Recycling von Lebensmittelresten


Recycling fand ich immer schon faszinierend, Wege zu suchen und zu finden, wie aus altem wieder neues wird. Leider musste ich dann lernen, dass heutzutage Recycling oft bedeutet, Dinge erst mal zu zerstören, um sie dann als Rohmaterial wieder zu nutzen.

Das funktioniert mit Metallen und auch mit Glas ganz gut, aber etwas enttäuscht war ich schon, dass man im Prinzip den ganzen Aufwand der Produktion eines Gerätes verloren gibt, und noch mal beim Rohmaterial mit der Verwertung beginnt, und nicht bei den Einzelteilen des Geräts, die noch brauchbar wären.

Noch schlimmer fand ich den Euphemismus der „Energetischen Wiederverwertung“ unter dem Dach des Recyclings – das bedeutet schlicht verbrennen. Nicht nur geht hier alles verloren, was an Bearbeitung in das Werkstück geflossen ist, sondern es geht auch das Material selbst verloren. Das einzige was man auf diesem Weg gewinnt ist Wärme, eine Energieform, die schlecht zu speichern und sich nur verlustbehaftet in andere Energieformen  wandeln lässt, z.B. Bewegung, Elektrizität oder Licht. Ich muss sagen, ich finde es schon fast vermessen hier noch von Wiederverwertung zu sprechen, aber für die Politik klingt das eben besser als Müllverbrennung.

Aber es gibt Hoffnungsschimmer. Nachdem Politiker dem Wort Recycling seine ursprüngliche Bedeutung „Wieder in den (Waren-) Kreislauf einfügen“ verwässert hatten, formte sich der neue Trend unter dem Wort „Upcycling“. Im Gegensatz zu den obigen Recycling-Wegen, die zuerst mal Rückwärts gehen, sollte es hier mit der Qualität aufwärts, oder vielleicht eher mit der Verwendung vorwärts gehen.

Unter Upcycling versteht man die (weitgehend) direkte Verwendung alter Dinge (oder Teilen davon) zum Bau bzw. zur Herstellung neuer Dinge. Das ist im Prinzip das, was ich mir unter Recycling immer vorgestellt hatte.

Interessant ist, dass dieser Trend jetzt auch die Nahrungsmittelindustrie erreicht hat, und dass Wege gesucht und gefunden werden wie man aus Lebensmittelabfällen wieder hochwertige Lebensmittel herstellen kann:

http://www.heise.de/tr/artikel/Kompost-fuer-Gourmets-2457873.html

Ich mochte Speisepilze schon immer, teilweise waren sie mir lieber als Fleisch, was meine Eltern und auch viele andere Leute nie so recht verstehen konnten. Aber als Pilz-Fan freue ich mich, dass es gerade Pilze sind, die den Trick möglich machen, aus „Essens-Müll“ wieder Essbares in hoher Qualität zu erzeugen.

In der Vergangenheit war auch schon mla das Schwein auf dem Bauernhof Lebenmittelreste-Recycler, aber dei Pilze sind noch etwas besser, bzw. anspruchsloser, was das „Futter“ angeht.

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