Garten, Tomaten und Paprika


Meine Eltern waren immer sehr gartenbegeistert, und ich bin mit der Arbeit im Garten groß geworden. Nach dem Tod meines Vaters haben meine Mutter und ich das Gartegrundstück weiter bewirtschaftet.

In den letzten Jahren war das zunehmend schwieriger geworden, da meine Mutter älter wurde und auch oft krank war. Das Grundstück war recht groß, und trotz meines Einsatzes drohte es schon in den letzten Jahren zu verwildern. 2010 war ich dann selbst psychisch ziemlich am Ende, und die Autofahrt zum Grundstück wurde zur Tortur, das hat sicherlich auch nicht geholfen, auch wenn ich mich seitdem wieder etwas erholt habe.

Seit fast einem Jahr ist meine Mutter jetzt im Pflegeheim, und es war von Anfang an klar, dass der Garten für mich alleine zu groß ist, vor allem mit meinem immer noch angeschlagenen Zustand, und meine Geschwister kein Interesse an der Gartenarbeit haben.

Inzwischen ist der große Garten jedoch verkauft, der Gewinn kommt der Pflege unserer Mutter zu Gute. Ich wohne zwar zur Miete, aber ich darf den Garten am Haus nutzen, der ist mit der Wohnung gemietet. Bislang war der Garten am Haus weniger interessant, aber seitdem der große Garten verkauft ist, möchte ich mehr daraus machen.

Zuerst dachte ich, es ist zu viel, ich komme mit meiner Arbeit, der Pflege meiner Mutter und meinen Hobbies nicht einmal dazu, mich richtig um den Garten zu kümmern. Das war zu der Zeit als ich mit meinem Juwelensuche-Projekt sehr beschäftigt war, aber die Begeisterung dafür hat stark nachgelassen und ich dachte, ich versuche es mit dem Garten. Das sollte auch ganz rational betrachtet für mich besser sein als Softwareprojekte.

Früher hatte sich immer meine Mutter um die Aufzucht der Setzlinge gekümmert, nun werde ich das übernehmen. Mit Tomaten verbinden mich gemischte Gefühle, zum einen mag ich sie gar nicht so sehr, zum anderen sind Tomaten aber ein sehr praktisches Gemüse. Vielleicht ist es auch die Tradition, Tomaten waren meiner Mutter immer sehr wichtig.

Ein Gemüse, das ich persönlich gerne mag, sind Paprika. Glocken- und vermutlich sogar noch mehr, die Spitzpaprika.

Samen für Spitzpaprika gab es keine als ich danach suchte, also kaufte ich ein Tütchen Samen von Buschtomaten und ein Tütchen Samen von mildem Gemüsepaprika.

Montag vor einer Woche habe ich dann gesät – geplant sind 4 Tomatenpflanzen und 4 Paprika. Um Reserve für Ausfälle zu haben, habe ich je 8 gesät. Und tatsächlich, diesen Montag zeigten sich die ersten Tomaten!

Tomaten Zeigen Sich
Tomaten Zeigen Sich

Die Hälfte der Saatkiste mit den Paprika blieb vorest noch unter Folie, da sich dort nichts rührte. Heute, Mittwoch, habe ich dann erste Zeichen der Paprika entdeckt, kleine grüne Bogen, die entstehen, wenn die Samen keimen, und die Folie mit Zahnstochern zu einem Mini-Gewächshaus hochgesteckt, damit die Pflänzchen Platz haben, wenn sie tatsächlich kommen sollten. Bis zum Abend hat sich in der Paprika-Hälfte allerdings nichts getan. Dafür sind jetzt alle 8 Tomaten da.

Es wächst
Es wächst

Montag war es, als ich wieder einmal einen Spitzpaprika als Beilage für mein Vesper richtete, und ich, wie so oft, die Samen entfernte. Ein Gedanke – Samen! Ich hatte ja keine Samen für Spitzpaprika bekommen, als ich einkaufen war. Dann – Wissenslücke. Die Tomaten im Handel sind meist Hybriden, und die Samen von Hybriden taugen nicht für die Weiterzucht. Wie ist das bei Paprika? Zudem musste es schnell gehen, auch die ersten Paprika hatte ich vermutlich etwas spät gesät, bis Ende März sollte ich eigentlich schon Pflänzchen haben, und es war schon wieder eine Woche vergangen.

Blitzrecherche im Internet, und auch der Koch in der Kantine bestätigte es: Mit Paprika müsste es funktionieren, die Samen können verwendet werden.

Spitzpaprika Samen
Spitzpaprika Samen

Also habe ich Dienstag noch mal Saaterde gekauft, und die Samen, die seit Montag Abend trocknen durften, ausgesät. Diesmal 5 Pflanzen.

Der Spitzpaprika hatte einige Zeit im Kühlschrank gelegen. Leider weiss ich nicht, was die Samen davon halten – manche Samen benötigen eine Kälteperiode bevor sie keimen können. In dem Fall wäre es gut. Paprika ist jedoch eine sehr wärmeliebende Pflanze, und eventuell gibt es in der Heimat des Paprikas (Subtropen?) keinen Winter und die Kälte war nicht gut. Wieder eine offene Frage ohne Antwort.

Da sieht man wieder mal, was einem in der Schule alles nicht beigebracht wird. Aber die Samen kamen ja quasi für umsonst mit dem Spitzpaprika, also probiere ich jetzt einfach mal mein Glück.

Jetzt muss ich im Garten noch ein Beet vorbereiten, ich glaube dafür muss ein Stück Blumenbeet dran glauben, und auch etwas vom Rasen. Ein Pfund Steckzwiebeln habe ich auch, die brauchen auch Platz.

So beginnt also mein erstes Jahr mit eigenem Gartenbau.

 

 

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