Bonsai – Aufzucht in der Schale


Seit einiger Zeit ist mein Interesse an Bonsais erwacht. Wie ich gelernt habe, bezeichnet Bonsai nicht speziell den Baum, sondern die Aufzucht des Baumes oder auch einer anderen Pflanze in der Schale. Dabei ist die Schale und auch der Boden in der Schale ein wichtiges Element der Symbolik.

Der Baum steht für die belebte Natur. Der Boden in der Schale, mit Steinen verschiedener Größe symbolisiert die Naturkräfte. Die Schale letztendlich steht für den Menschen, als Gestalter.

Mein erster Kontakt mit Bonsai liegt lange zurück und war kurz. Für mich war der kleine Baum Bild der Perversion der Natur,  gezwungen vom Menschen, in eine menschgewünschte Form. Nach diesem Eindruck habe ich das Thema abgehakt, es widersprach meinem Verständnis, wie das Verhältnis des Menschen zur Natur sein sollte.

Später begann mich vor allem die Ästhetik der kleinen Bäume in der Schale zu faszinieren. Und ich hatte inzwischen jahrelang Obstbäume durch Schnitt gestaltet, und in eine „menschgewünschte Form“ gebracht, die auch nicht immer dem entsprach, wie der Baum sich ohne Mensch entwickelt hätte. Nun, offen gesagt, eigentlich nie.

Inzwischen stehe ich dem Thema Bonsai offener gegenüber, es scheint nur ein weiterer Schnitt in der Gestaltung von Bäume zu sein, indem nicht nur die Äste, sondern auch das Wurzelwerk beschnitten werden, und damit nicht nur die Form der Krone sondern auch das Wachstum und die Größe des Baumes beeinflusst werden.

Ich denke, ich will es versuchen, einige kleine Bäume zu gestalten – ich will hier noch nicht von Bonsai sprechen, da mir vor allem die Möglichkeiten zur Gestaltung der Schalen fehlen, und es nach strengem Verständnis ohne die richtige Schale dann eben kein Bonsai ist.

Als Kandidaten habe ich bislang drei ausgewählt:

Eine Eiche, die dieses Jahr in einem Pflanzkübel aufgegangen ist. Ein Eichhörnchen hatte dort letzten Herbst eine Eichel vergraben. Die Eiche hatte keinen besonders guten Start ins Leben, und war auch noch an Mehltau erkrankt als ich sie gefunden habe, aber ich will es dennoch versuchen. Zuerst pflege ich sie wieder gesund, danach wird sie einige Jahre wachsen und zu Kräften kommen müssen, bis es an die Gestaltung geht. Die Eiche ist also ein Kandidat für die fernere Zukunft, zudem sind Eichen Pflanzen fürs Freiland, die man nicht für längere Zeit im Zimmer halten kann. Das widerstrebt mir etwas, ich hätte das Bäumchen gerne näher bei mir, aber zumindest im Sommer bin ich oft draussen im Garten, und kann in der Nähe des Bäumchens sein.

Etwas untypisch als Bonsai-Pflanze, aber eventuell dennoch interessant zu gestalten ist ein Weihnachtsstern-Steckling, den ich gerade aufziehe. Dieser wird im Sommer im Freien stehen. Der Weihnachtsstern ist ein Busch aus Mexiko, der im Sommer gerne viel Sonne hat, und sich im Winter auch im Zimmer halten lässt. Das kommt mir entgegen, weil ich vor allem im Winter das Grün der Pflanzen draussen vermisse, und es schön ist, etwas lebendiges im Zimmer zu haben.

Oft als Anfängerbonsai empfohlen werden Ficus Arten, ich habe mich für einen Ficus Benjamina entschieden, vor allem weil ich relativ einfach einen Ableger eines älteren Ficus Benjamina aufziehen kann. Der Benjamini ist zur Zeit am weitesten, einfach weil er bislang am schnellsten wächst, und ich denke, ich kann hier sehr früh mit der Gestaltung beginnen.

Schnell wird es nicht gehen, die kleinen Bäume brauchen viel Geduld. Aber ich will es mal versuchen, und sehen, wie sich die Beschäftigung mit dem Thema entwickelt.

 

 

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