Schlagwort-Archive: Hafer

Experimentalküche – Hafer-Grünkern-Nuggets mit Bratapfel


Ähnlich wie vor drei Jahren tragen die Apfelbäume dieses Jahr wieder reichlich, und es stellt sich die Frage, was ich mit all den Äpfeln tun könnte. Apfelsaft mag ich nicht besonders, aber es schien an der Zeit, nach fast zwei Jahren Pause mal wieder etwas öfter zu kochen.

Nach einigen Nachdenken erschien es mir ausprobierenswert, Hafer-Grünkern Bratlinge mit den Äpfeln zu kombinieren. Details zum Rezept gibt es am Ende.

Am Anfang stand das Fallobst.

Fallobst
Fallobst

Auch die Würmer mögen die Äpfel, aber man muss halt Kompromisse schliessen, wenn man auf Spritzmittel verzichtet.

Wurm-Aktivität
Wurm-Aktivität

Es blieben genügend gute Stücke für mich übrig.

Gute Apfelstücke
Gute Apfelstücke

Aber jetzt zum eigentlichen Rezept. Ein Teig, halb aus Haferkleie, halb aus Grünkernschrot, mit Instantbrühe – ich weiss, Sakrileg aus der Chemiefabrik, gibt dem Teig dennoch einen guten Geschmack – rechlich Schnittlauch und etwas Liebstöckel als Gewürz.

Hafer und Grünkern Teig
Hafer und Grünkern Teig

Daraus Nuggets geformt und in der Pfanne ausgebraten. Ich denke, die unregelmässige Form ist interessant, wer mag, kann auch schön runde Küchlein aus dem Teig formen.

Nuggets
Nuggets

Was ich gelernt habe – man muss die Nuggets ziemlich scharf anbraten, damit sie einen guten Geschmack entwickeln, aber nicht zu lange braten, so dass sie innen saftig bleiben. Ich brate mit Olivenöl, das heisst die Hitze muss so hoch sein, dass das Öl anfängt zu rauchen. Tatsächlich etwas mehr als bei diesem Versuch, den ich fotografiert habe.

Nuggets
Nuggets

Dann kommen die Apfelsücke in die Pfanne. Mit Zwiebeln, deutlich mehr als ich hier verwendet habe, und wie ich in einem zweiten Versuch gelernt habe, am besten auch mit reichlich Kümmel.

Apfelstücke mit Zwiebeln
Apfelstücke mit Zwiebeln

Gegen Ende dann noch etwas Käse dazu, so dass er über den Apfelstücken schmelzen kann, und mit den Nuggets zusammen serviert.

Nicht ganz perfekte Präsentation
Nicht ganz perfekte Präsentation

War lecker. Der Salat aus einer Tomate aus dem Garten mit etwas Kopfsalat passt ganz gut dazu, und löste auch die Frage, was ich mit den Tomaten machen könnte.

Rezept für zwei Portionen

Für die Nuggets

  • 100g Haferkleie oder Haferflocken
  • 100g Grünkernschrot
  • 300ml Instantbrüche
  • Schnittlauch und Liebstöckel zum würzen

Bratäpfel

  • 200-300g Apfelstücke
  • 1-2 Zwiebeln
  • 80g Emmentaler
  • Kümmel

PS: Den Liebstöckel mit der Brühe kochen, sonst kommt der Geschmack nicht richtig zur Geltung. Der Schnittlauch kommt jedoch direkt in den Teig.

Werbeanzeigen

Arsenbelasteter Reis


Obwohl ich keine Glutenunverträglichkeit habe, lese ich gerne die Berichte zu dem Thema. Einiges habe ich dabei schon gelernt, z.B. dass Hafer vom menschlichen Körper besser verwertet werden kann als andere Getreide, zum Brot backen jedoch ungeeignet ist. Auf jeden Fall sehe ich den Haferbrei jetzt positiver als zuvor und habe auch damit experimentiert, Eintöpfe auf Haferbasis zu kochen – das funktioniert erstaunlich gut, d.h. wer die Nudel aus der Küche verbannen will, z.B. wegen einer Paleo-Diät, dem hilft der Hafer dabei.

Letztes Wochenende bin ich dann über diesen Bericht gestolpert:

https://www.welt.de/kmpkt/article162096978/Wer-sich-glutenfrei-ernaehrt-kann-seine-Gesundheit-gefaehrden.html

Mein erster Gedanke war, „Gefahr durch glutenfreie Ernährung? Braucht der Körper das Gluten jetzt doch?“ Damit lag ich allerdings weit daneben. Der Artikel referiert über Weizenersatz auf Reisbasis, und dass Reis häufig mit Arsen belastet ist.

Zuerst habe ich das als irrelevant für mich abgetan, da ich nicht gezielt solche Produkte kaufe oder verzehre. Ich bin ja etwas langsam im Kopf, deshalb dauerte es eine Weile bis meine Gedanken die Brücke schlugen – ich esse zwar keine der genannten Weizenersatzprodukte, aber ich mag Reis und esse relativ oft Reis. Also betrifft mich die Information über den arsenbelasteten Reis doch, und zwar auf viel direkterem Weg, als der Artikel erzählt hat.

Eine Blitzrecherche ergab – Arsenbelasteter Reis ist ein Thema, und zwar schon seit vielen Jahren.

Hier z.B. ein Bericht von 2004:

https://www.heise.de/tp/features/Bangladesh-Arsen-im-Trinkwasser-Arsen-im-Reis-3437583.html

Dann einer von 2010:
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=98716&bernr=04

Was auch interessant ist, ist ein weiterer Bericht auf welt.de,  wo ich auch den Bericht über die Glutenersatzprodukte gefunden hatte – die Menge Arsen, die man mit dem Reis zu sich nimmt, hängt von der Zubereitung ab. Man kann das Arsen zu einem Teil auswaschen, aber was man dabei an nützlichen Mineralien ebenfalls auswäscht, wird mal wieder nicht gesagt:

https://www.welt.de/wissenschaft/ernaehrung/article161928070/Bei-Reis-entscheiden-Sorte-und-Zubereitung-ueber-Giftigkeit.html

So richtig gefällt mir das immer noch nicht. Millionen Menschen ernähren sich von Reis. Wie viele davon wissen um das Problem, und wie man das Arsen im Reis reduzieren kann? Und Arsen ist auf vielen Wegen giftig. Im Mittelalter war es eine Zeitlang sehr beliebt, um ungeliebte Menschen umzubringen. Die Giftigkeit hat seitdem nicht abgenommen, und ich bezweifle, dass der Koch in der Kantine Zeit und Muse hat, den Reis eine Nacht lang zu wässern, um das Arsen auszuwaschen, oder der Einkauf dort darauf bedacht ist, besonders arsenarme Reissorten zu kaufen – die kaufen mit fast 100% Sicherheit den jeweils günstigten.

Ich glaube ich bleibe beim Hafer als Weizenersatz. Bis dann der Bericht kommt, mit was der Hafer alles verseucht ist. Z.B. mit Glyphosat – das ist mit einiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls krebserregend:

http://www.deutschlandfunk.de/glyphosat-rueckstaende-in-mehl-broetchen-und-haferflocken.697.de.html?dram:article_id=218620

Schöne neue Welt.