Diskrimierung kann nicht mit Diskriminierung bekämpft werden, und Ist „Gleich“ überhaupt gut?


Ich sag nur, *seufz*:

http://sciencefiles.org/2014/03/23/an-der-hochschule-zwickau-sind-manner-nicht-erwunscht/

So wird das nie was mit der Gleichberechtigung. Jetzt werden die Männer „Diskriminierung“ schreien, und das sogar mit Recht.

Mann kann Diskriminierung nicht mit „Gegendiskriminierung“ bekämpfen. Das verhärtet lediglich die Fronten, und wird zukünftige Anstrengungen für Gleichberechtigung nur noch schwerer machen.

Wobei mir in der letzten Zeit gewisse Zweifel am „Gleich“ gekommen sind.  Es ist schwer, die Zweifel gut in Worte zu fassen, vor allem da wir schon das Problem mit Gleichberechtigung, und Gleichstellung haben, die verschiedenes bedeuten, aber in der Debatte munter durcheinander gewürfelt werden. Ich versuche es mit „Gleich“, um das meine Gedanken zu illustrieren.

Ich glaube „Gleich“ wird dem Problem nicht gerecht. Menschen haben unterschiedliche Ziele und Wünsche. Menschen sind unterschiedlich, sogar jenseits vom Unterschied Mann und Frau.

Z.B. reise ich nur ungern. Ich habe aber einen Kollegen, der gerne Reist. Würden jetzt Geschäftsreisen in der Firma gleich verteilt, dann wären beide unglücklich – mein Kollege, weil er nicht mehr reisen darf, und ich, weil ich reisen muss.

In diesem Fall ist gleich nicht gut, weil es die Wünsche und Neigungen der Personen nicht berücksichtigt – diese sind nämlich nicht per se gleich, nur weil wir beide Menschen sind. Ich glaube, dass Frauen, Männer, Kranke und Behinderte unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche und Neigungen haben, und es auch innerhalb jeder der genannten (und ungenannten) Gruppen wiederum Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen,  Wünschen und Neigungen gibt.

Ein pauschales „Gleich“ wird dem nicht gerecht. Gleichberechtigung ist schon recht gut, Gleichstellung provoziert aber Probleme, wie z.B. das Problem mit den oben beschriebenen Geschäftsreisen.

Gleichstellung würde z.B. auch bedeuten, dass z.B. bei der Müllabfuhr 50% Frauen arbeiten (müssen), wie auch 50% der Professuren von Frauen besetzt werden (müssen) und auch alle anderen Berufsfelder.  Ich glaube nicht, dass so etwas dem Problem gerecht wird.  Ich würde sogar sagen, das macht alles nur noch schlimmer.

Was wir brauchen ist eine Gesellschaft, die sich nicht mehr am Gewinn und der Leistung alleine orientiert, sondern am Menschen. Und zwar am Individuum, nicht pauschalen Gruppen wie „Frauen“ oder „Männer“, die durchaus auch in der Gruppe Menschen mit ganz unterschiedlichen Wünschen, Zielen, Neigungen und Talenten enthalten.

Das Idealziel wäre, dass jeder eine Position in der Gesellschaft, in der Arbeitswelt, der Verwaltung und im privaten, einnehmen kann, die den Wünschen und Neigungen der jeweiligen Person entspricht.

Dieses Idealziel ist ganz klar unerfüllbar. Es kann nicht jeder Chef sein (aber es will auch nicht jeder Chef sein), und es kann nicht jeder reich sein (vermutlich möchten auch nicht alle reich sein, aber eben sehr viele). Aber wir sollten versuchen uns diesem Ideal anzunähern. Jeder Schritt dorthin, wird einige Menschen mehr zufrieden machen.

Der Begriff Gerechtigkeit wurde von vielen Wissenschaften untersucht. Ein Ergebnis das mir im Gedächtnis geblieben ist, ist dieses:

Perfekte Gerechtigkeit ist unerreichbar. Aber wir können die Ungerechtigkeit minimieren.

Und das sollten wir tun. Ein Vorgehen, wie in der Einleitung verlinkt, eine Ungerechtigkeit auszugleichen, indem man eine neue Ungerechtigkeit schafft, funktioniert nicht. Ungerechtigkeiten addieren sich, sie löschen sich nicht gegenseitig aus. Wir müssen stattdessen jede Ungerechtigkeit einzeln abbauen.

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