Aluminiumbronze


Unlängst hatte ich getestet, ob ich mit einem improvisierten Ofen Bronze schmelzen könnte. Es ging, aber richtig erfolgreich war das Experiment nicht.

Auf der Suche nach anderen Legierungen bin ich bei Aluminiumbronze hängen geblieben, eine Legierung aus Aluminium und Kupfer. Bis zu einem Kupferanteil von etwa 30% liegt der Schmelzpunkt deutlich unter 700°, das kommt meinen technischen Möglichkeiten sehr entgegen.

Die Legierung müsste auch golden sein, aber bei meinem ersten Versuch blieb sie silbern, vielleicht war der Kupferanteil zu gering. Das Schmelzen mit einer Gas-Lötlampe funktionierte dafür recht gut.

Aber ich fürchte meine Versuche steuern Richtung Mißerfolg, wegen einer Größe, die ich nicht bedacht hatte: Die Oberflächenspannung.

Man kennt es von Wasser, das gerne runde Tropfen formt. Dennoch füllt es ein Glas recht problemlos und breitet sich auf einer glatten Oberfläche auch schnell aus, die Schichtdicke bleibt eher gering.

Die Aluminiumschmelze ist da anders. Die hat eine enorme Oberflächenspannung, viel mehr als ich es von anderen Flüssigkeiten her gewohnt war.

Das hier ist ein erkalteter Tropfen Aluminiumbronze. Der Tropfen ist etwa 1cm dick. Zerlaufen? Nicht die Bohne. Benetzen des Untergrunds? Aber nein.

Erstarrte Aluminiumbronze
Erstarrte Aluminiumbronze

Noch mal im Detail:

Erstarrte Aluminiumbronze
Erstarrte Aluminiumbronze

Wie soll ich so eine Flüssigkeit dazu bringen, die Details einer Form auszufüllen, bevor sie fest wird? In der Profitechnik macht man das durch Druck, man presst die Metallschmelze in die Form. Das kann ich nicht.

http://www.wikichemie.de/web/images/Band2/tab_5-5.gif

Diese Tabelle zeigt, dass Aluminium auch unter den Metallen gut im Mittelfeld der Oberflächenspannung liegt. Mit Kupfer legiert, so wie ich das hier gemacht habe, wird die Oberflächenspannung noch größer.

Zinn, das typische Metall für feine Abgüsse, liegt bei etwa der Hälfte der Oberflächenspannung der Aluminiumbronze. Blei noch etwas darunter. Selbst Quecksilber, das berühmt ist für seine Rollkugelbildung liegt nochmals unterhalb von Zinn und Blei.

Und golden ist die Aluminiumbronze auch nicht geworden, obwohl Kupfer mit dabei war.

*grummel*

Einzige positive Erfahrung: Kupfer schmilzt zwar erst über 1000° löst sich aber sehr gut in flüssigem Aluminium, so wie sich Zucker oder Salz in Wasser löst. Erstaunlich, wenn man das so beobachtet wie sich ein Stück Kupferdraht im Aluminium auflöst, ohne eigentlich zu schmelzen.

Ich bin jetzt etwas ratlos wie es weitergehen soll.

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