Der Lohn des Künstlers


Unlängst klagte ein Fotograf in seinem Blog darüber, dass die Arbeit des Fotografen, die Bilder, immer öfter für umsonst verlangt werden. Abgesehen davon, dass es dann bald keine Profi-Fotografen mehr geben wird, weil sie von Ihrer nicht-bezahlten Arbeit nicht leben könnne, hat mich der Artikel auch zu weiteren Gedanken angeregt.

http://rheker.wordpress.com/2014/06/03/fotografen-sind-einfach-unverschamt/

Manchmal habe ich den Eindruck, die Erwartung alle nichtmateriellen Güter kostenlos haben zu können, sind die Nebeneffekte der Open Source bzw. Open Document Bewegungen, die versuchen, die Ergebnisse der Arbeit von Einzelnen für alle verfügbar zu machen – und zwar ohne, dass der Autor etwas dafür bekommt.

Das ist schön für die Allgemeinheit, aber schlecht für die Autoren.

Jedoch wird es wird inzwischen wohl als normal angesehen – auch als Software-Entwickler wird man immer wieder gedrängt, seine Programme als Open Source zu veröffentlichen. Am Anfang meiner Zeit als Hobby-Programmierer, noch als Closed-Source Entwickler, hat mich dieser Druck gestört, am Ende, dann als Open-Source Entwickler, war es der Grund aufzugeben – es war schwer geworden, überhaupt noch ein „Danke“ oder sonstige Anerkennung für die Arbeit zu erhalten. Open Source wird einfach genommen und benutzt, der Autor ist ein Name unter vielen, und wird nur in Ausnahmefällen gewürdigt.

Schriftsteller, Musiker, Künstler, Fotografen und andere kreativ tätige hatten es schon immer schwer, genug zum Leben zu verdienen, aber die digitale Welt des einfachen und fast kostenlosen Duplizierens der Werke hat den Respekt vor der Leistung der Kreativen weiter schwinden lassen. Die Kopie in Sekundenschnelle vermittelt den Eindruck der Wertlosigkeit, die Stunden, Tage und Monate, welche die Erschaffung des Originals in Anspruch nahm, wird so nicht wahrgenommen, kann auf diese Weise nicht einmal erahnt werden.

Ich verstehe langsam, warm immer mehr Kunstschaffende statt statischen, potentiell reproduzierbaren Werken jetzt verstärkt “Performances”, Auf- und Vorführungen bieten – diese lassen sich nicht so einfach als Ding weiternutzen oder verkaufen, man muss in dem Moment dabei sein, wenn der Künstler die Performance durchführt. Hierbei wird die Leistung, das Können des Schaffenden auch direkter sichtbar, und dadurch eher Wert geschätzt.

Das ist für Fotografen wie dem Schreiber des Blogs, das die Anregung zu diesem Artikel gab, leider kein gangbarer Weg, zeigt aber, dass Künstler auf den Druck und die gesellschaftlichen Veränderungen reagieren, und sich Bereiche suchen, in denen die Natur ihrer Kunst sie gegen den die Geringschätzung oder gar den Diebstahl Ihrer Leistung schützt.

 

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