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Deutschlands Rohstoff ist Erfindergeist und Schaffenskraft


Irgendwann in der Schule wurde mir erklärt, dass Deutschland keine nennenswerten Bodenschätze oder andere Rohstoffe hat, die man gewinnbringend verkaufen könnte, und dass es unsere einzige Chance ist, gute Produkte herzustellen, die wir teurer verkaufen können, als die Rohstoffe, die zur Produktion notwendig sind (und die wir Mangels eigener Rohstoffe oft importieren müssen).

Da es beim Verkauf von Produkten einen inzwischen weltweiten Wettbewerb gibt, hat man zwei Möglichkeiten: man kann billiger anbieten als die Mitbewerber, oder so gute Produkte anbieten, dass es praktische keine Mitbewerber mehr gibt.

Billig zu produzieren funktioniert in Deutschland zwar seit Harz IV erstaunlich gut, aber mein Lehrer war damals eher der Meinung, unsere Entscheidung sollte auf höchstklassige Produkte lauten, der Ramschmarkt gibt einfach nicht genug her. Ich stimme ihm hier voll zu, und damit komme ich jetzt zum eigentlichen Thema.

Um hochwertige Produkte zu fertigen, höherwertige als die Mitbewerber, braucht man gut ausgebildete Leute. Egal, ob Designer, Techniker oder Entwickler, ohne gute Ausbildung, ohne das Hirn, hat Deutschland eben nichts, was andere Länder nicht auch hätten. „Billig“ können die anderen auch.

Und nun lese ich das hier:

https://sciencefiles.org/2018/03/21/systematische-zerstorung-fluchtlinge-bekommen-in-bremen-den-hauptschulabschluss-geschenkt/

Scheinbar hat man die Schulbildung zumindest in Bremen jetzt aufgegeben. Es geht nicht mehr darum, Ziele zu erreichen, sondern nur noch darum, das, was da ist, einzuteilen. Das ist aber nicht der Sinn der Schule. Die soll Schüler fit machen für das Leben, und dazu gehört eben auch das Arbeitsleben. Auch ein einfacher Handwerker braucht Mathe und Deutsch, der muss auch mal ausrechnen wie viel Material er für eine Aufgabe braucht, muss mal einen Brief schreiben oder etwas Lesen.

Meine Prognose: So wird das nichts mit der Zukunft von Deutschland. Wir brauchen richtig gute Leute, einige ganz in der Spitze, als Erfinder und Treiber neuer Entwicklungen, aber auch in der Breite, denn die Qualität der Produkte hängt an jedem einzelnen Arbeiter. Wie oben gesagt, billig können viele.  Da gehen wir über kurz oder lang unter.

PS: Gilt analog auch für Dienstleistungen.

 

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Wir fallen weiter zurück …


Ich weiss nicht, ob ich das hier im Blog schon mal thematisiert hatte, oder nur in Gesprächen mit Kollegen, aber seit langem sehe immer weniger Branchen, in denen wir tatsächlich führend sind. Meine Bekannten und Kollegen heben hervor, dass es immer noch einzelne Unternehmen gibt, die Weltmarkführer sind, aber für mich blieb immer wieder das Gefühl, das wir in immer größeren Bereichen den Anschluss verlieren.

ScienceFiles, die sich sonst mehr mit Sozialwissenschaften beschäftigen, haben das heute auch entdeckt. Während ich eher Mängel in der Ausbildung der Handwerker,  Techniker und Ingenieure vermutete, hat ScienceFiles eine neue Erklärung angeboten: das Klima in Deutschland sei durch Frauenförderung für leistungsorientierte Männer unattraktiv geworden, und die zunehmende Verbreitung nicht-technischer Studien führt zwar zu einer Akademikerschwemme, aber nicht zu Fortschritt:

https://sciencefiles.org/2018/01/16/deutschland-wird-zum-gespott-der-welt-oder-gender-studierte-bauen-keine-brucken-oder-schiffe/

Beispiele für aktuelles Versagen gibt es dort reichlich, besonders peinlich finde ich unsere neue Superschlachtfregatte, die nicht seetauglich und gegen Luftangriffe wehrlos ist. Erinnert sich noch jemand an Pearl Harbour? Damals wurde zum ersten Mal klar, dass sich die Zeiten geändert haben, und die neue Bedrohung für Kriegsschiffe aus der Luft kommt. Vielleicht ist das so lange her, dass es hierzulande schon wieder vergessen wurde …

Nachtrag: Deutschland hat wenige natürliche Rohstoffe, die wir abbauen und verwerten oder verkaufen können. Unser Rohstoff war und ist das Hirnschmalz, mit dem wir Produkte – und zu einem gewissen Grad auch Dienstleistungen – entwickeln, die andere nicht oder nicht in dieser Qualität herstellen könnnen. Wenn wir das verlieren, dann sind wir wirklich arm dran, denn selbst viele Entwicklungsländer können dann immer noch ihre Bodenschätze verkaufen, während wir dann gar nichts mehr haben. Oder möchte hier jemand für weniger Lohn als ein Arbeiter in Bangladesh arbeiten, in direkter Konkurrenz über den Preis?

 

 

Zwei Schulfächer, die ich vermisse


Immer wieder begegne ich Leuten, die sich nicht zu helfen wissen – konkret betrifft das vor allem die Bereiche „Hausmedizin“ und „Reparaturen“. Es gibt viele kleine Verletzungen oder leichte Krankheiten die man selbst behandeln kann. Genauso gibt es viele kleine Reparaturen im Haushalt, die man selbst durchführen könnte. Aber niemand hat es den Leuten beigebracht, und so sind sie hilflos, selbst bei kleinen Problemen. Zwei Schulfächer, die ich vermisse weiterlesen