Archiv der Kategorie: Soziales und Politik

Lesetipp: Es fehlt am Positiven


Scheinbar bekommt einer meiner Lieblingsblogger vermehrt Zuschriften, dass er nur noch schlechtes über die Welt berichtet. Er antwortet darauf, dass sich ihm im Moment nur noch wenig positives zeigt, und alles was wichtig scheint, negativ ist:

http://www.danisch.de/blog/2018/04/08/nichts-positives/

Was mich jetzt aber fast umgehauen hat ist dieses:

http://www.danisch.de/blog/2018/04/08/und-wo-bleibt-das-positive-herr-kaestner/

Das Problem hatte schon mal jemand, und kein ganz unbekannter. Damals begannen kurz danach ganz schlechte Zeiten. Hoffen wir mal, dass es uns nicht auch so ergeht … ist Hoffnung das einzig Positive das uns noch bleibt?

Ich bin ja von Natur aus Pessimist und meist dazu noch depressiv. Aber abseits von Kunst, Kultur und auf der ganz anderen Seite, Fortschritte in der Forschung, hat auch für mich die Welt im Moment nicht viel positives zu bieten, und ich flüchte mal wieder in Fantasiewelten, sei es Grafik oder Rollenspiel.

Immerhin, es ist Frühling. Die vermutlich beste Jahreszeit für positive Gedanken.

Primeln
Primeln
Tulpen
Tulpen

Also, freuen wir uns an den kleinen Dingen, so lange der Ernst der Lage es uns noch erlaubt.

 

Un-Bildung


Neulich hatte ich es von den Hauptschulen in Bremen, aber scheinbar wird auch bei den Doktorarbeiten … durchgewunken?

http://www.danisch.de/blog/2018/03/24/die-witzdissertation-der-bahnvorstaendin-sabina-jeschke/

Ich hatte das so in Erinnerung, dass eine Diplomarbeit die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten nachweisen soll, und die Doktorarbeit dazu noch ein neuartiges Thema beackern muss, um zu zeigen, dass man die Wissenschaft auch voran bringen kann. Denn sonst wäre man nur ein besserer Archivar, der bestehendes Wissen zusammenträgt.

Hoffen wir mal, dass die von Bahnwesen mehr versteht als … oder, ne, ich glaub’s nicht wirklich. Bekannte von mir haben Verkehrswesen studiert … warum stellt man da nicht jemanden vom Fach ein?

Deutschland, quo vadis?

Deutschlands Rohstoff ist Erfindergeist und Schaffenskraft


Irgendwann in der Schule wurde mir erklärt, dass Deutschland keine nennenswerten Bodenschätze oder andere Rohstoffe hat, die man gewinnbringend verkaufen könnte, und dass es unsere einzige Chance ist, gute Produkte herzustellen, die wir teurer verkaufen können, als die Rohstoffe, die zur Produktion notwendig sind (und die wir Mangels eigener Rohstoffe oft importieren müssen).

Da es beim Verkauf von Produkten einen inzwischen weltweiten Wettbewerb gibt, hat man zwei Möglichkeiten: man kann billiger anbieten als die Mitbewerber, oder so gute Produkte anbieten, dass es praktische keine Mitbewerber mehr gibt.

Billig zu produzieren funktioniert in Deutschland zwar seit Harz IV erstaunlich gut, aber mein Lehrer war damals eher der Meinung, unsere Entscheidung sollte auf höchstklassige Produkte lauten, der Ramschmarkt gibt einfach nicht genug her. Ich stimme ihm hier voll zu, und damit komme ich jetzt zum eigentlichen Thema.

Um hochwertige Produkte zu fertigen, höherwertige als die Mitbewerber, braucht man gut ausgebildete Leute. Egal, ob Designer, Techniker oder Entwickler, ohne gute Ausbildung, ohne das Hirn, hat Deutschland eben nichts, was andere Länder nicht auch hätten. „Billig“ können die anderen auch.

Und nun lese ich das hier:

https://sciencefiles.org/2018/03/21/systematische-zerstorung-fluchtlinge-bekommen-in-bremen-den-hauptschulabschluss-geschenkt/

Scheinbar hat man die Schulbildung zumindest in Bremen jetzt aufgegeben. Es geht nicht mehr darum, Ziele zu erreichen, sondern nur noch darum, das, was da ist, einzuteilen. Das ist aber nicht der Sinn der Schule. Die soll Schüler fit machen für das Leben, und dazu gehört eben auch das Arbeitsleben. Auch ein einfacher Handwerker braucht Mathe und Deutsch, der muss auch mal ausrechnen wie viel Material er für eine Aufgabe braucht, muss mal einen Brief schreiben oder etwas Lesen.

Meine Prognose: So wird das nichts mit der Zukunft von Deutschland. Wir brauchen richtig gute Leute, einige ganz in der Spitze, als Erfinder und Treiber neuer Entwicklungen, aber auch in der Breite, denn die Qualität der Produkte hängt an jedem einzelnen Arbeiter. Wie oben gesagt, billig können viele.  Da gehen wir über kurz oder lang unter.

PS: Gilt analog auch für Dienstleistungen.

 

Lesetipp: Über die Motivation von Wissenschaftlern, Irrtümer abzustreiten


Die ScienceFiles Redaktion hat sehr interessante Gedanken publiziert, warum Wissenschaftler immer wieder an Theorien festhalten, obwohl sich über die Zeit viele Hinweise angesammelt haben, dass die Theorie einer Korrektur bedarf:

https://sciencefiles.org/2018/03/14/heftige-kritik-an-klimaalarmisten-kritik-ernst-nehmen-nicht-unterdrucken/#comment-91940

Machterhalt. Bewahrung der Reputation.

Das sind so starke Motivatoren, das glaube ich sofort. Vielleicht müsste man noch Stolz und Kränkung mit dazu nehmen. Das kann für bestimmte Persönlichkeitstypen noch schwerer wiegen, als Macht und Reputation allein.

 

Lesetipp: Produktivitätssabotage


Ich hatte keine Ahnung, dass es so etwas wie eine Anleitung dafür gibt, systematisch die Produktivität einer Verwaltung zu unterminieren. Der Autor hier wusste davon, und hat die Effekte in der modernsten Technik zur angeblichen Produktivitätsteigerung wiedererkannt:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/KI-Assistenten-Die-Suche-nach-Passierschein-A38-im-Buero-4-0-3996162.html

Was es nicht alles gibt …

 

Feinstaubquellen, Feinstaubsorten und das Diesel-Fahrverbot


Feinstaub ist im Moment in aller Munde, und es wird viel auf die Autos geschimpft, besonders auf den Diesel. Ich war mal stark an Chemie interessiert, auch an Physik, und es stört mich dass Feinstaub so undifferenziert betrachtet wird. Das sind ganz unterschiedliche Partikel, nicht nur von der Größe her, nach denen sie normalerweise klassifiziert werden sondern auch der Form nach, und vor allem der Substanz aus der sie bestehen. Der letzte Punkt ist derjenige warum ich diesen Artikel schreibe, manche Substanzen sind einfach gefährlicher als andere, aber in der Diskussion wird nur die Gesamtmenge des Staubs betrachtet, weil es dafür Grenzwerte gibt.

Zum Beispiel sind unsere geliebten Wälder ganz natürliche Feiunstaubquellen. Es sind aber andere Substanzen als die von den Autos abgegebenen. Dennoch sind nicht alle davon gesund, aber scheinbar hat sich der Mensch daran angepasst, bzw, die Evolution hat einfach alle aussortiert die durch natürliche Feinstäube zu früh gestorben sind, um sich vermehren zu können.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass Feinstaub in erster Linie durch den Menschen verursacht wird, stammen grob geschätzt mehr als 85% der weltweit in die Atmosphäre eingetragenen Feinstaubmasse aus natürlichen Quellen. Neben den Ozeanen und Wüsten sind auch Wälder regional wichtige Quellen für Feinstaub.

Jedem ist der typische Nadelwaldduft während eines Waldspaziergangs vertraut. Dieser Duft ist eine komplexe Mischung verschiedenster chemischer Verbindungen, die von den Bäumen und anderen Pflanzen in die Luft abgegeben werden.

Quelle: http://www.schattenblick.de/infopool/umwelt/klima/uklfo366.html

Zurück zu den Autos. Die Motoren sind weder die einzige noch die größte Feinstubquelle:

In Stuttgart wurden 2015 durch Autos jeden Tag rund 475 Kilogramm Feinstaub freigesetzt. Davon entstehen rund 77 Kilogramm durch die Abgase. Rund 398 Kilogramm, also etwa 84 Prozent, entstehen aber durch den Abrieb von Reifen, Bremsen und durch Wiederaufwirbelung …

Quelle: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.dekra-auto-chef-zu-feinstaub-in-stuttgart-es-gibt-besseres-als-fahrverbote.facef8e6-6e05-4a6b-8684-db78c242c5c2.html

Und jetzt wird’s knifflig. Dieselruß ist oft mit aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen „verseucht“, die zum größten Teil im Verdacht stehen, krebserregend zu sein, für manche wie Benzol ist das seit langem bewiesen. Solche Stäube halte ich für sehr ungesund. Aber sie sind gleichzeitig auch ein relativ geringer Anteil, und, was mich besonders ärgert, sie wären mit einer guten Abgasreinigung fast vollständig vermeidbar. Großdiesel wie in neuen LKWs sind kurioserweise mit leistungsfähigen Abgasreinigungsanlagen versehen, wärend man bei Diesel PKW daran gespart hat.

Gummiabrieb betrachte ich als ähnlich schädlich wie Rußpartikel, aus einem einfachen Grund – die schwarze Farbe der Gummireifen kommt von Rußpartikeln, die man dem Gummi zusetzt. D.h. da ist schon wieder Ruß dabei, aber schwer zu sagen, aus welchen Quellen der Ruß stammt.

Z.B. Ruß von Holz ist auch nicht ganz ohne:

Das Heizen mit Holz verursacht, auch wenn es sachgerecht vorgenommen wird, deutlich größere luftverschmutzende Emissionen als andere Energieträger wie Heizöl oder Erdgas. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es in einigen Wohngebieten zu kurzzeitigen Belastungen mit Feinstaub und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) kommen kann – insbesondere dann, wenn in einem Wohngebiet viele Holzöfen und Kamine gleichzeitig betrieben werden

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/emissionen-aus-kleinfeuerungsanlagen-in#textpart-2

Oft werden die Bremsen als weitere Quelle von bösem Feinstaub angeführt:

Statt Abgasen sind Reifen und Bremsen eine Hauptquelle von Feinstaub

Quelle: http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-02/feinstaub-motoren-luftverschmutzung-reifen-abrieb-bremsen

Um ehrlich zu sein, mit den Überlegungen zum Bremsenabrieb begann dieser Artikel in meinem Kopf zu reifen. Ich muss zugeben, mein KFZ Fachwissen ist veraltet, weil ich als Jugendlicher als den bereits alten Büchern meines Vaters gelernt habe, und das jetzt auch schon wieder 30 Jahre her ist. Ich hatte damals gelernt, dass Bremsscheiben und -backen aus Grauguss sind, eine Legierung hauptsächlich aus Eisen und Grafit. Und zumindest der Eisenanteil sollte, selbst wenn er eingeatmet wird, vom Körper gut abbaubar sein, und damit gesundheitlich ein viel geringeres Problem als Dieselruß.

Für meine Heimatstadt Stuttgart gibt es eine grobe Schätzung, dass 30% des menschgemachten Feinstaubs von der Industrie kommen (was für Stäube das sind, wird nie erklärt), 30% aus Heizungsanlagen, 30% vom Verkehr, und 10% aus anderen Quellen.

Von den 30% vom Verkehr ist viel Bremse und Reifen, sowie Dreck von der Fahrbahn, und wiederum nur 15% von den Motoren.

D.h. insgesamt beträgt der Anteil der Motoren etwa 4,5% am Gesamtfeinstaub.

Und jetzt kommen sie mit Fahrverboten für Diesel. Ehrlich, wer glaubt, dass das etwas bringt? Rund 60% kommen sowieso aus anderen Quellen als dem Verkehr, 85% der Stäube aus dem Verkehr kommen nicht vom Motor, sondern von Bremsen, Reifen und Fahrbahn, einige dieser Stäube (Eisen der Bremsen) sind vemutlich relativ harmlos, während die Industriestäube praktisch gar nicht diskutiert werden, und mit 30% anteilmäßig mindestens so schlimm sind wie der gesamte Verkehr.

Meine Vorhersage: Ein Fahrverbot bringt so wenig, dass in Stuttgart weiterhin alle Grenzwerte gerissen werden. Aber die Politik kann behaupten, sie tut was . Nun ja, sie ärgert zumindest die Dieselfahrer, so viel ist sicher. Ob es der Luft hilft? Ich glaub’s nicht.

 

Radfahren ist zu schwer für Kinder … ?


Bin gerade über diesen Bericht gestolpert:

http://www.danisch.de/blog/2018/01/23/mit-radfahren-ueberfordert/

Mir geht es wie dem Autor, zu meiner Zeit war Radfahren etwas, das eigentlich alle konnten, und durchgefallen ist bei der Prüfung auch keiner. In der 3. und 4. Klasse habe ich recht große Radtouren mit einem Freund unternommen. Wir kannten praktisch jeden Weg und Stein der innerhalb eines Nachmittags mit dem Rad erreichbar war – und ich war sicher keine Sportskanone zu der Zeit, sogar eher schlecht im Sport.

Das ist auch eine Entwicklung, die mir nicht gefällt. Da wachsen immer mehr Leute heran, die beim geringsten Problem nicht mehr lebensfähig sind.

 

Wir fallen weiter zurück …


Ich weiss nicht, ob ich das hier im Blog schon mal thematisiert hatte, oder nur in Gesprächen mit Kollegen, aber seit langem sehe immer weniger Branchen, in denen wir tatsächlich führend sind. Meine Bekannten und Kollegen heben hervor, dass es immer noch einzelne Unternehmen gibt, die Weltmarkführer sind, aber für mich blieb immer wieder das Gefühl, das wir in immer größeren Bereichen den Anschluss verlieren.

ScienceFiles, die sich sonst mehr mit Sozialwissenschaften beschäftigen, haben das heute auch entdeckt. Während ich eher Mängel in der Ausbildung der Handwerker,  Techniker und Ingenieure vermutete, hat ScienceFiles eine neue Erklärung angeboten: das Klima in Deutschland sei durch Frauenförderung für leistungsorientierte Männer unattraktiv geworden, und die zunehmende Verbreitung nicht-technischer Studien führt zwar zu einer Akademikerschwemme, aber nicht zu Fortschritt:

https://sciencefiles.org/2018/01/16/deutschland-wird-zum-gespott-der-welt-oder-gender-studierte-bauen-keine-brucken-oder-schiffe/

Beispiele für aktuelles Versagen gibt es dort reichlich, besonders peinlich finde ich unsere neue Superschlachtfregatte, die nicht seetauglich und gegen Luftangriffe wehrlos ist. Erinnert sich noch jemand an Pearl Harbour? Damals wurde zum ersten Mal klar, dass sich die Zeiten geändert haben, und die neue Bedrohung für Kriegsschiffe aus der Luft kommt. Vielleicht ist das so lange her, dass es hierzulande schon wieder vergessen wurde …

Nachtrag: Deutschland hat wenige natürliche Rohstoffe, die wir abbauen und verwerten oder verkaufen können. Unser Rohstoff war und ist das Hirnschmalz, mit dem wir Produkte – und zu einem gewissen Grad auch Dienstleistungen – entwickeln, die andere nicht oder nicht in dieser Qualität herstellen könnnen. Wenn wir das verlieren, dann sind wir wirklich arm dran, denn selbst viele Entwicklungsländer können dann immer noch ihre Bodenschätze verkaufen, während wir dann gar nichts mehr haben. Oder möchte hier jemand für weniger Lohn als ein Arbeiter in Bangladesh arbeiten, in direkter Konkurrenz über den Preis?

 

 

Zu Langsam! Nicht nur der Verkehr steht im Stau


Lokale Themen hatte ich bislang selten hier im Blog, vermutlich nahm ich es bislang einfach hin wie es ist – dazu gehört seit mindestens 20 Jahren Stau rund um das Gewerbegebiet Vahingen-Möhringen, am Südrand von Stuttgart. Zu viele Pendler wollen täglich dort hinein und wieder hinaus, und die Strassen schaffen es nicht. 60.000 Beschäftige, davon geschätzte 22.000 Pendler.

Es sind nicht nur die direkten Zugangsstraßen, sondern auch die Zubringer, die am Rande des Kollapses stehen. Und jetzt wird neu gebaut, rund 8000 Beschäftigte zusätzlich werden nach Fertigstellung der neuen Gebäude dazukommen. Zum bereits vorhandene Stau, denn die wollen ja auch zu ihren Arbeitsplätzen und am Abend wieder nach Hause. Und dass alle davon den ÖPNV nutzen ist eher unwahrscheinlich.

Da sich kurzfristig an den Strassen nicht viel ändern lässt, kam jemand auf die nachgerade geniale Idee, den Luftraum über den Strassen zu nutzen. In ich meine genial jetzt nicht ironisch, sondern lobend – denn der Raum über den Strassen ist weitgehend frei, und kann praktisch sofort für Hochbahnen oder Seilbahnen genutzt werden.

Die Gemeinderäte haben jetzt angefangen, die Idee einer Seilbahn zu diskutieren. Eine (!) Seilbahn. Und angefangen zu diskutieren. Zum einen hat eine einzige Seilbahn aber einfach nicht die Kapazität, um wirklich Abhilfe zu schaffen, zum anderen nimmt der Nutzen eines Verkehrsmittels stark mit der Anzahl der erreichbaren Orte zu. D.h. eigentlich müsste es ein ganzes Netz von Seilbahnen werden, in und um das Gewerbegebiet herum. (Es gibt dort bislang eine Buslinie, und eine Straßenbahnlinie)

Ich könnte mit vorstellen, dass die Idee der Seilbahn tatsächlich Befürworter im Gemeinderat findet. Eventuell findet sich auch Geld. Dann muss geplant werden, ausgeschrieben und gebaut. Erfahrungsgemäß dauert das gut 10 Jahre, gerne auch mal 20 oder mehr bis es dann fertig ist. Eine Linie. Noch kein Netz.

Die Gebäude sind geplant in 3 oder 4 Jahren bezugsfertig lese ich, der Baufortschritt war dieses Jahr zumindest bei dem einen Komplex  enorm, das sieht für mich eher nach bezugsfertig nächstes Jahr aus.

D.h. zwischen den Zuwachs am Verkehr und der Hoffnung auf die erste Hoch- oder Seilbahn klafft eine Lücke von 10 Jahren, realistisch eher 15, und bis zu einer echten Lösung eher 25 – bis es dann mal ein Netz von Hoch- und Seilbahnen gibt, mit nennenswerter Kapazität, vielen Haltestellen und einer guten Anbindung an die anderen Verkehrsträger.

Schade. Die Idee ist gut, und sollte angesichts der Verkehrskatastrophe sofort angegangen werden.

Ein wenig wundert es mich, dass sich die Firmen für den Standort entschieden haben, aber eventuell wurde nur die Theorie der Lage (nähe Autobahn, nähe S-Bahn, nähe Flughafen, geplanter naher Regionalbahnhalt) und nicht die tatsächliche Überlastung der Strassen betrachtet – und inzwischen auch der S-Bahn, bei der weder der Takt verdichtet noch die Züge weiter verlängert werden können, und die praktisch täglich mit Ausfällen der Technik und anderen Behinderungen auf den bis zum Limit ausgelasteten Strecken zu kämpfen hat.

Für mich als Technikfan – bitte ein Netz von Hochbahnen in Magnetschwebetechnik im bislang wenig genutzten Freiraum über den Strassen. Und jetzt. Nur so zum zeigen, dass Deutschland tatsächlich noch Lösungen zustande bringt. Moderne, kreative, effiziente und effektive Lösungen.

Wenn die Magnetschwebetechnik zu teuer ist, Seilbahnen. Das wäre immer noch kreativ, effektiv und effizient. Aber nicht erst in 15 Jahren. Denn dann isch’d Katz d‘ Bach nah, wie ma‘ hier so schee sagt.