Das Graphiktablet, GIMP, Linux und Ich


Ich glaube, das war mein dritter Versuch mit dem digitalen zeichnen warm zu werden, und der erste der ein etwas länger anhielt. Nach einigem hin und her hatte ich mich dennoch dafür entschieden, die erste Studie traditionell mit Bleistift und Papier zu entwerfen, und erst die „richtige“ Fassung digital anzugehen.

Die Szene war von dem neuen „Bright“ Trailer inspiriert, und einer Zeichnung einer Fee, die mir ein bekannter kürzlich gezeigt hatte. Und so hatte ich die Idee einer Auseinandersetzung einer Fee und eines Ork-Schamanen mit einer orkischen Fliegen-, äh, Feenklatsche.

Ork, Fee und die Klatsche
Ork, Fee und die Klatsche

Das war also die erste Studie und ich habe prompt die Flügel der Fee vergessen, weil ich es mit dem Foto zu eilig hatte. Aber als Basis schien es gut genug und ich machte mich dann daran, die Linien digital nachzuziehen.

Digitale Linien
Digitale Linien

Im Prinzip funktioniert es, aber die Kombination aus dem Grafiktablett, GIMP und Linux ist wirklich nicht ideal. Unter Linux funktioniert das Tablet nur rudimentär, und alle Komfortfunktionen fehlen, ausser dem Stift geht nichts (34 Hotkeys, zwei extra Buttons und zwei Drehknöpfe …) Das macht das Zeichnen sehr umständlich. Leider habe ich im Moment kein Geld, um ein Tablet zu kaufen, das von Linux besser unterstützt wird, und für die Zeichnerei wieder zurück zu Windows will ich auch nicht. Ich habe mich inzwischen sehr an Linux gewöhnt.

Zudem muss ich sagen, meine zeichnerischen Fähigkeiten lassen immer noch zu wünschen übrig. Auch nach eine Stunde Detailarbeit sehen die Stiefel des Orks immer noch nicht richtig aus, und einiges andere gefällt mir auch nicht. Im Moment fühle ich mich frustriert, weil die Diskrepanz zwischen meiner Idee und dem, was ich zu Papier (oder besser, zu Pixel) bringe, einfach zu groß ist.

Nach einem weiteren Versuch, noch mal zwei Stunden, habe ich das Projekt dann erst mal auf Eis gelegt.

Feenklatscher
Feenklatscher

Für mich ist das Zeichnen mit dem Tablet mühsam und überhaupt nicht intuitiv. Ich will jetzt nicht sagen, ich sei mit Papier und Bleistift (Tusche oder Wasserfarben …) viel besser, aber es fühlt sich besser an. Digital bin ich immer an den Bildschirm gebunden, das Zeichenbrett, ein Blatt Papier und Bleistift kann ich praktisch überall benutzen – und es gibt Ecken in meiner Wohnung, die sind mir wesentlich lieber für kreative Tätigkeiten als der Schreibtisch mit dem Computer. Andererseits erlaubt der Computer viele Tricks vor allem mit Transparenz- und Lichteffekten, die sich auf dem Papier nur sehr schwer umsetzen lassen.

Im Moment bin ich mit wieder mit Renovierungen beschäftigt, und wie es weitergeht, traditionell oder digital, weiss ich noch nicht. Im Prinzip stehe ich immer noch vor dem gleichen Dilemma, wie vor diesem Versuch:  Digital scheint die Zukunft zu sein und bietet mehr Möglichkeiten, angenehmer und intuitiver ist für mich aber das Zeichenbrett mit Papier.

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