Soziale Absicherung ohne den Staat


Irgendwie hat mich eine gewisse Unlust am Schreiben befallen. Dazu kommt noch, dass ich in den letzten Wochen und Monaten oft keine Lust hatte, kontroverse Themen anzusprechen und dann kritische Kommentare zu diskutieren. Zum anderen fühlt sich im Moment mein Kopf recht leer an – salopp habe ich diesen Zustand schon mal als „Hirnversagen“ tituliert. Es ist ein Gefühl als würden einem die Gedanken entfliehen, und man bekommt sie nicht zu fassen.

Deshalb auch heute nur ein kleiner Link auf einige Ideen zum Geldsystem, und wie weniger Staat zu mehr Wohlfahrt führen kann. Normalerweise bin ich der Ansicht, dass der Sozialstaat eine gute und wichtige Einrichtung ist, und dass die Sozialfürsorge beim Staat in guten Händen ist, aber der Autor führt hier einige sehr schöne Ideen zu privater, partnerschaftlicher Absicherung vor, die ich bislang nicht kannte:

Eine weitere Möglichkeit zur Absicherung in der Zivilgesellschaft sind „Vereine zur gegenseitigen Hilfe“ (friendly societies). Wer diesen Hilfsgemeinschaften freiwillig beitritt, verpflichtet sich zur gegenseitigen Hilfe im Fall von Krankheit, Arbeitsunfähigkeit ohne Ersparnisse, Altersarmut, Tod der Eltern oder ähnlichem. Es gibt also Rechte und Verpflichtungen. Die Mitglieder sind verpflichtet, im Unglücksfall zu helfen, und haben Anspruch auf Hilfe, falls ihnen etwas zustößt. Soziale Absicherung ganz ohne Staat.

Ein sehr interessantes Konzept. Warum ist das in Deutschland so unbekannt? Oder bin ich wieder mal nur blind durch die Welt gegangen? Wie es auch sei, hier der Artikel zum selber lesen und nachdenken:

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41770/1.html

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7 Kommentare zu “Soziale Absicherung ohne den Staat”

  1. Die Idee ist gut. Ob es sich umsetzen lässt, das weiß ich nicht.
    Denn bei allen noch so guten Ideen fehlt oft „der Faktor Mensch“, der alles zum kippen bringen kann.

    1. Ja, das stimmt. Ich glaube, dass es am besten in kleineren Gruppen funktionieren würde, auf lokaler Ebene, wo sich die Leute noch einigermaßen kennenlernen können, anstatt in Form einer bundesweiten Organsiation. Auf der anderen Seite haben größere Organisationen die Möglicheit, Lasten auf viele Schultern zu verteilen.

      Man müsste das mal ausprobieren. Ich würde annehmen, dass kleine Glaubensgemeinschaften, Freikirchen u.ä. gute Keimzellen für solche Modelle werden können, weil dort der Zusammenhalt in der Gemeinde sowieso schon recht stark ist, und das Christentum das „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ als Leitlinie hat.

      1. Ja, in kleineren Gruppen könnte ich es mir auch vorstellen.
        Christlich nicht unbedingt, da brodelt zu viel in Tiefe, das mag ich nicht.
        Ich hatte früher mal vor mit guten Freunden zusammen in einer Hausgemeinschaft zu wohnen, wo man sich gegenseitig umsorgen kann und nicht auf einen Dienst von außen angewiesen ist.
        Hat sich dann leider zerschlagen, weil die Freunde früh verstorben sind.

        1. Ich denke hier müssen mehrere Generationen zusammenkommen, mit nur einer Altersgrupper wird es schwer. So ähnlich wie ein Mehrgenerationenhaus, aber eben nicht nur als Treffpunkt, sondern als WG. So wie es früher die Großfamilie gab, nur jetzt eben als „Patchwork“-Großfamilie.

  2. Hallo lieber Hajo,

    nur zu Deiner Bestätigung: Dein Blogentries schreibst sind „nicht für die Katz“. Ich lese schon ein paar Wochen hier immer mal wieder mit und finde Deine Sichten auf Dies und Das meist recht spannend.

    Weiter so und viel Kraft wenn Du Sie brauchst.

    Liebe Grüße,
    Andreas (der von früher)

    1. Danke 🙂

      Die Unlust kommt nicht vom Gefühl es sei sinnlos, sondern eher aus einem Gefühl der Unsicherheit bzw. der Vermeidung von Konflikten. Auch etwas aus Resignation – viele Themen sind so stark in der Hand von Gruppierungen, dass es fast unmöglich ist etwas zu ändern, weil die Gruppierungen so stark und etabliert sind.

      Das betrifft z.B. viele Mißstände in der Politik und Gesellschaft. Und dann fehlt mir manchmal einfach die Kraft, und ich gebe innerlich auf.

      Ein weiterer Punkt ist, dass im Moment der Garten, die Planung und die Gartenarbeit für mich mehr in der Mittelpunkt gerückt sind. Vielleicht ist das auch ein wenig Ergebnis der oben angesprochenen Stimmungen – sich eine Ecke zu erschaffen, wo man einigermassen zufrieden und ungestört von „Der Welt draussen“ vor sich hin wursteln kann. Und über den Garten möchte ich nicht so viel schreiben, der wird weder besonders toll noch sonst irgendwie besonders, es ist einfach für mich ein Fluchtpunkt und auch Kontrast zum Arbeitsalltag. Ausserdem will ich in der Wohnung einiges Umgestalten (immer noch oder wieder mal), was auch Zeit kostet, und sicher auch Gedanken bindet – so lange ich überlege onb ich die Türrahmen wirklich fliederfarben haben mochte, und welcher Silber- oder Goldton sich für Türklinken eignet, sind die Gedanken nicht frei für Blogartikel. Die Umgestaltung der Wohnung ist auch Teil des Kampfes gegen die Winterdepression – ich benötige Farbe und Schönes um mich herum. Im Winter ist es draussen nicht nur kalt und dunkel, sondern auch vorwiegend hässlich. Wichtig ist zuerst, dass es hell und sauber wirkt, und dann mit einzelnen Farbtupfern, bzw. Elementen die dem Weiß die Langeweile nehmen. Es ist schwer, aber ich arbeite daran. Ein Farbenchaos taugt auch nichts.

      Das zentrum meines Interesses ändert sich vermutlich auch wieder, ich bin unstet geworden und bleibe selten länger bei einem Thema. Wenn mich etwas ärgert oder ich neue Ideen finde, dann schreibe ich sicher auch wieder darüber 🙂

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