Betonschalen im Eigenbau


Seitdem ich im Frühjahr einige schicke Pflanztöpfe und Schalen aus Beton gesehen hatte, trug ich mich mit dem Gedanken, zu versuchen, ob man das auch selber machen kann. Beton ist schliesslich keine Geheimwissenschaft. Oder vielleicht doch? Ganz trivial ist es nicht, wie man an der Menge der angebotenen Spezialmischungen sieht, jede Menge Zusatzstoffe machen aus dem einfachen Beton dann doch eine Geheimwissenschaft. Eine richtig geheime sogar, denn die exakte Mischung verrät keiner der Anbieter.

Und dann kam der Sommer, und hunderttausend andere Dinge schienen wichtiger oder dringende als die Betonschalen.

Schliesslich, es war Montag diese Woche, hatte ich dann etwas Zeit, und dachte, „Egal ob gut vorbereitet oder nicht, jetzt musst Du es einfach mal versuchen. Mach eine Schale. Egal wie groß oder wie schön. Egal ob gerade Bedarf dafür ist. Einfach, dass es endlich mal passiert.“

Also ging ich meine Sammlung an Bastelmaterial durch, um zu sehen, was sich als Form für eine Pflanzschale eignen könnte. Blumentöpfe? Porzellanschalen? Untersetzer? Eimer?

Aus einem mittleren Berg aus Gefäßen aller Art entschied ich mich dann für eine Einmalsuppenschüssel aus Plastik. Wenn damit etwas schiefging, dann war der Verlust nicht so groß.

Als Innenform wählte ich eine Glasschale, welche die passende Größe hatte.

Nun die Frage, wie viel Beton sollte ich anrühren? Und welche Mischung? Zuerst entschied ich mich für 1:3 Zement zu Sand. Als ich die Menge grob gemischt hatte, erschien es mir zu wenig, und ich gab noch mal einen Teil Sand dazu – 1:4 ist das klassische Mischverhältnis, sowieso.

Nun, wie viel Wasser? Ich muss sagen, das Zeug ist gemein. Erst saugt die Mischung Wasser auf wie ein Schwamm, und dann auf einmal wird es flüssig. Zu viel Wasser. Ich war vorsichtig gewesen, ich erinnerte mich an Probleme beim Mischen von früher, wenn ich meinem Vater dabei geholfen hatte, aber dennoch – zu viel Wasser.

Ich hatte die Mischung in der Suppenschüssel angerührt, also schien nicht viel übrig zu bleiben als damit zu Leben, dass die Mischung zu flüssig war, und ich setze den Pfropfen für das Abflussloch ein, und dann die Innenform.

Als mir dann der Wasserüberstand zwischen den Formen doch etwas arg hoch erschien, füllte ich mit etwas Aquariumskies auf, in der Hoffnung, dass er haftet, und sog das immer noch überstehende Wasser mit einem Schwammtuch ab.

Dann – warten. Aber wie lange? Einen Tag? Zwei? Ich entschied mich für drei Tage, und heute Abend war es dann so weit, ich nahm die Form auseinander. Sagen wir – ich wollte. Die Innenform ging sogar ganz gut heraus, aber die Schale saß fest in der Suppenschüssel, wie einbetoniert. Nun gut, es war ja auch Beton. Die Suppenschüssel musste dran glauben, ich fand keinen Weg, die Betonschale herauszubekommen, ohne die Schüssel zu beschädigen.

Ich muss sagen, das Ergebnis ist für den ersten Versuch gar nicht schlecht. An einer Stelle hat der Aquariumskies nicht gehalten, aber ansonsten ist der Rand schön geworden.

Schale, Ansicht 1
Schale, Ansicht 1

Auch aussen ist der Beton in der Kunstoffform sehr schön glatt geworden, und fast frei von Lufteinschlüssen.

Schale, Ansicht 2
Schale, Ansicht 2

Spannend ist der Boden – sogar das feine Muster der Suppenschale wurde mit abgeformt.

Schale, Ansicht 3
Schale, Ansicht 3

D.h. wenn ich es schaffe, eine Aussenform mit einem feinen Muster herzustellen, dann müsste meine Betonmischung das Muster ziemlich präzise replizieren können. Aber im Moment habe ich keine Idee, wie ich das bewerkstelligen könnte. Vor allem so, dass man die Schale entnehmen kann, ohne die Form zu zerstören, so wie in diesem Fall.

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Ich habe bereits aus diesem Versuch einiges über das Material und auch den Umgang mit den Formen gelernt, und bin gespannt, was mir für den nächsten Versuch einfällt. Im Winterhalbjahr müsste ich mehr Zeit für Bastelarbeiten haben.

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