Eine Gesellschaft ohne Vollbeschäftigung


In einigen europäischen Ländern beträgt die Arbeitslosigkeit mittlerweile 25%, und viele Leute leben an der Armutsgrenze oder bereits in Armut.

Dazu kommt, dass auch viele Berufstätige sehr wenig verdienen, und sogar trotz einem Einkommen aus Vollzeitarbeit zusätzlich noch Unterstützung durch den Staat benötigen.

Angesichts weiterhin steigender Produktivität und Automatisierung, und damit sinkender Jobzahlen, stellt sich die Frage, wie eine menschenwürdige Gesellschaft aussehen könnte, in der es keine Vollbeschäftigung mehr gibt. Wir sollten diese Frage beantworten so lange noch Zeit ist, einen sanften Übergang aus der jetzigen Gesellschaft in die neue Gesellschaft zu planen und zu organisieren.

Die Politiker wiederholen zur Zeit das alte Mantra von Wachstum, das Arbeitsplätze schaffen kann. Das ist an sich nicht falsch, aber die Märkte sind nur begrenzt aufnahmefähig, und in nicht allzu ferner Zeit wird das immer geringere Wachstum dann von den Effekten überholt werden, welche die Zahl der Arbeitsplätze schrumpfen lassen.

Spätestens dann wird nicht viel Zeit bleiben, um Lösungen zu suchen, denn die verarmten und ihrer Hoffnung beraubten Arbeitslosen werden nicht ewig warten, sondern eines Tages Ihren Zorn gegen diejenigen richten, die sie entweder als Profiteure des Systems oder als die Verursacher der Armut identifizieren.

Es wäre also gut, wenn man sich bereits heute Gedanken darüber machen würde, denn auch wenn die Prognosen noch einmal in Richtung Wachstum zeigen, sind die Arbeitslosenzahlen doch schon enorm hoch, und selbst optimistische Prognosen gehen von einem eher beschränkten Wachstum aus.

Leider bin ich nicht im Besitz einer guten Idee, die das Problem lösen kann, aber es gibt bessere Denker, und ich hoffe, dass diese sich rechtzeitig Gedanken machen, und auch dass die Politik auf diese Leute hören wird, wenn Vorschläge gemacht werden – denn ich sehe nur zwei Lösungen: entweder es wird eine Art von Revolution geben in der die verarmten Massen versuchen eine neue Gesellschaft mit Gewalt zu etablieren,  oder die Politik reagiert rechtzeitig und kann einen sanften Übergang in eine Gesellschaft gestalten in der allen Menschen ein menschenwürdiges Leben möglich ist, auch wenn nur ein Teil davon Arbeit hat.

Eine etwas unscharfe Idee von mir wäre eine Gesellschaftsstruktur die auf örtlich begrenzten Kommunen basiert, die vor allem ihre Selbstversorgung betreiben. Handel mit anderen naheliegenden Kommunen würde zum Ausgleich von Überschüssen und Mängeln dienen, vorausgesetzt die Gegebenheiten sind so, dass die einen gerade davon zu viel haben, was die anderen benötigen.

Innerhalb einer Kommune herrscht eine weitgehend kommunistische Struktur, Güter und Waren werden verteilt, so dass jeder damit leben kann, und man arbeitet zusammen, um das Überleben bzw. den Lebensstandard der Kommune zu sichern. Die Konzepte von Macht und Reichtum müssten allerdings zumindest teilweise in den Hintergrund treten, sonst funktioniert so eine Kommune nicht, sie basiert auf der Idee des Teilens, und nicht des  Ansammelns.

Eine sanfte Umwandlung unserer Gesellschaft, vor allem der industriellen Strukturen in so eine kleinteilige, an Selbstversorgung orientierte Gesellschaft scheint mir allerdings nicht möglich.

Deshalb glaube ich nicht, dass diese Idee das Problem der sozialen ausgrenzuing der Arbeitslosen lösen kann, und habe deshalb  die Idee auch nur sehr grob angerissen. Aber ich wollte zumindest eine Idee präsentieren, die mit etwas gutem Willen und Verfeinerung in der Lage wäre allen ein menschenwürdiges Dasein in einer Zeit zu ermöglichen in der Automatisierung und Produktivität so hoch geworden sind, dass es für einen größeren Teil der Menschen keine Arbeit, und damit auch kein Einkommen aus Arbeit mehr gibt. Ich hoffe immer noch, dass bessere Denker bessere Ideen finden werden, und es einen sanften Übergang von unserer jetzigen Gesellschaft in diese zukünftige Gesellschaft geben wird.

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Ein Kommentar zu “Eine Gesellschaft ohne Vollbeschäftigung”

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