Apfel-Flammkuchen


Manchmal kommt mir mein Blog vor wie eine Wundertüte – man weiss nie was drin ist. Aber es ist spannend, zu sehen wie sich meine Interessen mit der Zeit wandeln, selbst für mich.

Ich glaube, das Thema Kochen gab es bislang noch nicht. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich meist keine Zeit zum Kochen habe, besser gesagt, andere Dinge scheinen mir wichtiger und ich investiere die Zeit lieber in andere Tätigkeiten und lasse liefern.

Letzten Sonntag nahm ich mir jedoch die Zeit, um etwas neues auszuprobieren. Aber ich sollte am Anfang beginnen – der Auslöser ist das gute Apfeljahr. Im Garten stehen zwei Apfelbäume, eine frühe und eine etwas spätere Sorte, und beide tragen dieses Jahr sehr gut.

Viele Äpfel
Viele Äpfel

Vor allem die Frühäpfel sind schon fast reif, und bereits genießbar.

Schon fast reif
Schon fast reif

Die ersten Äpfel fallen, oft sind wie wurmig, aber im Prinzip durchaus verwertbar. Lagern kann man sie jedoch nicht.

Die Frage war nun, was tun? Wegwerfen wollte ich sie nicht. Einige habe ich verschenkt, aber einige wollte ich auch selbst verwerten.  Durch Zufall habe ich in einem Forum ein Rezept für für eine Apfel-Ziegenkäse Pizza gesehen, die mich zu einem Apfel-Flammkuchen inspiriert hat.

Gefallene Äpfel
Gefallene Äpfel

Zuerst galt es, die Äpfel zu zerlegen, und die wurmigen Teile zu entfernen. Ausserdem wurden sie geschält.

Apfelschnitze
Apfelschnitze

Zwiebeln schienen mir wichtig, um dem ganzen etwas Geschmack zu geben, so dass es nicht zu sehr an einen improvisierten Apfelkuchen erinnert. Es sollte ja ein Mittagessen werden.

Zwiebelstücke
Zwiebelstücke

Dazu noch etwas Hirtenkäse – eigentlich wollte ich Schafskäse kaufen, und frage mich jetzt nachträglich, ob ich wieder mal unser Nahrungsmittelindustrie auf den Leim gegangen bin, und das eine Schafkäse-Nachbildung war – aber zumindest von der Konsistenz und vom Geschmack her entsprach der Käse meinen Erwartungen.

Hirtenkäse
Hirtenkäse

Einen Hefeteig selbst zu machen hatte ich mir nicht zugetraut, bzw. ich wollte mir die Zeit für den Teig sparen, deshalb habe ich einen gekauften Pizzaboden verwendet. Aber in der Zeit, in der ich die Äpfel geschnitten und geschält habe, hätte der Teig auch gut gehen können, d.h. man verliert nicht viel Zeit, wenn man den Teig selbst macht, und vermutlich ist selbstgemachten Teig schmackhafter.

Apfel-Flammkuchen
Apfel-Flammkuchen

Also, Teig aufs Backblech, alles drauf auf den Teig, und ab in den Ofen.

Nächste Erkenntnis – man braucht viel Hitze, und es dauert länger als eine Tiefkühlpizza. Aber es klappt. Dann das Testessen:

Gebacken
Gebacken

Schlecht ist es nicht, aber … im Originalrezept wurde Schmand erwähnt, den ich als Sauerrahm kenne. Ich hatte das allerdings vergessen, und muss nachträglich sagen, es fehlt ganz sicher. Mehr Zwiebeln und mehr Käse wären auch gut gewesen, gerne auch ein schmelzender Käse.

Für das Auge bot der Flammkuchen nicht viel. Ich denke, Tomatenscheiben oder Paprikastreifen müssten sich geschmacklich einfügen, und das ganze etwas aufpeppen. Auch Schinken sollte passen.

Als Würze hatte ich etwas Salz und Muskatnuss verwendet. war nicht schlecht, aber das nächste Experiment wird mit Kümmel statt Muskat sein.

Um es geschäftsmässig zu formulieren: Das Kernziel, die Verwertung der Äpfel wurde erreicht. Die Details sind noch verbesserungsfähig 🙂

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6 Kommentare zu “Apfel-Flammkuchen”

  1. Apfel mit Käse und Zwiebeln? Auf die Kombination wäre ich nicht gekommen. Dass es mit dem Pizzateig gemacht wird, erscheint passend. Fast alles was wir als Spezialitäten aus anderen Ländern kennen, war im Ursprung nichts als Restenverwertung. Pizza ist eine solche Restenküche, Paella eine andere.

    Bei mir ist Apfelkuchen immer süss. Das ist bei uns ein sehr gewöhnliches Rezept, das jeder kennt. In der Schweiz täte ich mit diesem Kommentar jedenfalls keinen Korb gewinnen.

    Ich nehme Mürbeteig, streue geriebene Haselnüsse darauf und verteile die Apfelschnitze. Backen bei 180°. In einer Schüssel zwei Eier und etwas Zucker und Milch vermischen. Das giesst man über den Kuchen, wenn dieser ungefähr zur Hàlfte gebacken ist. Man kann auch noch Rosinen dazustreuen zum Eierteiglein.

    1. Apfelkuchen sind hier auch sehr beliebt, in mehreren Variationen. Das interessante an dem Experiment war, zu sehen ob sich Äpfel auch mit salzigem verwenden lassen und es geht tatsächlich.

      Eine meiner nächsten Aktionen wird allerdings sein, einen vernünftigen Apfekuchen zu fabrizieren. Bei uns in der Familie war der Boden oft ein Hefeteig, und er Kuchen hatte keinen „Deckel“, also eine ganz einfache Variante.

      Mir fehlt eine ganze Menge Übung und Erfahrung beim Kochen.

      1. Mir fehlt die Übung auch. Den Mürbeteig wie wir ihn gebrauchen, kann man hier in jeder Bäckerei bekommen. Vermutlich ist das bei Dir zuhause anders.

      2. http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4he

        oder auch

        http://de.wikipedia.org/wiki/Tarte

        Noch anzumerken wäre, das ich das Wort „Wähe“ als Kind nicht kannte. Bei uns im Bernbiet nennt man das eiinen „Kuchen“, was dann für viel Sprachverwirrung mit den Zürchern führt, bei denen Kuchen das gleiche ist, was wir bei uns „Torte“ nennen und für die Zürcher wiederum ist eine Torte, das was bei uns eine „gefüllte Torte“ ist.

        Und dann kommen noch die Deutschen, die meinen, es gebe so etwas wie Schweizerdeutsch. Huch.

  2. Es wird ja auch behauptet, dass es ein Hochdeutsch gibt. Leider fehlen dort einige Worte, und auch die Grammatik ist nicht so flexibel wier in manchen Dialekten.

    Backwaren sind etwas ganz spezielles, weil so oft nur regional verbreitet waren und/oder in verschiedenen Regionen unterschiedlich benannt wurden.

    Wenn ich mich nicht ganz irre, sagt man in Berlin zu einer Sorte gefüllten Brötchens „Krapfen“, während es im süddeutschen Berliner sind (da sie von dort kamen …).

    Zumindest bin ich schon mal über das Wort „Wähe“ gestolpert – Wikipedia sagt, es sei im badischen (allemannischen) Raum bekannt, und obwohl die Badener und die Württemberger (Schwaben) immer noch gerne ihre Eigenheiten betonen, ist es gut möglich dass das Wort das württembergische schon erreicht hat.

    Im nächsten Lebene werde ich Sprachkundler.

  3. In manchen Gegenden des Schwabenlands heißen die Wähen „Deien“. Im Freilandmuseum bei Schwäbisch Hall werden die an Aktionstagen im Akkord gebacken, mal süß mit Apfelbelag, mal salzig mit Zwiebel/Speck/Kümmel.

    Äpfel kann man auch sehr gut mit Lauch mischen.

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