Lesetipp: Produktivitätssabotage


Ich hatte keine Ahnung, dass es so etwas wie eine Anleitung dafür gibt, systematisch die Produktivität einer Verwaltung zu unterminieren. Der Autor hier wusste davon, und hat die Effekte in der modernsten Technik zur angeblichen Produktivitätsteigerung wiedererkannt:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/KI-Assistenten-Die-Suche-nach-Passierschein-A38-im-Buero-4-0-3996162.html

Was es nicht alles gibt …

 

Feinstaubquellen, Feinstaubsorten und das Diesel-Fahrverbot


Feinstaub ist im Moment in aller Munde, und es wird viel auf die Autos geschimpft, besonders auf den Diesel. Ich war mal stark an Chemie interessiert, auch an Physik, und es stört mich dass Feinstaub so undifferenziert betrachtet wird. Das sind ganz unterschiedliche Partikel, nicht nur von der Größe her, nach denen sie normalerweise klassifiziert werden sondern auch der Form nach, und vor allem der Substanz aus der sie bestehen. Der letzte Punkt ist derjenige warum ich diesen Artikel schreibe, manche Substanzen sind einfach gefährlicher als andere, aber in der Diskussion wird nur die Gesamtmenge des Staubs betrachtet, weil es dafür Grenzwerte gibt.

Zum Beispiel sind unsere geliebten Wälder ganz natürliche Feiunstaubquellen. Es sind aber andere Substanzen als die von den Autos abgegebenen. Dennoch sind nicht alle davon gesund, aber scheinbar hat sich der Mensch daran angepasst, bzw, die Evolution hat einfach alle aussortiert die durch natürliche Feinstäube zu früh gestorben sind, um sich vermehren zu können.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass Feinstaub in erster Linie durch den Menschen verursacht wird, stammen grob geschätzt mehr als 85% der weltweit in die Atmosphäre eingetragenen Feinstaubmasse aus natürlichen Quellen. Neben den Ozeanen und Wüsten sind auch Wälder regional wichtige Quellen für Feinstaub.

Jedem ist der typische Nadelwaldduft während eines Waldspaziergangs vertraut. Dieser Duft ist eine komplexe Mischung verschiedenster chemischer Verbindungen, die von den Bäumen und anderen Pflanzen in die Luft abgegeben werden.

Quelle: http://www.schattenblick.de/infopool/umwelt/klima/uklfo366.html

Zurück zu den Autos. Die Motoren sind weder die einzige noch die größte Feinstubquelle:

In Stuttgart wurden 2015 durch Autos jeden Tag rund 475 Kilogramm Feinstaub freigesetzt. Davon entstehen rund 77 Kilogramm durch die Abgase. Rund 398 Kilogramm, also etwa 84 Prozent, entstehen aber durch den Abrieb von Reifen, Bremsen und durch Wiederaufwirbelung …

Quelle: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.dekra-auto-chef-zu-feinstaub-in-stuttgart-es-gibt-besseres-als-fahrverbote.facef8e6-6e05-4a6b-8684-db78c242c5c2.html

Und jetzt wird’s knifflig. Dieselruß ist oft mit aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen „verseucht“, die zum größten Teil im Verdacht stehen, krebserregend zu sein, für manche wie Benzol ist das seit langem bewiesen. Solche Stäube halte ich für sehr ungesund. Aber sie sind gleichzeitig auch ein relativ geringer Anteil, und, was mich besonders ärgert, sie wären mit einer guten Abgasreinigung fast vollständig vermeidbar. Großdiesel wie in neuen LKWs sind kurioserweise mit leistungsfähigen Abgasreinigungsanlagen versehen, wärend man bei Diesel PKW daran gespart hat.

Gummiabrieb betrachte ich als ähnlich schädlich wie Rußpartikel, aus einem einfachen Grund – die schwarze Farbe der Gummireifen kommt von Rußpartikeln, die man dem Gummi zusetzt. D.h. da ist schon wieder Ruß dabei, aber schwer zu sagen, aus welchen Quellen der Ruß stammt.

Z.B. Ruß von Holz ist auch nicht ganz ohne:

Das Heizen mit Holz verursacht, auch wenn es sachgerecht vorgenommen wird, deutlich größere luftverschmutzende Emissionen als andere Energieträger wie Heizöl oder Erdgas. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es in einigen Wohngebieten zu kurzzeitigen Belastungen mit Feinstaub und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) kommen kann – insbesondere dann, wenn in einem Wohngebiet viele Holzöfen und Kamine gleichzeitig betrieben werden

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/emissionen-aus-kleinfeuerungsanlagen-in#textpart-2

Oft werden die Bremsen als weitere Quelle von bösem Feinstaub angeführt:

Statt Abgasen sind Reifen und Bremsen eine Hauptquelle von Feinstaub

Quelle: http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-02/feinstaub-motoren-luftverschmutzung-reifen-abrieb-bremsen

Um ehrlich zu sein, mit den Überlegungen zum Bremsenabrieb begann dieser Artikel in meinem Kopf zu reifen. Ich muss zugeben, mein KFZ Fachwissen ist veraltet, weil ich als Jugendlicher als den bereits alten Büchern meines Vaters gelernt habe, und das jetzt auch schon wieder 30 Jahre her ist. Ich hatte damals gelernt, dass Bremsscheiben und -backen aus Grauguss sind, eine Legierung hauptsächlich aus Eisen und Grafit. Und zumindest der Eisenanteil sollte, selbst wenn er eingeatmet wird, vom Körper gut abbaubar sein, und damit gesundheitlich ein viel geringeres Problem als Dieselruß.

Für meine Heimatstadt Stuttgart gibt es eine grobe Schätzung, dass 30% des menschgemachten Feinstaubs von der Industrie kommen (was für Stäube das sind, wird nie erklärt), 30% aus Heizungsanlagen, 30% vom Verkehr, und 10% aus anderen Quellen.

Von den 30% vom Verkehr ist viel Bremse und Reifen, sowie Dreck von der Fahrbahn, und wiederum nur 15% von den Motoren.

D.h. insgesamt beträgt der Anteil der Motoren etwa 4,5% am Gesamtfeinstaub.

Und jetzt kommen sie mit Fahrverboten für Diesel. Ehrlich, wer glaubt, dass das etwas bringt? Rund 60% kommen sowieso aus anderen Quellen als dem Verkehr, 85% der Stäube aus dem Verkehr kommen nicht vom Motor, sondern von Bremsen, Reifen und Fahrbahn, einige dieser Stäube (Eisen der Bremsen) sind vemutlich relativ harmlos, während die Industriestäube praktisch gar nicht diskutiert werden, und mit 30% anteilmäßig mindestens so schlimm sind wie der gesamte Verkehr.

Meine Vorhersage: Ein Fahrverbot bringt so wenig, dass in Stuttgart weiterhin alle Grenzwerte gerissen werden. Aber die Politik kann behaupten, sie tut was . Nun ja, sie ärgert zumindest die Dieselfahrer, so viel ist sicher. Ob es der Luft hilft? Ich glaub’s nicht.

 

Lesetipp: Ein Kommentar zu Maschinenpsychiatern


Der Artikel handelt von Software, die bei psychischen Problemen helfen soll. Was ich allerdings wirklich interessant fand, ist dieser Beitrag unter den Kommentaren:

https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Neue-Technologie-fuer-die-Psychotherapie/Psychopathie-Trainingssoftware-brauchen-wir-nicht-auch-noch/posting-32023598/show/

Als selbst von psychischen Probleme geplagter kann ich kann der Diagnose nur zustimmen. Gesunde zwischenmenschliche Beziehungen sind es, was die Leute wirklich brauchen. Und leider etwas, was es immer seltener gibt, weil viele der Personen zu beschäftigt oder selbst zu krank sind, um vernünftige Beziehungen zu den Mitmenschen aufzubauen.

 

Radiosity


Vor einiger Zeit bekam ich den Tipp, dass die Beleuchtung in meinen 3-D Szenen schlecht sei, und sie mit anderer Beleuchtung besser wirken könnten. Der Raytracer, den ich benutze, bietet zu den traditionellen Lichtquellen noch ein Verfahren namens Radiosity, eine Simulation von Streulicht, das von den Objekten in der Szene ausgeht. Ein erster Test war ernüchternd. Ich brauche für Radiosity andere Materialdefinitionen, da die Werte für „ambient“ und „diffuse“ anders interpretiert werden als für traditionelle Lichtquellen.

Wie so oft, war der Einstieg frustrierend. Zum einen ist das Verfahren alles andere als schnell, aber Raytracing mit vielen Lichtquellen ist ähnlich langsam, wie meine Vergleichstest ergaben. Das andere ist, dass es sehr, sehr knifflig ist, ein Parameterset zu finden, das gut aussieht – und scheinbar muss man das für jede Szene erneut anpassen. Aber mit etwas Erfahrung sollte das dann leichter und schneller gehen.

Hier das erste präsentierbare Ergebnis meiner Tests. Ich bin noch nicht ganz glücklich damit, aber es zeigt schon einige Details, die mit reinem Raytracing nicht möglich wären. Allerdings muss ich noch an der Materialdefinition für die Traktorstrahler arbeiten. Deren Spitzen sollten eigentlich ein violettes Glühen aussenden. Mehr als im Bild zu sehen.

Radiosity Beispiel, Reparaturplattform
Radiosity Beispiel, Reparaturplattform

Nachdem das so weit geklappt hatte, versuchte ich dann, die Raumhafenszene auf dem Mars umzustellen. Das brauchte auch wieder dutzende Tests, bis es einigermaßen stimmig aussah. Hier das bisher beste Ergebnis.

Radiosity Beispiel, Raumhafen auf dem Mars
Radiosity Beispiel, Raumhafen auf dem Mars

Es ist schwer, an dieser Stelle ein Fazit zu ziehen. Zum einen bietet das Verfahren zumindest in der Theorie Vorteile. Vor allem wenn eine Szene viele Lichtquellen hat, oder große Flächen, die Licht reflektieren. Das Problem ist jedoch, dass das Verfahren langsam ist, bei ungünstigen Parametern jede Menge Fehler im Bild erzeugt, und es zumindest für mich als Neuling oft nicht einsichtig ist, was jetzt genau die Ursache der Fehler ist, und wo eine Korrektur ansetzen müsste.

Wenn ich mir so die 3-D Bilder andere Künstler anschaue, dann habe ich den Eindruck, dass das noch deutlich besser geht. Aber vielleicht nicht mit der Software, die ich benutze. Die Frage ist, welche Programme die anderen nutzen, und welche davon ich mir tatsächlich leisten kann. Viele der professionellen 3-D Pakete kosten tausende von Euro, und Studentenrabatt bekomme ich auch nicht mehr.

Nochmal Raumhafen


Lange hatte ich an dieser Szene gebastelt, aber irgendwie erschien sie mir immer langweilig und öde.

Raumhafen
Raumhafen

Das Interesse daran auf DeviantArt hielt sich ebenfalls in Grenzen, und so beschloss ich, mal über meinen Schatten zu springen und im Forum um Hilfe zu bitten. Eine Person hatte tatsächlich eine Reihe Tipps parat, die alle gut und richtig klangen.

Und so ging ich dann zurück an den Computer und begann mit dem Umbau. Die Kamera an eine andere Position, das Sonnenlicht in einer anderen Farbe, zusätzliches Streulicht vom Himmel in einem Rotton. Wegen der neuen Kameraposition musste ich einige der Berge umsetzen, einen der Canyons und auch einige der Raumschiffe auf dem Landefeld, um wieder einen ausgewogenen Bildeindruck zu erreichen. Nun habe ich dieses:

Raumhafen
Raumhafen

Und Frust. Das hat Stunden gedauert mit all den Änderungen, und irgendwie finde ich es kaum besser als die vorige Version. Die alte Version sieht für mich sogar irgendwie natürlicher aus, wenn auch nicht unbedingt interessanter.

Ich denke, ich lege jetzt erst mal eine Pause ein, und schaue dann, wie es weitergeht mit meinen Science-Fiction Bildern. Science-Fiction bleibt im Moment jedenfalls mein Hauptinteresse.

Schwimmende Windkraftwerke


Schwimmende Windkraftwerke sind interessant, weil sie die Kosten für die Fundamente einsparen und auch in tieferem Wasser, weiter von der Küste entfernt, gebaut werden können, bzw. in Landnähe montiert und dann zum Einsatzort geschleppt werden können, wo sie dann verankert werden.

Ars Technica berichtet hier von einer ersten Anlage, die seit Oktober 2017 Strom liefert, dabei recht gut abschneidet und auch schon zwei Stürme in Orkanstärke überstanden hat:

https://arstechnica.com/information-technology/2018/03/first-floating-wind-farm-has-performed-better-than-expected/

Die Frage, wie viel Lärm im Meer diese Anlagen verursachen und wie viele Wale davon wieder irritiert werden, bleibt hier allerdings unberücksichtigt. Ich hoffe, die Dinger laufen leise. Dann hätten wir eine schöne, zusätzliche Energiequelle an einem Platz, an dem es mehr und regelmässiger Wind gibt als an Land, und sie niemanden stört. Und wir müssten weniger wertvolle (und nicht erneuerbare!) Rohstoffe wie Kohle oder Öl zur Energiegewinnung verbrennen.