, die mit Weltraummotiven gestaltet waren.

Bei so etwas setzt bei mir fast sofort der „Ich will auch“-Reflex ein. Früher war das oft ein „haben“, heute ist es mehr ein „machen“. Aber ganz klar – meine künstlerischen Fähigkeiten, ganz besonders mit Wandfarbe, gaben das zu Zeitpunkt der ersten Entdeckung einfach nicht her. Eine Motivtapete kaufen und an die Decke kleben kann jeder, und ein jedermann wollte ich noch nie sein. Auch wenn es die Decke schöner gemacht hätte …

Immer noch vor einigen Jahren hatte ich die Decke der Wohnung mit Styroporplatten isoliert, weil an manchen Wintertagen die Heizung die Wohnung einfach nicht warm bekommt, und ich nach Nebenkostenabrechnung sowieso schon fast 50% der gesamten Heizkosten habe. Einige Jahre lebte ich dann mit der Decke, offenes Styropor, nicht gestrichen, nicht tapeziert, weil meine Mutter schwer krank war und ich weder Zeit noch Muse hatte, mich weiter um die Decke zu kümmern. Es mag nun einige Monate her sein, als ich Zuspruch von meinem Bruder und einem Brieffreund bekam, es trotz aller Bedenken doch zu tun, und Zeit und Mühe in die Gestaltung der Wohnung zu investieren. Also begann ich in einem Zimmer die Styropordecke vorzubereiten und erst mal alle Fugen und Unebenheiten auszugleichen.

Vergipste Fugen
Vergipste Fugen

Danach kam dann ein Großeinkauf an Farbe. 150 Euro – also billig wird das Gemälde schon mal nicht – und nach dem Abmischen einiger Basisfarben habe ich mich dann an die erste Form gewagt, ein grob S-förmiger Nebel.

S-förmiger Nebel
S-förmiger Nebel

Ja ich weiss, Galaxien sind nicht rosa, nicht pink und auch nicht violett. Aber ich habe mir hier die Freiheit genommen, die Decke wird Violett und Blau. Das zentrale Motiv soll dennoch mal eine Galaxie werden. Als nächsten Schritt habe ich dann den Umriss des Halos in Weltraumblau skizziert. Das ist unerwartet schwierig, weil einem so nah an der Decke der Überblick fehlt, und es ätzend ist, immer wieder von der Leiter zu steigen und sich auf den Boden zu legen, um die Decke als Ganzes sehen zu können. Der Umriss hat deshalb auch einige „Ecken“, die so nicht beabischtigt waren. Eventuell kann ich die eine oder andere in späteren Arbeitsschritten noch etwas korrigieren.

Umriss des Halos
Umriss des Halos

Die gekauften Farben sind an sich gut, sie lassen sich gut streichen, und haben eine hohe Deckkraft. Was ich vermisse ist Brillanz. Ich wollte ein leuchtendes Violett. Aber ich bekomme es nicht hin – Mischungen der Volltonfarben sind dunkel, aufhellen geht nur mit Weiß und dann wird die Mischung pastellfarben. Vielleicht liegt es an mir, aber in einem Buch über Malerei hat ein Maler  über Probleme geschrieben, helle, satt-farbige Lichtquellen wie Neon-Leuchtreklame mit Ölfarben nachzubilden – kurz, er hat es auch nicht zufriedenstellend geschafft. Es müsste aber gehen, Fotografie und Digitaldruck zeigen, dass es geht, auch mit Farbe auf Papier.

Das andere Problem ist die Deckraft der Farben – das ist eigentlich gut für Wandfarbe, aber es ist höllisch schwer mit diesen Farben schöne Farbverläufe hinzubekommen. Vermutlich geht es, wenn man viel Erfahrung hat. Die habe ich nicht, zumindest nicht für diesen Versuch, das mein erstes großes Deckengemälde mit Dispersionsfarbe.

Was dann besser funktioniert hat, sind Wolkenstrukturen im Halo der Galaxie.

Galaxie mit Halo
Galaxie mit Halo

So wie es aussieht, brauche ich ab jetzt noch mindestens vier Wochen, um die Decke fertigzustellen. Nach der Galaxie kommt noch ein deckenfüllender Weltraumhintergrund mit Schattierungen in Blau, Schwarz und Violett, einige weitere Nebelstrukturen und viele bunte Smarties. Nein Sterne! Sterne wollte ich sagen …

Nachdenkliches zum Klimawandel


Bislang ging ich davon aus, dass die globale Erwärmung real ist. Wie viel Einfluss der Mensch daran hat, da hatte ich meine Zweifel, aber die Temperaturkurven, die mir immer wieder gezeigt wurden, sagten ziemlich klar: Es wird wärmer. Zumindest im Durchschnitt über den ganzen Globus. Ein wenig hat es mich zwar immer schon gewundert, wie man es schafft, für die gesamte Erde eine Durchschnittstemperatur zu ermitteln, aber für die anderen Planeten im Sonnensystem findet man bei der NASA auch entsprechende Zahlen. Also ging ich davon aus, dass man das im Griff hat.

Ausgehend von der Annahme, dass die globale Erwärmung real ist, aber mit den Zweifeln, wie viel Einfluss der Mensch daran hat, interessierten mich vor allem Lösungen, wie man mit den Folgen umgeht (Landwirtschaft, Ernährung, Dürre, Flut, Unwetter, und in der Folge Flucht …), während die Politik sich damit beschäftigte, wie man die Erwärmung begrenzen könnte – und ich mich immer wieder ärgerte, dass man keinen Plan hat, wie man mit den Folgen umgehen könnte, sich nicht mal Gedanken darüber machte, ausser ggf. die Grenzen noch dichter zu machen um die Leute, deren Heimat durch Hitze und Dürre unbwohnbar wird, draussen zu halten. Was meiner Meinung nach keine Lösung sein konnte.

Erdgeschichtlich gesehen ist es im Moment weder besonders warm noch kalt. Die Erde war schon mal komplett zugefroren, alles Land und alle Ozeane von Eis bedeckt. Sie war auch schon mal komplett und ganzjährig eisfrei. D.h. was wir im Moment haben, ist gar nichts besonderes, und zwei Grad mehr oder auch vier, wären erdgeschichtlich immer noch nichts besonderes. Das einzige Besondere könnte die Geschwindigkeit der Änderung sein, aber da fehlen die Daten zum Vergleich – manche historisch belegten Erwärmungen oder Abkühlungen erfolgten jedoch auch recht schnell. Die Erdtemperatur reagiert nicht notwendigerweise sehr träge, auf große Vulkanausbrüche z.B. reagiert sie praktisch sofort.

Und nun fand ich dieses Video  – kurz gesagt, hier wird gezeigt, wie klein die Abweichung vom langjährigen Mittel eigentlich ist, wie sehr sie vom Messverfahren abhängt und wie unklar es ist, was die optimale Temperatur für die Erde (bzw. für eine von Menschen besiedelte Erde) eigentlich ist – Z.B. mir persönlich und an meinem Wohnort wären zwei oder vier Grad mehr gar nicht unrecht.

Das Video macht mich jetzt doch sehr nachdenklich. Vor allem die eine Stelle, an der gezeigt wird, dass die behaupte Abhängigkeit der Durchschnittstemperatur von der CO2 Konzentration nicht direkt folgt – der Redner meint, einen klaren Bruch erkannt zu haben, aber vielleicht folgt die Temperatur verzögert oder in einem nichtlinearen Zusammenhang mit zeitlicher Komponente – ich kann das im Moment nicht bewerten. Auf jeden Fall ist der Zusammenhang nicht so klar und linear wie meist behauptet wird.

Hier werden etliche Punkte angesprochen, die Schwächen der Messung, der Rechnung und der Prognosen aufzeigen. Das sollte zum Nachdenken und eigener Recherche anregen.

 

 

 

Flugbahnchaos an der Straßenlampe


Eines Tages sind mir Insekten aufgefallen, die um eine Straßenlaterne schwirrten. Ich habe dann ausprobiert, ob man die Flugbahnen der Insekten in einer Langzeitbelichtung sichtbar machen kann – und siehe da, es geht!

Flugbahnchaos an der Straßenlampe
Flugbahnchaos an der Straßenlampe

Interessant auch, dass die LEDs der Laterne gepulst betrieben werden. Das sieht man mit blossem Auge nicht, aber in dem Foto  macht der Effekt aus der Bahn eine Perlenkette im Rhythmus der Pulse.

Imaginative Realism – Zeichnen, was es in der Wirklichkeit nicht gibt


Vor vielen Jahren wurde mir ein Buch von James Gurney empfohlen, zum Thema Farbe und Licht in der realistischen Malerei. Ich habe das Buch damals bestellt und es stand lange ungenutzt im Regal, bis vor einigen Monaten, als ich es wieder ausgegraben und studiert hatte.

Kürzlich habe ich dann erfahren, dass es vom gleichen Autor auch ein zweites Buch gibt, „Imaginative Realism“, also, wie man Dinge realistisch zeichnet, die es in Wirklichkeit nicht zu sehen gibt, und die man rein aus der Vorstellung abbilden muss.

https://www.amazon.de/Imaginative-Realism-Paint-Doesnt-Gurney/dp/0740785508

Mit knapp 20 Euro ist das Buch erstaunlich preiswert. Andere Fachliteratur kostet deutlich mehr – und so habe ich es bestellt und vor einigen Wochen dann auch erhalten.

Hier nun mein Eindruck als Hobbymaler: Das Buch ist sehr interessant und deckt einen riesigen Themenbereich ab, von Landschaft über Architektur und Technik bis hin zu Mensch, Tier und allen möglichen Fantasiegestalten. Der Autor geht auch kurz auf die Histore der fantastischen Malerei ein, und zeigt, dass es zu allen Zeiten einen Bedarf gab, Szenen darzustellen, die zumindest zu der Zeit nicht aus der Wirklichkeit entnommen werden konnten, sondern nur aus der Vorstellung, bzw. nach historischen oder episch-mystischen Erzählungen und Berichten gefertigt werden mussten.

Was es vor allem zeigt ist, wie viel Aufwand manche Maler in ein gutes Bild stecken. Nicht nur in die tatsächliche Malerei, sondern in die Zeit davor, was alles studiert wird, mit Modellen, Kostümen, Figuren und auch was der Maler selbst alles unternimmt, um ein Verständnis für das zu entwickeln was er darstellen will. Eine nette Szene ist z.B. wie er in der Garageneinfahrt mit einem Stoßbesen posiert und sich dabei fotografieren lässt, um Vorlagen für Studien eines Zahnpflegeassistenten für einen Drachen zu gewinnen. Schüchtern vor den Nachbarn darf man da nicht sein.

Im Internet gibt es leider nur das Ergebnis, nicht die Fotostudie, die im Buch zu sehen ist:

https://gedankenweber.files.wordpress.com/2017/10/11cf5-tumblr_llgpd88yrc1qe8ohqo1_500.jpg

Interessant sind auch die Serien kleinformtiger, relativ grober Skizzen, die der Autor macht, um ein besseres Verständnis für eine Szene zu entwickeln, und in denen Variationen der Szene ausprobiert werden, bis eine gute Komposition gefunden ist – oder klar wird, dass es so nicht funktioniert.

Passend dazu, Farbstudien – sobald die Komposition ermittelt ist, werden farbklecksartig die Hauptbereiche koloriert, um zu sehen, wie verschiedene Farbkombinationen in dieser Szene wirken.

So in etwa, wie man in der technischen Forschung und Entwicklung erst einige Prototypen baut, um damit zu üben und Erkenntnisse zu gewinnen, bis man sich dann mit den gewonnenen Erkenntnissen an das endgültige Design macht. Also nicht wirklich neu von der Idee her, aber ich wusste nicht, dass auch Künstler diesen Weg gehen können oder sollten – für mich als Laie jedenfalls ein interessanter Einblick, wie sich ein Profi auf ein Werk vorbereitet, und für mich persönlich sehr hilfreich, weil ich diese Schritte gut nachvollziehen kann.

Teilweise fertigt der Autor sogar kleine Skulpturen, z.B. wenn er für eine Serie von Bildern sicherstellen will, dass eine Figur immer gleich aussieht. Die Skulptur dient dann als Referenz. Bei dieser Idee bin ich allerdings unsicher, ob der Nutzen der Skulptur den Aufwand überwiegt, aber gut zu wissen, dass auch ein Profi nicht alles „aus dem Kopf“ malen kann, sondern das Ding „in echt“ betrachten möchte, um es richtig darstellen zu können.

Im Vergleich zu Gurneys anderem Buch über Farbe und Licht ist dieses Buch auf einer viel höheren, übersichtsartigen Ebene angesiedelt, und gibt nur verhältnismäßig wenig Tipps wie man jetzt tatsächlich mit Pinsel und Farbe diesen oder jenen Effekt erzielt. Für mich ist es jedoch genau richtig, weil ich sehe, dass ich in vielen Aspekten einfach nicht die richtige Vorstellung davon hatte, wie ein Maler arbeitet, und was alles gemacht wird, bevor das eigentliche Bild dran kommt. Ich frage mich nur: warum haben meine Kunstlehrer in der Schule nie davon erzählt? Das wäre doch wichtig gewesen …

Ebenfalls spannend ist das erste Kapitel, mit vielen hilfreichen Tipps, wie man eine Malwerkstatt einrichtet und seine Utensilien organisiert. Auch wenn ich das nicht so umsetzen kann, weiß ich jetzt wie es im besten Falle aussehen sollte oder könnte.

Das Buch ist gut lesbar geschrieben, hat viele tolle Beispiele, der Autor ist selbst Maler und berichtet aus seiner Erfahrung, und es hat so viele Informationen, dass ich nach ein zwei Seiten erst mal Pause machen muss, um das alles noch mal zu durchdenken. Das ist ein Buch das man über Wochen und Monate immer wieder mal studieren muss, bis man alle Details aufgenommen hat. Für mich noch ein Bonus – ich bin schon immer Dinosaurier- und Drachenfan gewesen, somit kommen mir die Beispiele im Buch sehr entgegen und sind inspirierend.

Hier noch ein Beispiel – zur Zeit meine Lieblingsszene aus dem Buch:

http://artnectar.com/wp-content/uploads/2010/06/james_gurney_the_excursion.png

Allerdings muss ich sagen, der Titel kann auch falsch verstanden werden – wer eine Einführung in Maltechniken erwartet, um in höchster Qualität realistisch zu malen, wird enttäuscht – der Autor setzt diese Fähigkeiten einfach voraus. Sein Fokus liegt auf dem Weg zum Bild, in der Recherche und dem Studium aller Details, so dass ausser den eigenen handwerklichen Fähigkeiten einem bestmöglichen Ergebnis dann nichts mehr im Weg steht.

Mein Fazit: Der Kauf hat sich gelohnt, das Buch öffnete mir eine ganz neue Sicht auf die Malerei und hat mir unzählige neue Einsichten ermöglicht, wie man durch bessere Vorbereitung zu einem besseren Bild gelangt. Und das ganz unabhängig davon, ob man wie Herr Gurney mit Öl arbeiteit, oder mit einem anderen Medium. Die 5 Sterne Bewertung auf Amazon ist gerechtfertigt.

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