Daimler forscht, Toyota baut


Viele Jahre lang gab es immer weider berichte, dass Daimler an Brennstoffzellenfahrzeugen forscht, und wie umweltfreundlich diese seien, da das einzige Abgas aus reinem Wasserdampf besteht. Erprobungsfahrzeuge wurden gebaut, und gefahren.

Toyota baut jetzt das zweite Modell mit Brennstoffzellenantrieb in Serie. Von Daimler gibt es nichts, trotz der vielen Jahre an Forschung.

Dabei wird immer wieder die „Technologieführerschaft“ Deutschlands betont, aber ich habe den Eindruck mit dieser ist es nicht mehr weit her.

 

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7 Kommentare zu “Daimler forscht, Toyota baut”

  1. Vermutlich hat das politische Gründe, denn in Deutschland hängen sehr viele Arbeitsplätze am Auto – oder besser: an der gegenwärtigen Art, Autos zu produzieren.

    Die Folgen sind enorm: Das selbsfahrende Auto würde das design der Autos total verändern, Jahre des Marketings und die komplette Kundenbindung an die Marke würden wegfallen. Das selbsfahrende Auto wäre wie ein taxi, das nur gerufen wird, wenn es gebraucht wird, d.h. 80% des Verkehrs würden wegfallen. Auch Parkplätze, Tankstellen, Raffinierien und Parkhäuser würden wegfallen, die Unfalltoten, die Luftverschmutzung und so weiter. Und die Brennstoffzelle wäre ein wesentlicher Schritt in diese Richtung, weil das Problem der Energiespeicherung durch die Brennstoffzelle umgangen wird. Dadurch wird das E-Auto auf einmal effizient nutzbar und genau in dem Moment würde man sagen: „Hey, jetzt können wir all die Vorteile des selbsfahrenden Autos realisieren – und 80% der Kapazitäten in der Autoindustrie samt Zulieferer streichen.“ – was enorme Konsequenzen für Wirtschaft und Städte-design hätte.

    Ganz klar – das sind politische Gründe, man will weitermachen genauso wie bisher solange es geht. Ganz einfach.

    1. Das doch Unsinn. Wasserstoff, hätte er nicht seine Nachteile, wäre ein Segen für die Deutschen Autobauer. Da braucht man noch nicht einmal die Brennstoffzelle nehmen, ein normaler Verbrenner ist da leicht drauf angepasst.
      Die Nachteile des Wasserstoffs: Relativ niedrige Energiedichte, extrem Flüchtig, keine Infrastruktur.
      Stünde ich vor der Wahl heute einen Toyota Miria oder nen Tesla S zu kaufen, ich würde den Tesla nehmen. Oder eben, einen BMW I3, halber Preis, halbe Reichweite, reicht aber für das meiste.
      Dennoch, 78k für ein Auto, welches ich mit einem benzin oder dieselmotor vermutlich für 40k bekomme.. das lohnt sich für den Endverbraucher schlicht nicht. Wie lange es dauert, bis die Herstellung der Zelle energetisch wieder eingespart wurde? Keine Ahnung.
      Der Wasserstoff mus auch hergestellt und gespeichert werden. Das geht nicht ohne Energieverluste. Der Vorteil der Zelle gegenüber Batterien liegt hauptsächlich im schnellen Nachfüllen. Und das macht, ohne H2 Zapfhahn, keinen Spass.
      Es ist eine Sache, hochpreisige E-Fahrzeuge anzubieten, die man dann aber über die bestehende Infrastruktur (aka Steckdosen) laden kann. Eine ganz andere, hochpreisige Fahrzeuge anzubieten, die eine gänzlich neue Infrastruktur brauchen. Mehr als 100 von den Dingern werden hier kaumverkauft werden, dadurch lässt sich kaum eine H2 Tankstelle am leben halten…

      1. Ich bin mir da nicht so sicher: Ein E-Auto ist deutlich leichter und wird schwer erst durch Batterien oder Wasserstoffspeicher – der technisch nicht so einfach zu realisieren ist. Man müßte das mal durchrechnen, aber vermutlich geht es ja um eine begrenzte Reichweite, d.h. um die Kilometer, die ein Taxi am Tag fährt. Ich bezweifle, daß da die geringere Energiedichte des Wasserstoffs noch ein Problem ist. Aber das zeigen erst die genauen Zahlen.

        Ansonsten scheint mir dein Widerspruch darauf zu beruhen, daß du die Radikalität meines Vorschlags nicht richtig einschätzt, denn du sagst, daß sich der Besitz eines E-Autos nicht rechnen würde. Aber mein Vorschlag benutzt das Argument einer Reduktion der Verkehrsdichte um 80%. Das ist ungefähr die durchschnitliche eines Autos pro Tag – was neben dem Wohnen der größe Kostenfaktor in einem Haushalt ist. Meine Idee braucht daher das faktische Verbot von Autos z.B. durch eine KfZ-Steuer von 10000euro im Monat und einem staatlich finanzierten Transport von Person und Jahr von – say – 25000km. Die Nutzer rufen dann ein selbstfahrendes Auto per smartphone-App und belasten ihr „Mobilitätskonto“ mit der Fahrstrecke. Wer überzieht, zahlt eine Gebühr.

        Ich würde sagen: Der Atomausstieg wegen Fukushoma war deutlich teurer, denn der Staat kann sich auf diese Weise in der Zukunft eine Menge infrastruktur sparen und Städte viel kleiner bauen – was allein enorme Einsparungen bei Leitungen etc. nach sich zieht. Und die Verkehrstoten sind ein nicht unerhebliches Argument, das dann virulent wird, wenn selbstfahrende E-Autos machbar sind.

        Also: Die Folgen des selbst-fahrendes E-Autos kann man leicht unterschätzen, aber wenn es kommt, dann sind die Folgen enorm und die Brennstoffzelle macht das viel greibarer – wovor alle Angst haben. Das ist mein Argument.

      2. Die Brennstoffzellen sind nicht so furchtbar aufwendig in der Herstellung. Ich würde annehmen, ihre Bilanz in der Herstellung (+ Elekromotor) liegt grob im Rahmen eines normalen Verbrennungsmotors, allerdings benötigen sie exotischere Rohstoffe (die Magnte der E-Motoren enthalten seltene Erden).

        Ich sehe den Knackpunkt in der Wasserstoffwirtschaft. Auf der Plus-Seite stehen die Möglichkeit überschüssigen Strom in Wasserstoff zu wandeln, und zu lagern. Ebenso, wenn man Solar- bzw. Windstrom zur Herstellung verwendet (oder eines der Fotochemischen Verfahren, die zur Zeit erforscht werden), die praktisch unerschöpfliche Verfügbarkeit, während Fossile Energieträger irgendwann zur Neige gehen werden. Der Transport von Wasserstoff durch Leitungen ähnlich dem Erdgasnetz ist einfach.

        Auf der Negativ-Seite stehen die großvolumigen oder massereichen Speicher für Wasserstoff.

        Das Explosionspotential ist vorhanden, aber das gilt auch für Benzin oder Erdgas.

        Wirtschaftlich lohtn es sich momentan sicher nicht, aber ich persönlich fände ein Transition zu einer stärker wasserstoffbasierten Wirtschaft sinnvoll, und Toyota ist mit seinen Fahrzeugen Wegbereiter dafür.

        1. http://www.interpatent.de/vergleich_voll-elektroauto_brennstoffzellen-antrieb.html
          Ich bin ja gerne dabei, wir müssen aus der fossilen Wirtschaft raus, aber ob die Brennstoffzelle hier wirklich (schon?) das Mittel der Wahl ist, wuerde ich bestreiten wollen. Und ob Wasserstoff ganz generell der Speicherstoff für den Ökostrom ist (und nur darum geht es ja eigentlich) mag ich bei einem Verlust von 50% bei der Umwandlung bezweifeln. Da sind Akkus effizienter.

        2. Die Rechnungen auf der Seite scheinen mir auch etwas einseitig zu sein, aber generell hast Du recht, die Umwandlung von Strom in Wasserstoff ist sher verlustreich. Das macht nur Sinn, wenn man den Strom nicht direkt verbrauchen oder speichern kann.

          Akkus selbst sind auch nicht CO2 neutral, wenn man die Herstellung der Akkus betrachtet, und der Rohstsoffverbrauch für Akkuproduktion ist beträchtlich, selbst bei einer hohen Recyclingquote.

          Richtig interessant wird Wasserstoff erst, wenn bei der Fotolyse des Wassers Fortschritte gemacht werden. Es gibt erste Prototypen, die mit Hilfe von Licht und Katalysatoren Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zerlegen können, aber die Lebensdauer der Zellen ist sehr gering.

          https://www.mpg.de/9675673/photokatalysator-wasserstoffgewinnung

    2. Die Brennstoffzelle macht ein autonomes Fahrzeug nicht einfacher. Selbst wenn es eine politsche Abeneigung gegen autonome Fahrzeuge geben sollte, dann dürfte sie für die Frage ob man Brennstoffzellen für den Antrieb einsetzt oder nicht, eher irrelevant sein.

      Was ich mir vorstellen kann ist eine Abneigung gegen die Ablösung der Erdöl/Erdgas- durch eine stärker wasserstoffbasierte Wirtschaft. Das sollte unser Land allerdings nicht besonders treffen, da wir kaum eigenes Erdöl haben, und in den Raffinerieen eher wenig Leute arbeiten.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Erd%C3%B6lraffinerien#Erd.C3.B6lraffinerien_in_Betrieb

      Wenn diese Liste einigermassen korrekt ist, dann wären selbst bei komplettem Wegfall der Raffinerien weniger als 10.000 Arbeitsplätze betroffen. Und für die Synthese von Methan bzw. Methanol aus Wasserstoff und CO2 werden neue Anlagen benötigt, es scheint von daher eher eine Veränderung als ein Verlust zu sein.

      Für viele Kunstoffe würden allerdigns immer noch Raffinerien und Erdöl benötigt (günstiger als die oben erwähnte Synthese von Methan/Methanol aus Wasserstoff und CO2), der Verkehr ist nur einer der Abnehmer für Erdölprodukte. Kunstoffe sind heute allgegenwärtig.

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