Außenskelette – von der Sci-Fi in die Wirklichkeit


In der Science Fiction waren Kraft- und Reflexverstärker schon länger bekannt. Ich glaube, das erste mal, dass ich davon gelesen hatte, war in einem Buch von 1974, „Der Ewige Krieg“. Dort wurden die Soldaten mit Kampfanzügen ausgestattet, die nicht nur vor den feindlichen Bedingungen des Weltraums und fremder Planeten schützten, sondern auch die Kraft des Trägers enorm verstärkten.

Es war sicher nicht die erste Schilderung der Idee, und auch später fand ich sie in diversen Romanen wieder. Kommentar meiner Eltern waren unisono, „Das ist Unfug, das gibt es nicht, das funktioniert nicht.“ Mein Bestreben, darüber diskutieren, was wäre, wenn es das einmal gibt wurde abgeschmettert, das Diskutieren über Auswirkungen von Dingen, die es nicht gibt, ist Unfug.

Ich war damals etwas uneins mit meinen Eltern und fühle mich heute bestätigt – die ersten Kraftverstärker und „Kampfanzüge“ werden gerade getestet. Und wieder einmal hat keiner darüber nachgedacht, was für auswirkungen das auf die Gesellschaft haben wird, eine Diskussion fand, wenn überhaupt, nur im kleinsten Kreise statt.

http://diepresse.com/home/techscience/hightech/582126/HULCExoskelett_USArmee-testet-Kraftverstaerker

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Werftarbeiter-testen-Exoskelette-2283154.html

Ich muss sagen, während viele Zukunftsvisionen eher düster sind, diese Entwicklung sehe ich eher positiv. Der Arbeiter, der in den letzten Jahrzehnten durch den kräftigeren und unermüdlichen Roboter ersetzt wurde, kann sich vermutlich mit Hilfe solcher Kraftverstärker wieder Jobs sichern – ein Mensch mit seinem Hirn und der Kraft und Ausdauer eines Roboters ist eine fast unschlagbare Kombination als Arbeitskraft.

Was den Kriegseinsatz angeht – ich lehne Gewalt ab, auch wenn ich mir bewusst bin, dass es Situationen gibt, die schwere moralische Dilemmata heraufbeschwören. Soll man, oder besser, muss man nicht mit Gewalt eingreifen, wenn ein schwacher, unschuldiger, von einem stärkeren Gegner bedroht, misshandelt oder verletzt wird? Das Dilemma wird noch schlimmer wenn es statt einzelner Personen Gruppen sind …

Ich denke ich ziehe mich hier auf die Position zurück, die auch für den Hammer gilt – es nicht das Werkzeug das böse ist. Es kommt darauf an, was man damit macht. Man kann mit dem Hammer ein Haus zimmern, oder den Nachbarn erschlagen. Dafür kann der Hammer nichts. Ich denke, die Außenskelette kann man in die gleiche Kategorie einordnen – wenn der Träger damit, wie auf dem oberen Link, in der Werft Schiffe baut, dann ist das voll in Ordnung. Wenn er einen anderen mit Hilfe des Außenskeletts umbringt, dann ist nicht das Skelett schuld, sondern der Träger.

PS: Ich bleibe hier erst mal bei dem Begriff Außenskelett, auch wenn sich fast sicher das Exoskelett durchsetzen wird.  Es muss nicht immer ein Fremdwort sein, um die Bedeutung des Neuen zu betonen.

 

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