Topfsalat als Beitrag zur Welternährung


Landwirtschaftlich nutzbare Ackerfläche ist knapp, zumindest wenn man das Verhältnis der Anzahl der Menschen auf der Erde zu den nutzbaren Flächen betrachtet.

Städte scheinen auf den ersten Blick wenig Nutzflächen für den Ackerbau zu bieten, aber manchmal ist es die Summe kleiner Dinge, die insgesamt überraschend groß sein kann.

Fenster hat jede Wohnung, und etwa 50% der Fenster sollten zumindest zeitweise am Tag von der Sonne beschienen werden, vielleicht sogar mehr, weil Fenster in unseren Breiten bevorzugt zur Sonne hin ausgerichtet werden.

Ein Fenstersims ist im Vergleich zu einem Acker sicher eine kleine Fläche, aber es gibt in jeder Stadt tausende davon. Und man kann zumindest einige Sorten Gemüse und Küchenkräuter recht  problemlos in Blumentöpfen und -kästen kultivieren.

Hier ein Versuch mit Pflücksalat in Schalen und Töpfen:

Pflücksalat
Pflücksalat

Der Vorteil ist, dass man das Gemüse von der Fensterbank jederzeit im Zugriff hat, auch bei schlechtem Wetter. Und man bekommt es 100% frisch.

Man kann jetzt sagen, was bringen die drei Pflücksalat Pflanzen als Beitrag zur Welternährung? Nun, diese drei müssen nicht auf einem Acker oder in einem Gewächshaus aufgezogen werden, und machen dort Platz für wertvollere Kulturen, die eben nicht für die Fensterbank tauglich sind.

Und oft hat man mehr als ein nutzbares Fenster. Wie Eingangs schon geschrieben, in einer Stadt gibt es tausende Fenster, die im Gegensatz zu Äckern sogar in den Wänden übereinander liegen, und somit die Höhe als 3. Dimension mit nutzen.

Auch wenn der Beitrag eines einzelnen zur Nahrungsmittelproduktion auf diesem Weg nur klein ist, in der Summe ist es viel, und es macht Platz für wertvollere Kulturen in Gewächshäusern und auf Äckern.

Ich selbst habe bislang nur Erfahrung mit der Kultur von Salat, Tomaten, Paprika und Schnittlauch in Töpfen, aber es gibt sicher noch viele weitere Kandidaten, Kohl und Kohlrabi, Sellerie, Gurken, und sicherlich eine große Palette an Küchen- und Teekräutern, die man auf dem Fensterbrett wachsen lassen kann. Einige davon werden sogar mit halb schattigen Fenstern zurechtkommen.

Im Fall des Pflücksalats sind die Kosten minimal. Eine Tüte Saatgut für über 100 Pflanzen ist für weniger als 2 Euro zu bekommen, und der Salat hat sich bislang als sehr einfach zu kultivieren und auch als robust erwiesen. Ich glaube auch, dass ich die Töpfe reichlich bemessen habe, Pflücksalat scheint mit recht wenig Erde auszukommen, wenn man regelmässig düngt. Vermutlich könnte man, wenn man sehr sparsam sein will, alte Plastikverpackungen und auch Dosen als Pflanzgefäße wiederverwenden.

Auf jeden Fall ist der Salat für mein tägliches Sandwich jetzt gesichert, und es gibt etwas mehr Ackerland, auf dem Nahrungsmittel für andere produziert werden können, weil jetzt die Bauern nicht mehr so viel Salat für mich produzieren müssen.

Und noch ein Vorteil – der Salat muss erst gar nicht transportiert werden, kein Fahrzeug verstopft dafür die Straßen, und es wird kein Diesel oder Benzin dafür verbraucht. Und vielleicht noch ein winzig kleines Plus: der Salat produziert in der Sonne Sauerstoff, das Gas, das wir zum Leben benötigen.

Es ist wie immer – je mehr mitmachen, desto mehr bringt es. Also, lasst euch euer Fenstergemüse schmecken 🙂

Wer Englisch kann, und mehr über Ackerbau in der Stadt wissen möchte, kann bei Wikipedia einsteigen: Urban Agriculture

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