Lebensmittel sind eher zu billig


Oft höre ich die Klage, dass Lebensmittel zu teuer seien. Auf der anderen Seite lese ich, dass in Deutschland im Schnitt nur 10% des Einkommens für Lebensmittel aufgewandt werden. Das klingt zunächst nicht nach einer großen Belastung, das kann aber für Haushalte mit unterdurchschnittliche Einkommen schon anders aussehen.

Seitdem ich gärtnere eröffnete sich mir noch mal ein anderer Blickwinkel auf die Preise – der Blickwinkel des Produzenten. Die Preise im Handel sind so niedrig, dass man einen Hungerlohn von unter einem Euro ansetzen müsste, um auf die gleichen Preise zu kommen, wenn man die Zeit für die Aufzucht und Pflege der Pflanzen umrechnet.

Natürlich wird in Großbetrieben effizienter gearbeitet, als im Kleingarten. Und natürlich gärtnert man nicht zur Geldersparnis, zumindest nicht primär, sondern auch wegen der Qualität, der Sortenauswahl und weil einem entweder die Arbeit mit den Pflanzen Spass macht, oder weil man das Gefühl hat es sei ein guter Ausgleich zum Beruf.

Aber es gibt einem doch ein Gefühl dafür, wie viel Obst und Gemüse eigentlich Wert sein müssten, und auch aus dieser Sicht kann man die Eingangs erwähnte These bestätigen, dass in Deutschland Lebensmittel relativ billig sind. Nicht nur in Bezug auf das verfügbare Einkommen, sondern auch in Bezug auf den Aufwand, den man treiben muss um das Obst und Gemüse anzubauen, zu ernten und an die Märkte zu verteilen.

 

 

Advertisements

2 Kommentare zu “Lebensmittel sind eher zu billig”

  1. Man könnte das auch so interpretieren, dass es uns verhältnismässig sehr gut geht. und wir nach Unterkunft und Nahrung sehr viel geld zur Verfügung hat.
    Auf den Philippinen gab es Mittagessen (chicken and rice) für 20ct. Dennoch hat der normalarbeitende sicherlich um die 40% seines Gehaltes für Nahrung ausgeben müssen.

    1. Ja, ich denke auch, uns geht es sehr gut, was die Versorgung mit Nahrungsmitteln angeht, auch was den Preis der Nahrungsmittel angeht. Soweit ich weiss, führen wir sogar in der europäischen Statistik, was das Verhältnis von Einkommen zu Ausgaben für Nahrungsmittel angeht – wobei die Franzosen z.B. auf ihre 30% verweisen, und sagen, dass es bei uns wegen des Preisdrucks keine Qualität gibt, und Qualität eben ihren Preis hat. Man kann die Zahlen so und so interpretieren, aber die gute Nachricht für die Leute, die mit wenig Geld haushalten müssen, ist tatsächlich, dass man, wenn man will, sich bei uns auch mit wenig Geld noch vernünftig ernähren kann.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s