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Polymerbeton mit Wüstensand


Im Gegensatz zu viele anderen Sanden, die recht gezackte oder kantige Körner haben, sind die Körner von Wüstensand ziemlich rund. Das hat zur Folge dass sie gut übereinander rollen und schlecht gegeneinander verkeilen oder verzahnen, was sie als Zusatz zu Beton für Bauzwecke wertlos macht – Beton aus Wüstensand wird nicht fest genug.

Wüstensand gibt es zwar überreichlich, er ist beim Bau aber unbrauchbar, der Wind schleift die Körner so rund und glatt, dass sie schlecht haften.

Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Der-Sand-wird-knapp/story/24574400

Diese Tage fand ich dann den folgenden Artikel – wenn man den richtigen Binder verwendet, kann man auch mit den runden Wüstensandkörnern stabile Bausteine herstellen:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Mit-einem-neuen-Verfahren-wird-aus-Wuestensand-ein-Baumaterial-3745747.html

In meiner Zeit als Modellbauer konnte ich einige Erfahrungen mit Polyester- und Epoxidharzen sammeln. Mein Eindruck ist, dass diese Harze an sich schon so stabil sind, dass sie mit fast jedem Füllmaterial als Baustoff taugen sollten. Sie sind allerdings teuer – das erwähnt auch der Artikel, dass die Bausteine aus Polymerbeton recht teuer sind.

Ein Zitat aus dem Artikel:

Zwar sind die Steine aus Polymerbeton relativ teuer, doch laut Dust werden Häuser damit trotzdem billiger als gewöhnliche. Seine Begründung: Man braucht dafür weder einen Kran noch Bauprofis und zudem weniger Material. Eine schlüsselfertige 37-Quadratmeter-Unterkunft soll sich auf diese Weise für rund 15.000 Euro errichten lassen, der Rohbau sogar für nur 5.000 Euro.

In Ägypten, Tunesien, Algerien und Marokko kann ich mir vorstellen, dass das Verfahren im Vergleich zum Bauen mit importierten Sand und Beton konkurrenzfähig ist. In den südlichen Sahara-Anreinerstaaten eher weniger, dort werden 15.000 Euro für ein kleines Haus vermutlich für viele zu teuer sein.

Viele arabische Staaten sind eher reich, und haben reichlich Wüstensand. Dort dürfte das Verfahren auch interessant sein, ebenso in China mit der Wüste Gobi.

Was mich jetzt noch interessieren würde, sind die Ausdünstungen, welche die kunstharzgebundenen Bausteine an die Raumluft in den Häusern abgeben. Auf meinen Dosen mit Polyester- und Epoxidharz prangten immer schöne Warnzeichen wie „Reizend„, d.h. zumindest im Rohzustand sind diese Harze nicht so gut verträglich.

Leider sagt der Artikel dazu nichts, nicht einmal welche Art von Harzen verwendet wird – verständlich einerseits, das ist vermutlich das Kerngeheimnis des Geschäfts; wenn man die Harze kennt, kann das vermutlich jeder machen. Schade aber, denn auf diese Weise kann man nicht recherchieren, was über die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Harze bekannt ist.

Mein Fazit – Schön, dass die Sandknappheit gelindert werden kann, indem man Bausteine aus Wüstensand mit Polymerbinder herstellt. Schade, dass über die Wirkungen der Harze bzw. der Ausdünstungen auf den Menschen nichts berichtet wird.

PS: Noch ein zweiter Artikel zum Thema, kurz und dennoch informativ:

http://www.trendsderzukunft.de/neues-kunstharz-statt-zement-stabile-haeuser-aus-wuestensand-erstmals-moeglich/2016/11/18/

Betonschalen im Eigenbau


Seitdem ich im Frühjahr einige schicke Pflanztöpfe und Schalen aus Beton gesehen hatte, trug ich mich mit dem Gedanken, zu versuchen, ob man das auch selber machen kann. Beton ist schliesslich keine Geheimwissenschaft. Oder vielleicht doch? Ganz trivial ist es nicht, wie man an der Menge der angebotenen Spezialmischungen sieht, jede Menge Zusatzstoffe machen aus dem einfachen Beton dann doch eine Geheimwissenschaft. Eine richtig geheime sogar, denn die exakte Mischung verrät keiner der Anbieter. Betonschalen im Eigenbau weiterlesen