Trutzburgen auf Rädern


Immer wieder, wenn ich im Straßenverkehr diese riesigen SUVs sehe, fühle ich mich an rollende Burgen erinnert. Groß, schwer, abweisend. Oft dunkel lackiert. Und irgendwo im Innern sitzt ein Mensch, sich beschützt fühlend von all dem Stahl und Glas. Vielleicht nicht nur beschützt von den Gefahren des Verkehrs, sondern auch vor der rauhen Wirklichkeit an sich, und eventuell auch beschützt vor anderen Leuten. Mit dem SUV ist man größer und stärker als die meisten anderen Verkehrsteilnehmer.

Insofern sind diese Vehikel vielleicht auch eine Antwort auf die wachsende Unsicherheit in unserer Zeit. Der Wunsch nach Sicherheit, nach einem Ort der Schutz bietet. Und so eine Burg auf Rädern kommt da gerade recht.

Leider ist es, wirtschaftlich und vom Umweltschutz her gesehen, hochgradig unvernünftig, 3 Tonnen Stahl durch die Gegend zu bewegen, um im Schnitt 75kg Mensch von A nach B zu transportieren.

Ich kann es jedoch sogar verstehen, dass der Wunsch nach Geborgenheit in den Gedanken schwerer wiegt als alle wirtschaftliche Vernunft. Ich hoffe dennoch, dass die Welle der SUVs wieder abebben wird, und vernünftigeren Transportmitteln Raum gibt – auch auf der Strasse. Aber vielleicht bedarf es dazu erst einiger gesellschaftlicher Veränderungen, so dass Menschen sich auch ohne mobile Burg wieder geborgen fühlen können.

 

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