Der Stählerne Säbelzahn, oder, wenn Katzen Raumschiffe bauen


Vor einige Zeit hat mich ein Bekannter gefragt, ob ich Interesse hätte an einem sehr freien Rollenspiel, mehr in der Art einer gemeinsam erzählten Geschichte ohne viel Regelwerk. Ich bin nicht mehr ganz sicher wie wir auf das Thema „Bergbau im Weltraum“ gekommen sind, aber es war etwas, das uns beide interessierte, und für mich, trotz meiner psychischen Probleme, die damals wieder mal recht heftig waren, machbar erschien.

Wir beschlossen, das Universum frei und bunt zu gestalten, weniger mit Menschen, sondern mit vielen intelligenten Abkömmlingen aller möglichen (und weniger möglichen) Spezies aus dem Tierreich.

Für uns zwei wählten wir katzenartige Charaktere, ähnlich den Kartanin aus Perry Rhodan (Referenz für eine weibliche Kartanin).

Die ersten Versuche waren etwas holprig, aber bald entwickelte sich unsere Geschichte sehr schön, und ich fühlte mich inspiriert, unser Raumschiff nicht nur per Erzählung, sondern auch grafisch zu gestalten.

Und so begann es …

Eine erste Skizze auf Papier, ein hastiges Foto in schlechtem Licht spät Abends, und der Versuch, aus dem Bild doch noch zu etwas Präsentierbares zu machen. Ein erster Langstreckenscan des Schiffs.

Radar, Fernaufklärung
Radar, Fernaufklärung

Dann kam die Frage, wie soll unser Raumschiff denn heißen? Es sollte ein Name sein, der sowohl das katzenartige, als auch Kraft und Robustheit ausdrückte. Nach einigen Versuchen kamen wir dann zum Steel Sabretooth, dem Stählernen Säbelzahn. Das schien uns für ein Bergbauschiff passend, ähnlich dem Bagger, der sich in den Berg beißt.

Am Tag darauf hatte ich dann Zeit für eine bessere Skizze und ein besseres Foto.

Blaupause des Steel Sabretooth
Blaupause des Steel Sabretooth

Dann die Frage, wie sieht es innen in unserem Schiff aus? Auch das ließ sich beantworten.

Blaupause des Steel Sabretooth
Blaupause des Steel Sabretooth

Das untere Deck hatte ich damals noch nicht ganz fertig entworfen, sicher war nur, dass dort der Schlafraum sein sollte, und dass Katzenartige ganz sicher einen Kratzbaum benötigen.

Unterhalb dieses Decks gibt es noch eine Ladebucht mit dem Landemodul, das wir benutzten, um auf Planeten zu landen. Das Schiff selbst war für Landungen nicht gemacht, mit dem großen Schild für den Fusionsantrieb nicht einmal für Flüge in einer dichten Atmosphäre.

Während sich unsere Welt langsam entwickelte, mit Sonnensystemen, Planeten und Handelsposten, die wir besuchten, habe ich dann begonnen, ein 3D Modell des Schiffes zu entwerfen. Hier, der erste Versuch.

Steel Sabretooth, v1
Steel Sabretooth, v1

Für die Bergbauarbeiten hatten wir Drohnen ersonnen, in den ersten Teilen unserer Geschichte noch nicht ausdetailliert, mehr oder weniger nur beschrieben, dass es die Drohnen gibt und dass sie für den Bergbau eingesetzt werden.

In einem nicht so ganz ernsten Moment beschloss ich, die Drohnen auch aus dem Tierreich zu entlehnen, und in meinem Kopf kam nach der Katze gleich die Maus, so entstand der Mausmuldenbagger.

Mausmuldenbagger
Mausmuldenbagger

Die Mausdrohenen können gebrochenes Erz aufladen und zum Schiff befördern. Hier eine Szene mit dem Schiff und zwei Mausdrohnen.

Der Stählerne Säbelzahn mit zwei Mausmuldenbaggern
Der Stählerne Säbelzahn mit zwei Mausmuldenbaggern

In Comics sind Hunde ja sofort dabei, wenn es darum geht Dinge zu vergraben, und auch, sie wieder auszugraben. Somit lag die Erfindung des Hundenasigen Gräbers nahe.

Dognose Digger
Dognose Digger

Nach einigen Umbauten am Schiff, ein neues Triebwerk und ein Flugdeck, hatten wir dann die endgültige Version.

Steel Sabretooth, v4
Steel Sabretooth, v4

Nach einigen Monaten sind uns dann die Ideen für neue Abenteuer im Weltraum ausgegangen, und wir haben eine neue Geschichte in einer Steampunk-Welt begonnen. Aber dazu mehr in einem anderen Artikel.

Hier noch zwei Entwürfe für Drohnen, die es nicht zum Einsatz geschafft hatten. Eine Drohne für die Aufnahme und Verarbeitung von Flüssigkeiten – Man muss so einem Moskito ja auch mal eine nützliche Seite abgewinnen. Blutsaugen kann ja nicht alles sein. Hier ist auch schon so ein bischen Steampunk-Anmutung erkennbar.

Saugdrohne
Saugdrohne

Nachdem der Abbau der Erze mit dem Hundenasigen Gräber geregelt war, die Verarbeitung von Flüssigkeiten mit den Moskito-Saugdrohnen ebenfalls, gab es nur noch die atmosphärischen Gase, die im Weltraum auch eine wichtige Handelsware sind – ohne Luft lebt es sich schlecht. Dazu erfand ich dann den Froschhorn Luftsammler.

Froschhorn Luftsammler
Froschhorn Luftsammler

Es war lustig, spannend und kreativ. Ich glaube auch, dass es geholfen hat, meine psychischen Probleme wieder besser in den Griff zu bekommen, und nicht nur auf der Couch zu sitzen und Angst vor dem nächsten Tag zu haben. Nun heißt es auf zu neuen Abenteuern in unserer Steampunk-Welt. Im Moment geht es per Dampfzug und Luftschiff in den eisigen Norden, dann zu einer Oase und alten Tempeln in den Süden. Ich bin froh, dass Steampunk beheizte Kleidung für die Expedition in den Norden möglich macht, meine Abneigung gegen Kälte kann ich auch beim Geschichtenerzählen nur schwer überwinden.

 

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2 Kommentare zu “Der Stählerne Säbelzahn, oder, wenn Katzen Raumschiffe bauen”

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