Dinge, die nicht sein dürften und die Qualität von gefundener Information


Immer wieder lese ich im Internet Informationen, die ich im Kontext meiner Schul- und Universitätsausbildung als Unfug klassifizieren müsste. Unfug, weil sie den Naturgesetzen, so wie man sie mir beigebracht hat, widersprechen.

Heute bin ich wieder über so einen Fall gestolpert:

http://exsuscitati.wordpress.com/2014/04/23/spuk-im-blut-des-menschen/

Die Frage ist, wie geht man mit solchen Informationen um? Die Seite sieht seriös aus, die beschriebenen Experimente sind einfach genug, dass man sie replizieren könnte. Aber man kann es nicht, weil einem die Ausrüstung fehlt, oder das Geld um an solche Ausrüstung zu kommen. Oder auch die Zeit und Motivation, um es wirklich zu tun.

Es werden Namen von Wissenschaftlern mit Titel genannt, die man jedoch nicht kennt. Ein Titel klingt eindrucksvoll, ist aber keine Qualitätsgarantie.

Ein früherer, ähnlicher Fall, ist der QEG, der Quanten-Energie-Generator:

http://revealthetruth.net/2014/04/08/qeg-quantum-energy-generator-einfach-erklart/

Dieser verletzt, trotz aller „Erklärungen“, den Energieerhaltungssatz. Er scheint so etwas wie ein modernes Perpetuum Mobile zu sein,  und, wie jedem Schüler beigebracht wird, ein Perpetuum Mobile kann es nicht geben. Schon gar keines das zusätzlich zur Selbsterhaltung noch einen Energieüberschuss produzieren kann.

Auch diese Seite ist wieder seriös gemacht, und verweist sogar auf andere Quellen, die als Belege dienen sollen.

Beides stellt mich vor Rätsel. Ich weiss, dass unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse unvollständig sind. Ich bin bereit zuzugeben, dass einige davon wahrscheinlich korrigiert werden müssen, im Zuge neuerer Forschung. Aber z.B. der Energieerhaltungssatz ist so oft geprüft worden, dass Zweifel daran eigentlich unvernünftig sind – und der QEG scheint dagegen zu verstossen.

Auch das Blut-Experiment aus dem ersten Artikel hat ein Problem mit der Energieerhaltung, aber es ist nicht so offensichtlich wie im zweiten Fall.

Was also tun, wenn neue Information gegen gut gesicherte ältere Erkenntnisse steht?

Üblicherweise verbuche ich das dann als „interessanten Unfug“, mache im Kreise informierter Leute ab und zu Witze darüber, und warte ab, was daraus wird.

Aber was macht ein weniger gebildeter Mensch? Oder jemand, der mehr Zweifel an der Naturwissenschaft hat? Wird Wissenschaft dann wieder zum Glauben – zum Glauben an Publikationen, bzw. an die Seriosität des Herausgebers?

Manche althergebrachte Lehrmeinung wurde lange nicht hinterfragt und hat sich dann als falsch erwiesen, z.B. die Legende dass Spinat viel Eisen enthalte. Als der Fehler entdeckt wurde enthielten viele Bücher schon die falsche Information, und waren noch lange im Umlauf, was die falsche Information über viele Jahre noch weiter verfestigt hat. Und wer kann schon gegen etwas argumentieren, was in einem Buch steht? Ich hasse es wenn man mir ein Buch entgegenhält, und sagt „Es steht hier drin!“, gerade weil man so schlecht dagegen argumentieren kann, slebst wenn man sicher ist, dass es der größte Unfug ist, der einem da gerade erzählt wurde. Aber es belegt um so mehr, wie stark Leute an etwas glauben, sobald es in einem Buch steht.

Manche andere Lehrmeinung, wie z.B. die Lichtgeschwindigkeit als Grenze, oder der Energieerhaltungssatz sind oft angezweifelt worden, und wurden schon oft überprüft, und haben bislang jeder Überprüfung standgehalten. Somit bin ich geneigt, diese als gesichert anzuerkennen, und Vorgänge, die scheinbar (oder tatsächlich) dagegen verstossen, zumindest stark anzuzweifeln – wie den Quanten-Energie-Generator. Aber ganz zufrieden fühle ich mich mit solchen Entscheidungen nie.

Das Internet ist sicher eine schöne Informationsquelle. Die Qualität der Information ist aber nicht immer gut. Und es wird zunehmend schwerer, vor allem für Laien, die Qualität gefundener Information zu bewerten.

Absichtliche Falschinformation war und ist immer noch ein Mittel, die unwissenden Massen im Sinne von Autoritäten zu beeinflussen. Das sollte man, neben all den anderen Problemen, bei der Bewertung von Informationen, auch noch bedenken – das trifft aber eher soziale und politische Informationen, und weniger technische.

 

 

 

 

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