Das Tubufon und Ich


Vor ewig langer Zeit hatte ich mich nicht nur für das Hören von Musik interessiert, sondern auch für das „Selbermachen“ von Musik.

Wobei ich sagen muss, mein allererster Kontakt zu Instrumenten war eher zum abgewöhnen. Auf meinen Wunsch, Gitarre zu lernen, entschieden meine Eltern, ich solle Blockflöte lernen. So eine Flöte sei auch noch übrig von einem meiner Geschwister, die auch schon Blockflöte geübt hätten.

Drei Jahre oder so habe ich dann brav Blockflöte geübt. Das Gute daran war, dass ich Noten lesen gelernt habe, aber ich war damals der Meinung, und ich bin es immer noch, die Blockflöte ist ein Instrument zum abgewöhnen, vor allem für Kinder. Ja, es gibt virtuosen, die mit der Blockflöte etwas anfangen können. Aber bei allen anderen bleibt es ein jämmerliches gefiepse. Blockflöte klimngt erst mit einer gewissen Meisterschaft annehmbar, das ist kein Instrument für Anfänger. Und vor allem, mit der Gitarre, die ich eigentlich spielen wollte konnte die Blockflöte in meinem jugendlichen Weltbild nicht mithalten.

Ein späterer Versuch, eine E-Gitarre selber zu bauen ist gescheitert, weil sich meine improvisierten Saiten nach ein paar Minuten spielen schon wieder verstimmten; die Wirbel saßen nicht fest genug. Danach ist es dann erst mal ruhig um das Thema geworden, abgesehen von sehr seltenen Experimenten am Computer mit Klang und Musik.

25 Jahre später.

Das Internet ist allgegenwärtig inzwischen, und Youtube ist eine riesige Sammlung von Videos und auch Musik. Und irgendwie bin ich auf Videos zu sogenannten „PVC Instrumenten“ gestoßen – Instrumente aus PVC Rohren, oder allgemeiner, Kunststoffrohren:

Der Klang faszinierte mich. Und er erinnerte mich daran, dass ich schon ewig nichts mehr im Bereich Musik gemacht hatte, und ich immer noch kein Instrument spielen konnte, das mir gefiel.

Das schöne hier – ein PVC Instrument kann man selber bauen. Die Röhren sind verhältnismässig preiswert in Baumärkten zu bekommen, und viel mehr als die Röhren braucht man dazu nicht. Also legte ich los, kaufte Röhren und begann ein Gestell zu basteln, das die Röhren aufnehmen sollte:

Tubufon Rohbau
Tubufon Rohbau

Danach kam erst mal eine Phase in der ich kaum Zeit hatte, weiter an meinem Instrument zu bauen. Zu viele andere Verpflichtungen, und ein paar heftige Frustanfälle, weil wieder einmal das was ich tun wollte ganz hinten an stehen musste, und die Tage gefüllt waren mit all dem was ich tun musste, anstatt dem was ich tun wollte.

Aber inzwischen habe ich das Instrument beinahe fertig – zumindest eine Oktave. Die Röhren müssen noch besser befestigt werden, und die zweite Reihe Töne sollte erhöht sein, damit sie leichter zu spielen sind, aber man kann es auch so schon spielen:

Tubufon Schräg
Tubufon

Mit viel Glück hatte ich die Rohrlängen schon fast richtig, und das Stimmen des Instrumentes gelang dann mit Hilfe eines elektronischen Gitarrenstimmgeräts. Das passt zwar nicht besonders für ein Röhreninstrument, aber gab genug Hilfen, damit ich das Instrument fertig stimmen konnte.

Was jetzt noch bleibt, ist die Herstellung besserer „Patschen“, um das Instrument zu spielen, und viel, viel Üben. Das Instrument ist leichter zu spielen als Blockflöte, zumindest kommt man als Anfänger schneller zu einem Ergebnis, aber um gut spielen zu können, ist enorm viel Übung von Nöten.

Erste Versuche meinerseits:

https://drive.google.com/open?id=0B688JXaIrhY1UjBGRkJna2xDX2s

https://drive.google.com/open?id=0B688JXaIrhY1Zm5NZFhwR2w2ZWs

Neben der Übung fehlt im Moment auch die richtige Ausrüstung für die Aufnahme, aber das wird alles noch kommen, mit etwas Zeit.

Nachtrag 18.08.2015: Das Tubufon war zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht richtig gestimmt. Das habe ich aber erst am Tag danach bemerkt. Ob das für die Hörproben viel ausmacht? Ich glaube es nicht. Das wird erst wichtig, wenn ich richtig speielen kann.

 

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3 Kommentare zu “Das Tubufon und Ich”

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