Lachen? Gefangen.


http://charlesgates12.wordpress.com/2014/01/19/laugh-its-contagious/

Lachen ist gesund sagen sie. Scheinbar sogar messbar gesund.

Als ich das oben verlinkte Posting gelesen habe, wurde mir bewusst, dass ich mich nicht erinnern kann, wann ich zuletzt frei und offen gelacht habe. Wann ich mich fröhlich fühlte. Wenn ich lache, dann ist es oft ein bitteres Lachen, mit all dem Schmerz des Lebens inklusive.

Meine Therapeutin hat mich mal gefragt, „Lachen sie auch mal?“, was ich dann eben mit so einem bitteren Lachen quittierte. Ich glaube ich habe dann geantwortet, „Drei mal im Jahr“, aber das war mehr so dahin gesagt, als dass ich wirklich eine Vorstellung gehabt hätte wie oft ich lache.

Ich erinnere mich auch, einmal von einem Kollegen gefragt worden zu sein, „Habe ich dich da eben lachen hören?“ Diese Momente gibt es also, aber so selten, dass es Leute fast nicht glauben können, wenn es passiert.

Ich glaube das Höchste an Gefühl ist für mich im Moment „einigermassen zufrieden“ zu sein, und nicht „ich will nicht mehr“ zur Welt und vielleicht sogar zum Leben zu sagen. Wobei ich immer wieder hoffe, dass der nächste Tag besser wird, und ich noch nicht ganz aufgeben muss.

Manchmal wird aus dem „ich will nicht mehr“ auch ein „ich hasse es“, mit dem Wunsch auszubrechen aus all den Zwängen und Verpflichtungen, einfach mal frei zu sein. Ohne all dies „ich muss“ und all den Terminen und Zeiten wenn bestimmte Dinge zu tun sind.

Zu sagen „Leck mich am Arsch, ich bin dann mal weg.“

Vielleicht schaffe ich das irgendwann einmal .. ich glaube es wäre das erste mal in meinem Leben, dass ich ich frei bin, oder mich zumindest frei fühlen kann. Zu viele Leute haben mich an der Leine, und „ich will nicht mehr.“

Bäh, lachen. Das hält 5 Minuten, dann holt mich die Trübsal wieder ein, und die nächste Verpflichtung.

Jetzt ist es 2:43 Uhr und ich sollte schlafen gehen. Auch schon wieder so ein „Ich muss“. Selbst am Sonntag warten Verpflichtungen auf mich, und ich kann nicht ewig lang schlafen. Zum anderen bietet diese Nacht nichts besonderes, ein wenig Musik und abwarten, ob vielleicht eine Nachricht oder ein Kommentar eintrifft, der dem Tag etwas Positives gibt.

Morgen werde ich dann die Wohnung putzen, Wäsche waschen, Mittagessen, einen Spaziergang machen (gesund!), meine Mutter im Pflegeheim besuchen, versuchen mit etwas mitgebrachtem Essen, Massage und Pflege Ihr Dasein erträglicher zu gestalten, dann kommt meine tägliche Gymnastik (gesund!), dann Abendessen bereiten, Essen, Abwasch, eventuell ein Telefonat mit meinem Bruder, und (ja!) mit Glück noch eine oder gar zwei Stunden Freizeit, bevor ich dann wieder schlafen sollte, damit ich ausgeschlafen bin für den ersten Arbeitstag der Woche.

So oder so ähnlich funktionieren meine Tage. Und der Sonntag ist noch ein „freier Tag“, nicht mal ein Arbeitstag. Hurra. Ich weiß, so oder so ähnlich leben fast alle Menschen, viele haben es noch schlimmer, aber ehrlich, das ist doch kein Leben? Das ist nur Tretmühle, Programm, Pflicht. Solch ein Leben hinterlässt nach dem Tod kaum etwas, kein Werk, und kaum eine Erinnerung. Ist es das, wozu wir hier sind? Jeden Tag die Liste mit Pflichten abzuarbeiten, alt zu werden und dann zu sterben?

Wie ich oben schon schrieb, „Ich will nicht“. Ganz und gar nicht. Aber ich mache es jeden Tag, weil ich muss, weil es erwartet wird, und weil ich nicht weiß, wie ich mich befreien kann oder könnte.

*seufz* Zeit ins Bett zu gehen. Schon wieder viel zu spät, und wieder ein Tag älter, ohne das Gefühl zu haben, der Tag hätte etwas gebracht. Das Leben verrinnt, und der Tod wartet. Ich weiß nur nicht wie lange … zu viele Tage sind veronnen, zu viel habe ich gearbeitet, mich angestrengt, ohne dass es etwas gebracht hat. Mal sehen wie viele Tage noch verbleiben, und ob ich es je schaffe, zu leben, oder ob ich weiterhin nur funktioniere. Naja, irgendwann funktioniere ich auch nicht mehr, vielleicht merken die Leute dann, dass hier noch einer war, der jetzt fehlt. Oder auch nicht … würde mich ehrlich gesagt gar nicht mal besonders wundern.

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