Gedanken zu „Accept your Body“


Heute bin ich über einen Artikel gestolpert, der ein wichtiges Thema anreisst: Mit seinem Körper, und dessen Mängeln, Frieden zu schliessen. „Accept your Body“ wurde getitelt.

 http://mlnesmeralda.wordpress.com/2014/04/16/accept-your-body-its-the-place-you-live-in/

Schon das erste Bild verursachte leichte Verwunderung bei mir –  eine Frau, die fast genau dem Ideal einer schlanken, sportlichen, jungen Frau entspricht, so wie es die Gesellschaft gerade favorisiert? Wo ist hier das Problem?

Mit diesem Körper sollte die Akzeptanz  nicht schwer sein, es ist mir komplett unverständlich, wo hier die Probleme der Akzeptanz liegen sollen.

Aber ich denke, das Thema ist richtig, Frieden mit den Mängeln seines Körpers zu schliessen. Sich zu akzeptieren, ist wichtig für die seelische und auch die körperliche Gesundheit. Allerdings fände ich es besser, wenn Personen gezeigt würden, die mit ihrem Körper glücklich sind, und nicht dem Idealbild der Gesellschaft entsprechen. Für diese wird das “Accept your body” nämlich wirklich zu einer Herausforderung, die sie auch täglich verteidigen müssen. Mit diesen Bildern glaube ich, macht man den Leuten, die von der Natur nicht so gesegnet sind, die Akzeptanz ihres Körpers eher noch schwerer.

Und ich meine hier nicht nur die Dicken, auf denen üblicherweise herumgehackt wird, sondern auch die mit einem schiefen Gesicht, mit Mutter/Feuermalen, Narben, krummen Rücken, O- oder X-Beinen, mit einer schlecht verheilten Hasenscharte oder verkrüppelten Armen und Beinen.

Für diese Leute ist “Accept your body” eher eine Herausforderung. Für jemand, der so aussieht wie auf den Bildern – nun ja, wer dann noch ein Problem hat, da kann ich nur sagen “Jammern auf hohem Niveau”, und verstehe das Problem nicht wirklich. Dennoch – es ist ein wichtiges Thema, und es ist richtig darüber zu schreiben. Nur die Illustration passt nicht, und ich glaube, diese Bilder werden den Leuten, die weniger Ideal gebaut sind und unglücklich mit ihrem Körper sind, die Akzeptanz eher noch schwerer machen, als sie es schon ist.

 

 

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2 Kommentare zu “Gedanken zu „Accept your Body“”

  1. Es ist schwierig sich akzeptieren zu lernen, wenn die Umwelt auf einem rumhackt. Menschen, und nicht nur Kinder könnnen grausam mit denen von uns sein, die aus der Reihe fallen. Ein Freund von mir, ist z. B. tatsächlich in einem Bewerbungsgespräch gefragt worden, ob er sich nicht besser in einer Geisterbahn bewerben möchte. Er leidet seit vielen Jahren an einer schweren, chronischen Form der Psoriasis.
    Ich denke, es sollte besser heißen „accept human“. 🙂

    1. Ich glaube, wir sind es einfach nicht gewohnt mit solchen Menschen umzugehen. Ich habe z.B. einige Wochen gebraucht, mich an einen neuen Kollegen zu gewöhnen, der schielt. Am Anfang fand ich es irritierend, inzwischen fält es mir gar nicht mehr auf. Es fehlt also an der Gewöhnung.

      Schuppenflechte ist schon übel genug. Dazu auch noch blöde Bemerkungen zu machen und ggf. eine Bewerbung abzulehnen ist schlicht taktlos. Das wäre wohl ein Fall für eine Anti-Diskrminierungsklage, aber es wird wie üblich nichts bringen, weil Arbeitgeber immer sagen können, es gab andere Gründe die zur Ablehnung geführt haben.

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