Temperaturausgleich


Ich weiß, es ist schwierig mich wettermäßig zufriedenzustellen. Zu warm (selten), zu kalt (häufig), zu wenig Sonne (sehr häufig) und zu viel Regen.

Die Wetterkontrolle aus den Sci-Fi Romanen hat es noch nicht in die Wirklichkeit geschafft, obwohl daran gearbeitet wird; die Berichte über die Wirksamkeit der Maßnahmen sind verwirrend, z.B. über die Versuche, Wolken zum Abregnen zu bringen, reichen die Ansichten von „wirkungslos“ bis zu „funktioniert“.

Seit einige Zeit beschäftigt mich jedoch das Thema Temperatur. Im Winter kann es in Deutschland auch mal -20°C und darunter erreichen, Im Sommer sind +35°C auch keine Seltenheit. Das sind rund 55° Unterschied, wobei mein persönlicher Wohlfühlbereich so zwischen 18 und 24°C liegt. D.h. im Lauf des Jahres ist es bis zu 30° zu kalt oder 15° zu warm für meinen Geschmack – wobei ich mit der Wärme besser klar komme als mit der Kälte.

Wenn man das so betrachtet, dass es im Sommer zu warm und im Winter zu kalt ist, dann ist die Lösung vom Prinzip her simpel – es muss ein Ausgleich geschaffen werden. Die überschüssige Wärme des Sommer muss aufbewahrt, quasi konserviert werden, und im Winter zum Ausgleich eingesetzt werden.

Erdreich ist gar kein schlechter Wärmespeicher, und isoliert dabei erstaunlich gut. Im Prinzip wäre es einfach möglich, Wärme in tiefen Erdschichten zu speichern. Dazu müsste man Löcher bohren bis man tiefer liegende wasserdurchlässige Schichten erreicht, und könnte diese im Sommer dann mit per Sonnenwärme erwärmtem Wasser aufheizen. Mit Solarthermie ist es im Sommer relativ leicht, Wasser bis an den Siedepunkt zu erhitzen, d.h. man könnte die Erdschichten auf bis zu 100°C erwärmern – in der Praxis erreicht man das nicht, aber es geht nicht primär um die Temperatur, sondern um die Wärmemenge – im Winter wäre selbst Wasser mit 25° noch ein brauchbarer Wärmespender.

Im Winter könnte man im genezug dann kaltes Wasser nach unten pumpen, und erwärmtes Wasser fördern, um Gebäude zu erwärmen, oder, falls die Speicher groß genug sind, auch die Umgebung der Gebäude.

Damit würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – die Wärme im Sommer würde gemildert, weil ein Teil davon für die Erwärmung des Wassers genutzt wird, und im Winter kann die gespeicherte Wärme des letzten Sommers für die Heizung von Gebäuden und öffentlichen Anlagen genutzt werden.

Die Speicherkapazität des Erdreichs ist groß, um nicht zu sagen, riesig, weil im Untergrund große, ungenutzte Erdvolumen zur Verfügung stehen, d.h. die Größe der Speicher ist kein Problem. Aus der Tiefe dringt die Wärme auch nur sehr langsam an die Oberfläche, d.h. die Verluste sind gering, und für das Verfahren von geringer Bedeutung, weil man im Sommer die Wärme geschenkt bekommt. Die Pumpen liessen sich im Sommer über Fotovoltaik versorgen, da warmes Wasser aus Sonnenstrahlung und Strom aus Sonnenlicht zusammen anfallen.

In kleinerem Maßstab könnte man solche Speicher auch unter Gebäuden anlegen, und im Sommer die Sonnenwärme von Wänden und dem Dach nutzen, um die Speicher aufzuheizen. Im Winter kann die gespeicherte Wärme dann zur Heizung des Gebäudes genutzt werden.

Gerade in diesem Maßstab, also mit Speichern für die Gebäude, die das Erdreich unter den Gebäuden nutzen, scheint mir ein Einstieg sinnvoll, und ich Frage mich, warum so etwas noch nicht versucht wird.

 

 

 

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