Die Lücke im Lebenslauf – Man darf nicht einfach nur Leben.


Ich träume ja immer wieder davon, etwas Geld anzusparen und mir damit eine längere Auszeit zu finanzieren. Offensichtlich stehe ich mit der Idee nicht ganz alleine da – aber dieser Herr musste genau das erfahren, wovor ich immer gewarnt wurde:

http://aufgewachter.wordpress.com/2013/08/04/telefonischer-ruckruf-arbeitgeber-findet-lucke-im-lebenslauf/

Eine Lücke im Lebenslauf ist schlecht für spätere Bewerbungen. Man darf nicht einfach mal so leben. Das ist ganz schlecht.

Scheinbar muss man bis 67 warten bis man Leben darf. Wenn man das dann tatsächlich bei guter Gesundheit erlebt.

Mein Vater z.B. ist verstorben bevor er das Rentenalter erreichte, und das wird mir eine Warnung bleiben. Der Auslöser war ein Herzinfarkt, von dem er sich nie mehr erholt hat.

Aber wie soll man das machen, wenn die erste längere Auszeit auch gleich die letzte ist, weil man danach keine Arbeit mehr bekommt?

Eventuell ist es gar der vielbeschworene Fachkräftemangel der hier die Wende bringt, und Firmen noch mal darüber nachdenken lässt, ob man nicht doch vielleicht auch wieder jemand einstellt, der sich ein paar Jahre von der Arbeit erholt hat.

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7 Kommentare zu “Die Lücke im Lebenslauf – Man darf nicht einfach nur Leben.”

  1. Im Netz habe ich vor ein paar Tagen einen Personalberater entdeckt mit sehr interessanten Ansichten. Nachstehender Link führt zum ersten Artikel einer dreiteiligen Reihe, den Rest wirst Du dann finden: http://www.hzaborowski.de/2013/10/08/warum-unsere-personalauswahl-nichts-taugt-und-bruche-die-neuen-geraden-sind/
    Mich haben bei Bewerbungen die mit Bruch im Lebenslauf oft mehr interessiert als die „tollen, glatten“. Erstere haben sich ihrem Leben gestellt, haben Fehler gemacht, manche Herausforderung gar selbst geschaffen, mehr als andere erlebt und im Idealfall aus all dem was gelernt. Wer den den Mut hatte, mal ein Jahr auszusteigen, kam, wenn die rein fachlichen Kriterien erfüllt waren, dann auch immer in die engere Auswahl – und sei es nur, um meine Neugier zu befriedigen. Im persönlichen Gespräch hat sich die Spreu vom Weizen dann immer schnell getrennt. Ich habe bei diesen Gesprächen übrigens gelernt, dass das Aussteigen qua Ferne nicht meines ist – dazu bin ich zu sicherheitsbewusst (aka zu ängstlich in fremden Umgebungen). Meine Stärke ist, dass ich sehr gut umgehen & schnell reagieren kann auf geänderte Rahmenbedingungen in vertrautem Umfeld. Mein Fazit: nicht alles im Leben muss glücken – wichtig ist, was man daraus macht.

    1. Danke für den Link! Das ist sehr interessant zu lesen. Und gibt Hoffnung, dass man mit einer Lücke oder gar einem Bruch im Lebenslauf nicht gleich ganz draussen ist.

      Ab und zu überlege ich, noch mal eine zweite Ausbildung zu machen im Bereich Medien und Gestaltung oder Design. Bislang habe ich ein Diplom in Informatik mit Nebenfach Maschinenbau. Ich denke Informatik + Medien sollte interessante Felder öffnen.

      Das wäre dann keine echte Lücke, aber selbst vor diesem Schritt habe ich etwas Angst.

      Die radikale Variante wäre eine Lehre als Goldschmied – weg von der reinen Kopfarbeit, hin zu etwas handwerklichem. Irgendwo habe ich gelesen, dass zur Zeit etwas 3% der Azubis älter als 40 sind, ich also nicht ganz allein wäre, und es noch mehr gibt, die in der Lebensmitte noch mal etwas anderes versuchen möchten.

      https://gedankenweber.wordpress.com/2014/01/14/the-frosted-tree/

      Ab und zu versuche ich mich an solchen Basteleien, aber das ist noch weit weg von echter Goldschmiedekunst.

      Danke für den Kommentar, das sind ermutigende Worte 🙂

  2. Das hab ich noch nie verstehen können, dass manche Menschen meinen dass ab dem Renteneintritt eine Genießerzeit kommt zu der man vorher null Gelegenheit hat.
    Wenn man Jahre braucht um sich von einer Arbeit zu erholen, dann stimmt was nicht.
    Wenn man seine Arbeit nicht als „Leben und sich ausleben“ verstehen kann, dann hat man die falsche Arbeit.
    Dennoch…..viel Glück bei deinem Vorhaben.

    1. Ich bin vor einigen Jahren in Teilzeit gewechselt, und ich denke das war die beste Entscheidung seit langem. Ich habe viel zu lange gezögert gehabt, fast jeder in meiner Umgebung hat mich davor gewarnt („Denk an die Rente“, „Bist Du sicher dass das geld reicht“ usw.)

      Ich hatte viel zu lange darauf gehört und gezögert. Vielleicht brauche ich jetzt auch etwas Mut zur Lücke.

      Danke für den Kommentar 🙂

  3. Ein Bekannter von mir lebt von Erwerbslosenrente aufgrund eines psychischen Leidens. Seither ist er in dem Tätigk, was er immer tun wollte, künstlerisch und seelsorgerisch. Er hat nicht viel Geld, dafür aber viel Zeit. Falls also gar nichts mehr geht, geht immer noch dies. Aber abgesehen davon – diese Lücken, das ist ja grad das Komische, die hat doch jeder, es ist doch kaum noch so, dass jemand aalglatt durch das Leben läuft und trotzdem versuchen wir sie alle zu verheimlichen. Ich finde, Du solltest das tun, was Dir wirklich wichtig ist. Tu das, denn – Du weißt nicht, wann Du sonst jemals wieder die Gelegenheit dazu erfährst.
    Meine Schwester starb noch bevor sie ihr sechzigstes Lebensjahr erreicht hatte. Seither bin ich auf der Hut. Erst recht nachdem meine Muter starb, die immer sagte, dass für sie auch noch mal die Rosen blühen würden – aber dies geschah leider nicht. Wir haben nicht alles in der Hand im Leben, aber doch Möglichkeiten der Gestaltung. Probier es aus. Was hält Dich davon ab? Ist es das am Ende nicht vielleicht Wert, dass Du einen guten Job verlierst, dafür, dass Du einmal das getan hast im Leben, was Dir wirklich wichtig war oder was Du unbedingt tun wolltest?
    Ich habe z. B. kompromisslos in meiner Abschlußarbeit ein Thema behandelt, das mich interessierte, wo mein Herz dran hing und mit den Forschungsmethoden, die ich gut finde – alles war total nicht angesagt – ja, das ging so weit, dass mich keiner betreuen wollte, denn es war ihnen zu exotisch und auch zu unproffessionell – weil qualitative Forschungsmethoden usw. währendessen und auch später wurde ich von manchen Kollegen für diese Arbeit belächelt – aber nicht von allen. Und ich muß Dir sagen, ich habe es nicht bereut und würde es immer wieder tun, denn es hat mir sehr viel gegeben, erst in dieser Zeit habe ich denken gelernt und konnte mir Fähgikeiten erarbeiten, die mir nicht zuletzt auch beruflich, aber vor allem mir persönlich im Leben grundlegend weiterhelfen. Das ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Ich pfeiffe auf die Anerkennung von anerkannten Personen, denn das sind nicht meine Leute, nicht die Leute mit denen ich mich wohl fühle und arbeiten möchte. Geld hin oder her, Geld macht leer. Es ist schön welches zu haben, aber der eigentliche Wert dieses bedruckten Papiers ist fraglich. Stimmt es mit Deinen Dir wichtigen Lebenswerten überein? Du wohnst im Paradies – hier wirst Du immer etwas zu essen haben.
    Ich wünsche Dir, dass Du Dich traust und es Dir gönnst und schenkst, einen Freiraum für Dich und hierrüber sogar noch eine insgesamt für Dich wünschenswertere und lohnendere berufliche Perspektive gewinnst. Nur Mut.

    1. ps: da ich so schnell schreibe wie ich denke, schleichen sich bei mir leicht Tippfehler ein – also nicht wundern, das sehe ich nicht so eng – hauptsache, Du verstehst noch, was ich Dir mitteilen wollte 😉

      1. Manchmal glaube ich, ich schreibe schneller als ich denke, das kann dann auch fatal sein 😉 Keine Sorge wegen der Schreibfehler, meine Rechtschreibung ist auch eher eine Schlechtschreibung.

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